29. März 2006
Unpolitik kann ich auch…
Wenn ich nicht das Zitat der Westerwelle-Rede bei “Alexander und der Gordische Knoten” gelesen hätte, wäre mir der Versuch der FTD, sich in die Politik einzumischen, gar nicht aufgefallen.
Die FTD sagt über Westerwelle:
Doch der FDP-Chef wirkt zu überdreht, um zu überzeugen. Anfangs ist er beleidigt, weil viele Sozialdemokraten den Saal verlassen haben. Nur noch 30 bis 40 seien da, mäkelt er, immerhin aber die “wichtigsten und schönsten”. Dafür gibt es einen Lacher, mehr nicht.
Bei “Alexander und der Gordische Knoten” lesen wir mehr:
Folgendes will ich festhalten: An dieser Debatte nehmen jetzt noch 30 bis 40 Abgeordnete der SPD-Fraktion teil, natürlich die Wichtigsten und die Schönsten; das ist keine Frage. Um ungefähr so viele Abgeordnete, wie jetzt noch von Ihnen anwesend sind, wäre Ihre Fraktion im Deutschen Bundestag kleiner, hätten Sie Ihren Wortbruch beim Thema Mehrwertsteuer vor der Wahl angekündigt.
Der Kern von Westerwelles Rhetorik wurde also einfach ausgeblendet. Kein Wunder, dass die Pointe, so wie von der FTD beabsichtigt, gequält herüberkommt. Liebe FTD, das ist nicht Journalismus, das ist devote Stimmungsmache im Auftrag der Macht.
Verfasst von Rayson um 21:17 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)