Unpolitik kann ich auch…

Wenn ich nicht das Zitat der Westerwelle-Rede bei “Alexander und der Gordische Knoten” gelesen hätte, wäre mir der Versuch der FTD, sich in die Politik einzumischen, gar nicht aufgefallen.

Die FTD sagt über Westerwelle:

Doch der FDP-Chef wirkt zu überdreht, um zu überzeugen. Anfangs ist er beleidigt, weil viele Sozialdemokraten den Saal verlassen haben. Nur noch 30 bis 40 seien da, mäkelt er, immerhin aber die “wichtigsten und schönsten”. Dafür gibt es einen Lacher, mehr nicht.

Bei “Alexander und der Gordische Knoten” lesen wir mehr:

Folgendes will ich festhalten: An dieser Debatte nehmen jetzt noch 30 bis 40 Abgeordnete der SPD-Fraktion teil, natürlich die Wichtigsten und die Schönsten; das ist keine Frage. Um ungefähr so viele Abgeordnete, wie jetzt noch von Ihnen anwesend sind, wäre Ihre Fraktion im Deutschen Bundestag kleiner, hätten Sie Ihren Wortbruch beim Thema Mehrwertsteuer vor der Wahl angekündigt.

Der Kern von Westerwelles Rhetorik wurde also einfach ausgeblendet. Kein Wunder, dass die Pointe, so wie von der FTD beabsichtigt, gequält herüberkommt. Liebe FTD, das ist nicht Journalismus, das ist devote Stimmungsmache im Auftrag der Macht.

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6 Kommentare zu “Unpolitik kann ich auch…”

  1. 30.03.2006 | 13:44

    Ich glaube schon, dass Westerwelle sich die “Behandlung”, die du natürlich ganz im Sinne der Liberalen verständlicherweise attackierst, selbst zuzuschreiben hat. Nicht unbedingt aufgrund seiner jetzt gehaltenen Rede, sondern deshalb, weil er für viele immer noch für einen unernsthaften Politikstil repräsentiert. Das mag zwar sehr oberflächlich sein, es entspricht aber den Erfahrungen, die selbstverständlich nicht nur er macht.

  2. Boche
    30.03.2006 | 14:02

    Auch eine Erklärung für schlechten Journalismus: Das Objekt des Berichts ist unsympathisch.

  3. 30.03.2006 | 14:08

    Von unsympathisch hatte ich nicht gesprochen! Im Gegenteil: Mir persönlich ist Westerwelle keinesfalls unsympathisch. Ich habe nur begründet, woher die öffentliche Voreingenommenheit kommen könnte.

  4. Boche
    30.03.2006 | 14:13

    Ich habe nur begründet, woher die öffentliche Voreingenommenheit kommen könnte.

    Und ich wollte mich nur darüber wundern, dass man Voreingenommenheit als Argument für schlechte journalistische Arbeit gelten lassen könnte.

  5. 30.03.2006 | 14:17

    Ich schätze mal, apollon wollte nur erklären und nicht unterstützen.

  6. 30.03.2006 | 14:44

    Danke Rayson!

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