Das Gebrabbel findet kein Ende

Boche hatte - wie immer, wenn es nicht gerade um den Irak-Krieg geht ;-) - Recht: Mal ganz ehrlich: Muss man sich für solche Stammtischsprüche einen sogenannten “Wissenschaftler” holen?

Ähnliche Beiträge


6 Kommentare zu “Das Gebrabbel findet kein Ende”

  1. 28.03.2006 | 7:13

    [...] Mit Dank an die “Bissigen Liberalen” für den Hinweis [...]

  2. 28.03.2006 | 9:18

    Wo liest Du denn da Stammtischparolen? Gelten für Wissenschaftler andere Regeln der freien Meinungsäußerung als für Nicht-Wissenschaftler? Ist Gebrabbel durch dies Grundrecht nicht gedeckt? Oder hat man zu unterscheiden zwischen “zu veröffentlichender Meinung” und “nicht zu veröffentlichender” Meinung? Und welche Kriterien legt man dann an, wen man dies vertritt? Fragen über Fragen ….

  3. 28.03.2006 | 13:11

    Wenn ein Potikwissenschaftler behauptet, der FDP seien noch nie Alternativen eingefallen, dann ist populistisch. Man kann ja der Meinung sein, die Vorschläge der FDP seien falsch, oder sonst irgendetwas, aber dass sie nicht vorhanden sind, ist schlichtweg falsch. Mehr noch: Ein Interview mit einem Politikwissenschaftler erweckt die Erwartung, dass man informiert wird. Stattdessen wird man mit einer Meinung konfrontiert, für man auch hätte Lieschen Müller befragen können. Der Politikwissenschaftler dient lediglich dazu ein “Warentest”-Label für die Stammtischparolen abzugebem.

    Schröder würde Herrn Walter verklagen.

  4. Boche
    28.03.2006 | 13:15

    Abgesehen davon:
    Dieser “Wissenschaftler” wird doch durch unser Geld bezahlt, oder?
    Angesichts dessen halte ich das Recht zu Kritik an unwissenschaftlichem Geblubber für doch gegeben.
    Aber das sehe ich wahrscheinlich zu marktwirtschaftlich.

  5. 28.03.2006 | 14:06

    @MomoRules

    Der von Dirk zitierte Passus ist das schlagendste Beispiel einer Stammtischparole. Dazu weiter hinten das dunkle Geraune von “Sturm” und dem “gallischen Hahn”, das nun wahrlich nicht vor Differenzierungsvermögen strotzt. Und dazwischen jede Menge Allgemeinplätze, die über das, was in den Blogs vorher eh diskutiert wurde, nicht hinausgehen.

    Natürlich kann Walter sagen, was er will und wo er will. Wer aber explizit als “Parteienforscher” angesprochen wird, von dem erwartet man sich doch wirklich Erhellenderes und Substanzielleres. Meine Frage richtete sich daher vor allem an SPON. Das, was Walter da von sich gegeben hat, hätte auch einer der Redakteure im üblichen Stil verschwurbeln können.

  6. Patentizität
    28.03.2006 | 18:35

    Dirk: Wenn ein Potikwissenschaftler behauptet, der FDP seien noch nie Alternativen eingefallen, dann ist populistisch.

    Moment.

    Walter sagte, der FDP [sei] noch nie eine großartige [!] Alternative eingefallen, außer die Steuern zu senken.

    Boche: Dieser “Wissenschaftler” wird doch durch unser Geld bezahlt, oder? Angesichts dessen halte ich das Recht zu Kritik an unwissenschaftlichem Geblubber für doch gegeben.
    Aber das sehe ich wahrscheinlich zu marktwirtschaftlich.

    Dass sich das Recht, die als un-FDP-haft empfundenen Äußerungen eines Parteienforschers zu kritisieren aus der Marktwirtschaft ergibt, wäre politikwissenschaftlich betrachtet eine steile These.

    Rayson: Natürlich kann Walter sagen, was er will und wo er will. Wer aber explizit als “Parteienforscher” angesprochen wird, von dem erwartet man sich doch wirklich Erhellenderes und Substanzielleres.

    Die folgend zitierten Antworten Walters, die kaum einer seiner Perteienforscherkollegen sinngemäß anders geben würde, sind im Lichte der Fragen durchaus erhellend und substanziell:

    SPIEGEL ONLINE: Herr Walter, die Wahlbeteiligung hat einen Tiefpunkt erreicht. Woran liegt das?

    Franz Walter: Man kann es im Fall von Sachsen-Anhalt auch anders sehen: Dort waren die Schwankungen und Zuckungen immer am stärksten. Und meistens ist daraus dann nichts Vernünftiges entstanden, so wie die DVU - und in Zeiten hoher Wahlbeteiligung können schließlich auch populistische Parteien profitieren. Im Grunde ist es ganz simpel: Wenn in Wahlkämpfen die Spannung, das zündende Thema, die Polarisierung fehlt, ist die Wahlbeteiligung unten. Deshalb muss man nicht gleich in Panik geraten.

    SPIEGEL ONLINE: Die Wahlen haben die regierenden Ministerpräsidenten gestärkt. Ist es wirklich die Zufriedenheit mit der Arbeit der Großen Koalition in Berlin, die sich nun auch in den Ländern niedergeschlagen hat?

    Walter: Nein, das ist, glaube ich, etwas schwieriger. In dem Moment, wo sich die beiden großen Parteien zusammentun, breitet sich eine Art “Baldrianstimmung” aus. Sonst ist es ja immer so, dass, wenn irgendwo Unzufriedenheit entsteht, eine der beiden großen Parteien mit dem betreffenden Thema an die Öffentlichkeit geht. Das fällt jetzt weg. Und das Resultat der Entpolitisierung, die auch die Entpolitisierung der Opposition mit einschließt, ist eben, dass alles so bleibt wie es gerade ist. An sich ist das erstmal nicht dramatisch, sondern eine ganz ehrliche Bestandaufnahme - die Wähler gewähren dieser Koalition noch einen Kredit…

    SPIEGEL ONLINE: Wie könnte in den Parteien mehr Diskussion und Kontroverse entstehen?

    Walter: Im Kabinett einer Großen Koalition geht es kaum anders, als langweiliges Handwerk zu machen - sonst würde die Koalition zerbrechen. Auf der anderen Seite sind die Parteiorganisationen, auch die Fraktionen, gefordert, über diesen Kompromisscharakter einer Großen Koalition hinauszugehen - das können sie auch, denn es gibt klare Mehrheiten. Beide Generalsekretäre der Volksparteien spüren, dass sie diesen Zielfindungsprozess viel, viel energischer betreiben müssen, als sie das in den letzten Jahren gemacht haben.

    Da Walter kein Langweiler ist, sind die anderen Antworten normativer gehalten und inhaltlich deutlich angreifbarer.

Bad Behavior has blocked 701 access attempts in the last 7 days.