Klare Fronten

Jetzt wird am 30. März bei SAP doch ein Wahlvorstand für die Betriebsratswahl gewählt.

„Die Aggressivität ist raus“, sagte Gewerkschaftsmann Mirko Geiger. Die SAP-Mitarbeiter wüssten jetzt, dass sie das nicht mehr verhindern könnten, was bei den anderen Dax-Unternehmen zum Unternehmensalltag gehöre.

Der letzte Satz ist einer zum Genießen.

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9 Kommentare zu “Klare Fronten”

  1. Marcel
    28.03.2006 | 20:20

    Danke, danke, danke Rayson.
    Das ist ein Zitat zum markieren->kopieren->einfügen, damit man es immer griffbereit hat, wenn man jemandem deutlich machen will, was “links” mit “Bevormundung” zu tun hat.
    Hier mischen sich Vergnügen und Wut miteinander zu einem unschlagbaren Cocktail. Viel Dank Herr Geiger, sie haben Glück dass Leute wie sie von Leuten wie uns noch als ein zu respektierendes Individuum mit dem Namen erwähnt werden.

  2. 28.03.2006 | 23:26

    aha. Wohl doch ein Faschist im Geiste? Schon mal was von Verfassung, Grundgesetz, Arbeitsrecht o.ä. gehört, wo ebenjenes verbürgt ist? Aber vielleicht hält sich der gewöhnliche Liberale ja doch für den neuen Herrenmenschen. Tradition hätte das ja in Deutschland. Ich hoffe nur, ihr braucht keinen Weltkrieg, um abzudanken.
    mule

  3. Rayson
    28.03.2006 | 23:37

    “Schon mal was von Verfassung, Grundgesetz, Arbeitsrecht o.ä. gehört, wo ebenjenes verbürgt ist?”

    Aus der Aufzählung streichen wir zunächst mal das Wort “Verfassung”, weil die deutsche Verfassung “Grundgesetz” heißt und spezifisch vorkommt. Aber nur, um auch die Erwähnung von Grundgesetz und Arbeitsrecht zu streichen, wo keinesfalls “verbürgt” ist, dass es die Aufgabe von Gewerkschaften ist, gegen den Willen der Mitarbeiter Betriebsräte einzurichten. Die Möglichkeit dazu steht allein im BetrVG. Das nur mal als Nachhilfe, was die Fakten betrifft.

    Herrenmenschengehabe strahlt allein der selbstherrliche Gewerkschafter aus, der sich auch noch darüber zu freuen scheint, den Willen einer Minderheit gegen eine Mehrheit durchgedrückt zu haben. Der umgekehrte Fall wäre aus liberaler Sicht schon schlimm genug, aber da manche Leser (dich jetzt mal ausdrücklich ausgenommen) sich den Prinzipien der Demokratie so sehr verpflichtet fühlen, dass sie sie am Liebsten überall regieren sehen würden, lohnt sich diese Hervorhebung doch.

  4. googlehupf
    29.03.2006 | 18:32

    So ein Zitat kann einem echt die Laune verderben (bin gerade leider nicht zynisch genug um drüber zu lachen) - aber mules Kommentar ist Realsatire genug um wieder ein Lächeln in mein Gesicht zu zaubern - Glück gehabt.

  5. 30.03.2006 | 1:10

    wo keinesfalls “verbürgt” ist, dass es die Aufgabe von Gewerkschaften ist, gegen den Willen der Mitarbeiter Betriebsräte einzurichten.

    Well, Rayson, jenseits der piefkemäßigen Belehrung, die mein Einwurf nicht hergab (du kannst aus allen dreien das herleiten, wenn Du willst, ich spielte auf den internationalen Zusammenhang an), GWler als Herrenmenschen, ich weiß nicht. Da spricht der unorganisierte, arme Individualfreie, der den Anderen nicht mehr als Kollegen, sondern nur als Konkurrenz anzuerkennen kann. Ein Betrieb eignet sich schlecht, liberale Prinzipien durchzuexerzieren, ist er doch nur Mittel, den Angestellten den Mehrwert für das »Firmenwohl« abzupressen. Insofern bleibe ich mal cool, und sage: liberal ist, wer die bestehenden Gesetze eines freiheitlichen Staates anzuerkennen vermag, die da heißen: ab einer bestimmten Betriebsgröße hat der Arbeiter ein Recht auf Interessenvertretung. Ob das wenige oder die Masse macht, is egal, denn Demokratie ist der Schutz der wenigen vor der allgemeinen Meinung.
    gruß
    mule

  6. Nex
    30.03.2006 | 1:21

    Auch wenn es wahrscheinlich Perlen vor die Säue ist, hier ein wunderschönes Zitat von Hayek zum Thema:

  7. Nex
    30.03.2006 | 1:37

    Komisch…(Probleme mit Link und Browser) nochmal:
    Podcast: Hayek über Liberalismus und Demokratie

  8. 30.03.2006 | 13:35

    @mule

    Ich finde es ja immer witzig, dass alle möglichen Leute, die mit Liberalismus recht wenig am Hut haben, mir und anderen einzureden versuchen, was denn eigentlich “liberal” sei. Das zeigt mir immerhin, wie positiv dieses Adjektiv besetzt ist. Eine Definition in der Richtung “Liberale sind Menschen, die den Gesetzen zu gehorchen haben, extreme Linke aber dürfen die Abschaffung von allem Möglichen fordern” ist allerdings eher als rührend zu betrachten.

    Aber ich gebe mich natürlich nicht der Illusion hin, jemandem, der in Kategorien der Marxschen Mehrwertlehre denkt, erklären zu können, dass ein mit staatlich abgeleiteten Machtmitteln versehener Betriebsrat, der gegen den Willen des Eigentümers und den der Mehrheit der Arbeitnehmer eingerichtet wird, mit Freiheit ziemlich wenig tun hat.

    Demokratie ist der Schutz der wenigen vor der allgemeinen Meinung.

    Der Satz ist mir nicht unsympathisch. Wäre nur noch zu klären, wer den Einzelnen vor der Gewalt anderer und die Mehrheit vor der Usurpation durch Minderheiten schützt.

  9. 1.04.2006 | 0:42

    [...] Gutmeinende wundern sich jetzt, wie jemand auf die Idee kommen könnte, der Gewerkschaftsanteil in diesem Gremium, das von über 90% der abstimmenden Belegschaft gar nicht gewollt war, müsse höher als bei 11% liegen, wo doch bei SAP überhaupt nur ein “verschwindend geringer Teil” gewerkschaftlich organisiert ist. Weniger Gutmeinende, also Leute wie ich, lesen hier natürlich auch den Ärger heraus, dass keiner der drei IG-Metall-Aktivisten, die auch gegen den Willen ihrer Kollegen einen Wahlvorstand hätten gerichtlich anordnen lassen, mit diesen, einen besonderen Kündigungsschutz versprechenden Weihen versehen wurde. Obwohl auch das eigentlich nur Gewerkschafter stören kann, die sich freuen, etwas gegen die Mitarbeiter eines Unternehmens durchgesetzt zu haben. Und, ok, der Gewerkschafter gehört, sozusagen als Gipfel der Demütigung, auch noch einer christlichen Gewerkschaft an, deren Tariffähigkeit die IG Metall gerade kürzlich per höchstrichterlichem Beschluss bestätigt bekam. [IG-Metaller Bernd] Knauber kritisiert, die neun Vorstände seien “stramm durchgewählt” worden: “Ich hab meine Bauchschmerzen dabei.” [...]

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