30. April 2006
Trauer
Der Tod von Paul Spiegel dominiert in Deutschland die Nachrichten, aber für mich persönlich ist der Tod eines anderen Menschen die Nachricht des Tages: John Kenneth Galbraith ist im hohen Alter von 97 Jahren gestorben.
Sein Buch “Wirtschaft für Staat und Gesellschaft” war das erste Buch eines Ökonomen, das ich gelesen habe, und es hat gereicht, mich für mein weiteres Leben neugierig zu machen auf Wirtschaftsfragen. Wenn auch die damals geäußerten und zuletzt wiederholten Thesen mittlerweile z.T. an Relevanz verloren haben und seine Kritikfähigkeit ausgerechnet beim Glauben an die wohlstandsmehrende Wirkung staatlichen Handelns halt macht (z.T. durch seine höchst interessante Biographie erklärbar), kann man in seinen Büchern noch so manchen interessanten Gedanken finden. Dass Galbraith ausgerechnet wegen seines nicht so völlig auf Mathematik basierenden Ansatzes von seinen Kollegen z.T. nicht akzeptiert wurde, spricht m.E. mehr gegen diese Kollegen als gegen ihn. Jedenfalls kann man seine Werke lesen, ohne dabei bald unweigerlich von einer bleiernden Müdigkeit befallen zu werden.
Ein Verlust, dass diese originelle und unabhängige Stimme sich nicht mehr zu Wort melden kann.
Verfasst von Rayson um 17:56 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)
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