“Falsche Gerüchte”

In Kenia wurden Journalisten verhaftet, weil sie “falsche Gerüchte” über den Präsidenten in die Welt gesetzt hätten.
Solche Sachen sind natürlich brandgefährlich! Man stelle sich vor: Falsche Gerüchte… was dadurch alles passieren kann! (Wo schon ein paar Karikaturen minderbemittelten Mob auf die Straße getrieben haben.)

Dieser Gefahr entsprechend bewaffnet mussten dann Polizisten aus- und in einen Fernsehsender eingerückt, um diesen abzuschalten und nebenbei auch noch eine hochgefährliche Druckerpresse zu zerstören. Denn wer weiß, wer morgen darauf falsche Gerüchte gedruckt hätte.

Ach ja: Auch in dieses Land fließen unsere Steuergelder in Form von Entwicklungshilfe. Hoffen wir, dass damit keine Druckerpressen oder Fernsehsender bezahlt werden. Denn deren Haltbarkeit scheint unter kenianischer Sonne nicht allzu groß zu sein.

Ähnliche Beiträge


4 Kommentare zu ““Falsche Gerüchte””

  1. 4.03.2006 | 14:55

    Es bleiben immer noch die Weblogs. Da können Gerüchte sorglos verbreitet werden. Es sei denn, man lebt in China.

  2. 5.03.2006 | 12:42

    Weiß gar nicht was da das Problem ist. In Afghanistan werden Leute verhaftet und jahrelang ohne Gerichtsverhandlung, weil sie Gerüchten zufolge “feinliche Kombattanten” sind [link].

    Das ist es was mich generell bei allen nervt: Dauernd wird auf den Splitter im Auge des anderen hingewiesen, aber der eigene Balken darin wird fröhlich übersehen oder gar bestritten.

    Aber da es alle machen, werde auch ich meinen Balken fröhlich ignorieren oder bestreiten. Denn Entgegenkommen zahlt sich da nicht aus. Jedenfalls nicht im Internet.

  3. 5.03.2006 | 13:11

    @marcc

    Ich finde, wir sollten uns generell vor zu oberflächlichen Analysen hüten. Was ich daher generell hier und überall, auch im Internet, willkommen heiße, sind Auffächerungen und Differenzierungen. Gerade im Internet und in Blogs, weil sowas das Medium gegen den Strich bürstet und den denkenden Nutzern die Oberhand gibt.

    Wenig hilfreich, und bitte nimm das nicht als Abwehr deines Beitrags, sondern als ganz persönliche Meinung, finde ich das Zukleistern mit fehlerhaften Analogien. Ich mach das ab und zu auch gerne, aber meist dann, wenn ich eigentlich nicht diskutieren will oder mich mit anderen in einem halbernsten Modus “kabbele”.

    Es gibt massive Menschenrechtsverletzungen in einem Land wie China, an das momentan zig Investoren ihre Seele verkaufen, so sie denn noch eine hatten. Und die USA haben das Problem, dass sie bei der Abwehr einer äußeren Bedrohung (diesen Job machen sie übrigens nicht nur für sich selbst) ihre eigenen Wurzeln und Grundsätze aus dem Auge zu verlieren drohen.

    Das sind zwei völlig unterschiedliche Problemfelder. Jeder, der sie für künstliche Frontstellungen missbraucht, kann sich wahlweise meiner Verachtung oder meines Mitleids sicher sein. Wir müssen, jenseits aller politischen Überzeugungen, immer über das eine gründlich und ehrlich diskutieren können, ohne den notwendigen Umstand, sich dabei mit etwas anderem nicht zu beschäftigen, gegen diese Diskussion ins Feld zu führen.

    Das ist es übrigens u.a. auch, was ich an den Diskussionen mit MomoRules so mag: Wir arbeiten unsere Differenzen an Themen ab, und nicht die Themen an den Differenzen.

    Wenn du, marcc, also einen Blogeintrag zum Thema “Menschenrechtsverletzungen in Afghanistan” verfassen willst - bitte! Du hast deinen eigenen Blog, und wir würden dir hier sogar als “Andere Meinung” auch ein Forum verschaffen. Dann kommen hoffentlich jene, die das Thema selbst diskutieren und nicht den Autor für die angeblich falsche Gesinnung abstrafen möchten.

    Ebenso wünschte ich mir hier nach solchen Einträgen, dass jemand käme und einen Beitrag nach dem Motto verfasste: Boche, das siehst du falsch, die Situation in China ist eine andere, und du musst dieses oder jenes berücksichtigen (Marian wäre da allerdings wohl der Erste ;-) ). Wenn du sowas in petto hast, marcc, dann her damit. Aber bitte kritiisiere uns nicht dafür, dass wir uns für die Themen entscheiden, die uns auf den Nägeln brennen.

  4. Boche
    6.03.2006 | 9:46

    @marcc

    Im Grunde hat Rayson schon alles gesagt, was dazu sinnvollerweise gesagt werden muss.

    Nur noch eines: Ich sehe durchaus einen Unterschied zwischen dem innerstaatlichen Umgang mit Kritikern und dem Verfahren, das man in Kriegsfällen anwendet.
    Zumindest kann ich mir vorstellen, dass ein US-Marshall mit der Antwort eines Al-Quaida-Mitglieds auf eine schriftliche Gerichtsvorladung verfahrenstechnische Probleme bekommen könnte.

    Dass die Situation in Guantanamo aus rechtlicher Sicht sehr bedenklich ist und dass man überlegen muss, wie man die Bedrohung durch nichtstaatlichen, international agierenden Terrorismus in einem transparenterem, rechtlich abgesicherterem Verfahren beantworten könnte, dass es sicher auch Fehler bei den Festnahmen gegeben hat (aber welches Interesse sollte die US-Regierung eigentlich daran haben, Unschuldige festzuhalten?) - all das sei unbestritten.

    Aber so einfach wie du sollte man sich das dann auch wieder nicht machen. Und den von dir verlinkten Text des D-Radios finde ich recht tendenziös und widersprüchlich.

Bad Behavior has blocked 801 access attempts in the last 7 days.