Was ganz anderes…

… wer Jazz liebt oder noch nicht weiß, ob er Jazz lieben soll, der greift zu Spyro Gyra.

Der Laie berauscht sich an den Melodien, an einem Sound, der locker mit Elementen des Latin und Caribean Jazz spielt, und am raffinierten Aufbau der Stücke (von denen einer für vier Popsongs reichte), der Experte an den vielen Feinheiten. Wenn auch die CDs der Live-Faszination dieser Band nie gerecht werden können (es sei denn, man hörte ein Live-Album wie das unglaubliche “Road Scholars”), so lohnt sich das Reinhören ins nächste Album, “Wrapped in a Dream“, ganz sicher. Noch heute denke ich mit einem leichten ehrfürchtigen Schauer an ihren Auftritt im kleinen Mindener Jazz Club…

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11 Kommentare zu “Was ganz anderes…”

  1. 17.03.2006 | 8:10

    Spyro Gyra? Muß man das tatsächlich kennen? Eigentlich kommt mal als Laie doch eher über die alten Meister zum Jazz, oder?

    Auch als jemand, der dem Jazz eigentlich sehr distanziert gegenüber steht, muß ich z.B. zugeben, daß die Verve Latin Sides von Charlie Parker, im Sommer im Cabrio zwischen Reschenpass und Meran schon eine feine Sache sind…

  2. 17.03.2006 | 8:32

    Oh ja: Jazz gehört unbedingt zur Mischung dazu, auch wenn ich sonst eher Klassik bevorzuge. Ich bin aber eher durch das Dixielandfestival in Dresden dazu gekommen (wo es sehr viele Spielarten des Jazz zu hören gibt). Dazu natürlich Louis Armstrong und Charlie Parker.

  3. 17.03.2006 | 9:35

    Jazz kann so traumhaft sein - Danke für den Tipp! Jetzt, wo man davon träumt, daß Frühling wird, kann das so herrlich beschwingen, Jazz zu hören … ich liebe ja diesen Soundtrack zu “Fahrstuhl zum Schaffott” von Miles Davis, diese Latino-Geschichten von Dizzy Gillespie, Charlie Parker sowieso, oder Keith Jarrett, bin also eher wie Statler bei den alten Meistern stehen geblieben, wobei ich mir ‘nen Cabrio schon image-technisch nicht leisten könnte … fahre kein Auto, aber das müßte dann wohl konsequent “Volkswagen” sein ;-)

    Diese Funk-Jazzigen Geschichten, Grover Washington und so, die finde ich auch großartig. Rayson, kann es sein, daß Du insgeheim die existentialistische Variante des Denkens über Freiheit pflegst?

    Minden ist ja heavy Stuff. Da habe ich meinen Verstärker und meine Boxen her, die halten jetzt aber auch schon sehr lange …

  4. 17.03.2006 | 9:49

    Dann würde es sich also lohnen, im Herbst 2006 mal das Programm des Dresdner Festivals für 2007 zu posten — Kartenbestellungen müssen sehr lange im voraus abgegeben werden ;-)

  5. 17.03.2006 | 9:53

    Echt scharf…

    Ich sach’s ja immer wieder: Curry kochen! Und dabei vielleicht Jazz hören? Wer leckere Curry-Rezepte braucht, kann sich jederzeit gerne an mich wenden…….

  6. 17.03.2006 | 9:55

    Och, die Dresdener Neustadt, da fahre ich gerne wieder hin … wie hieß die Kneipe noch? “Planwirtschaft”? Darf man das hier posten? ;-)

  7. 17.03.2006 | 9:59

    Soweit ich mich erinnere, sind die sehr gut in der Marktwirtschaft angekommen ;-)

  8. 18.03.2006 | 12:23

    @statler

    Ja, Spyro Gyra müsste man als Jazz-Fan kennen, auch wenn sie sich in den Augen vieler Jazzer zu sehr dem Geschmack der gemeinen Masse anpassen. Aber die spielen einfach nur, was ihnen Spaß macht und sind ununterbrochen auf Tour.

    Ich musikalisch völlig ungebildeter (ich finde, wenn in der Schule Musik mit Blockflöten beginnt, ist der Misserfolg vorprogrammiert…) und massenpopgeschädigterverwöhnter Mensch brauchte eben einen Zugang, der meinem Gehör nicht ganz so fremd war. Und das machen die sehr gut: Der Jazz wird nicht mit erhobenem Zeigefinger und intellektuellem Anspruch demonstiert, sondern spielerisch eingeschmuggelt. Erst danach kam ich auch zu anderen Formen des Jazz und lernte sie zu schätzen (bis auf Free Jazz). Ich habe da ein einfaches Kriterium: Ich muss Stücke ein paar Mal hintereinander hören können und dennoch immer wieder Neues in ihnen entdecken. Mit Klassik ginge das vielleicht auch, aber Menschen in steifen Klamotten, die zu über hundert Jahre alten Noten mit über hundert Jahre alten Instrumenten spielen und unübersehbar einen Kulturauftrag hinter sich herziehen, sind bislang noch nicht so mein Ding. Auch da nähere ich mich lieber aus der “Schmuddel-Ecke”, also z.B. über Keith Jarrett.

    @MomoRules

    Rayson, kann es sein, daß Du insgeheim die existentialistische Variante des Denkens über Freiheit pflegst?

    Wenn du das sagst ;-)

  9. 18.03.2006 | 14:06

    Keith Jarrett ist IMHO keineswegs Schmuddelecke und ich finde, dass z.B. “The Köln Conzert” wesentlich mehr Aufmerksamkeit vom Zuhörer fordert, als so manches populäre Werk aus Barock oder Klassik.

  10. 18.03.2006 | 14:12

    Es muss natürlich “The Köln Concert ” heißen. Hm. Ich sollte wieder mal eine Nacht schlafen …

  11. 18.03.2006 | 15:43

    Aus Sicht der eingefleischten Klassikfans ist Jarrett vielleicht doch ein wenig “schmuddlig”.

    Das Schöne am Köln Concert, wie auch bei vielen anderen Jazzstücken, ist m.E., dass es das aufmerksame Hinhören nicht erfordert, sondern höchstens belohnt. Da mir mangels Wissen viele Details entgehen, beurteile ich das Meiste da einfach nach “gefühlter Ästhetik”, so wie bei manchen Werken der Malerei oder Bildhauerei auch.

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