8. März 2006
Kulturkampf im Schrebergarten?
Omar Abo-Namous in seinem “krümeligen Weblog - live aus der Parallelgesellschaft” sowie Transatlantic Forum weisen auf einen neuen Fall von Kulturkampf hin:
der kleine Traum vom großen Gärtnerglück im Grünen ist C. K. vorerst versagt geblieben. Der 28-jährige Türke möchte die Parzelle einer Rentnerin übernehmen, die das gepachtete Grundstück aus Altersgründen abgeben will. Beide waren sich auch schon einig - aber der Chef der Gartenfreunde ließ den Handel jetzt platzen: “Der Verein nimmt derzeit keine Ausländer mehr auf”, sagt der erste Vorsitzende J.K.
(Quelle: n-tv)
Nach Auskunft der Süddeutschen Zeitung ist C.K. sogar Deutschtürke, was den Kleingarten-Chef etwas in Argumentationsnöte bringen müsste, denn Deutsche sind nunmal keine Ausländer.
C.K. ziehe jetzt juristische Schritte in Erwägung, heißt es in beiden Quellen. Omar meint dazu:
Interessant dabei wäre mitanzusehen wie “gesellig” diese Feiern werden, wenn er erst einmal den Prozess gewinnt!
Andererseits: Ist der Satz “Ich ziehe juristische Schritte in Erwägung!” nicht typisch deutsch? Hatten wir das mit dem “sich irgendwo einklagen” nicht gerade erst? Das müsste doch auch der Vorsitzende des Kleingartenvereins einsehen.
Der SZ-Artikel widmet sich übrigens noch der Geschichte des Schreber-Gartens an sich, während n-tv positive Beispiele für das Zusammenleben unterschiedlicher Nationen in Kleingartenanlagen nennt.
Verfasst von Marian Wirth um 19:11 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)