19. März 2006
When Sozis collide (Schluss)
Rayson meint, zwei Sozen fetzten sich untereinander. Naja. Zum Fetzen gehören ja immer (mindestens) zwei. Ich wollte ja - aber der andere will nicht.
Deshalb will ich ihn auch nicht weiter bei seinem online ausgetragenen hessischen Kommunalwahlkampf stören.
bazinho hat ja Recht. Das sagen alle. Also, alle Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen jetzt. Also, alle Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen, deren Meinung veröffentlicht worden ist.*
Besonders gefallen mir die Argumente, dass a) der Test sinnlos sei, weil es die Lösungen bald im Internet geben werde. (Auf die abgefahrene Idee sind die böswilligen CDUler natürlich nicht gekommen** und b) ja dann die Deutschen, die durchfallen würden, alle ihre Staatsangehörigkeit abgeben müssten.
Aber nachdem auch noch Rainer Burchardt*** quasi alle Argumente von bazinho in bissige Worte gekleidet hat, (Deutsche Ausländerpolitik kreist um Fragebögen, mp3) auch das von der Ausländerfeindlichkeit der CDU aus wahlkampftaktischen Erwägungen, gebe ich endgültig auf. Zumal mir bazinho ja auch versichert hat, dass wir die besseren Konzepte haben.Und es ist ja nicht so, dass es nicht noch andere gibt, die mit mir spielen wollen.
Immerhin habe ich zu meinem Erschrecken feststellen müssen, dass ich mein ganzes bisheriges Leben lang das Wort Schikane falsch verwandt habe. Das mit der Böswilligkeit war mir nicht geläufig. Ich habe mich bisher immer instinktiv an der wikipedianischen Definition ausgerichtet.
Nur das mit dem “Das Boot ist voll”-Argument habe ich nicht verstanden. Wenn man die Handvoll blinder Passagiere, die sich bis jetzt in ihrem Versteck im Maschinenraum den Arsch abgefroren haben, zu Leichtmatrosen ernennt, dann ändert sich am Ladezustand des Bootes nichts. Aber das hat Rayson ja auch nicht verstanden. Da wird mir wohl noch nichtmal der Kommentator Patentizität weiter helfen können.
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[Edit 20.03.2006] * Laut einer vom Ipos Institut im Auftrag von F.A.Z. und H1 Radio FFH durchgeführten Umfrage antworten 76% der befragten Frankfurter mit SPD-Wahlabsicht auf die Frage: Das Land Hessen will Ausländern bei der Einbürgerung in Zukunft nur noch dann die deutsche Staatsbürgerschaft gewähren, wenn diese ausreichende Kenntnisse über Deutschland besitzen und die in unserem Grundgesetz festgeschriebenen Wert akzeptieren. Finden Sie das gut oder finden Sie das nicht gut? mit: Finde ich gut. (nicht gut: 18%; CDU-Wahlabsicht: 94/5, fast identisch bei FDP-Wahlabsicht, auch bei Linkspartei und Grünen deutliche Mehrheiten für “finde ich gut”)
[Edit 19.03.2005] ** den britischen Einwanderungstest gibt es übrigens hier, den der USA hier (via)
*** Rainer Burchardt, das ist der, der in einem Interview anläßlich seines Abschieds vom Posten des Chefredakteurs beim Deutschlandfunk folgendes hat verlauten lassen
Der politische Journalismus, wenn man das so allgemein sagen darf, Herr Spengler, ist griffiger, zugriffiger geworden, er ist auch schneller geworden, damit allerdings auch fehleranfälliger, und er ist in gewisser Weise auch stärker unter Druck geraten. Das hat ganz viel zu tun mit der Digitalisierung, also der technologischen Entwicklung auf der einen Seite, mit dem Internet natürlich auch. Wir haben es mittlerweile mit einem sehr aggressiven Internetjournalismus zu tun, mit dem so genannten Blogging.
Der Mann weiß also, was abgeht. Dem kann man einfach nicht widersprechen.
Verfasst von Marian Wirth um 22:05 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)