Trauer

Der Tod von Paul Spiegel dominiert in Deutschland die Nachrichten, aber für mich persönlich ist der Tod eines anderen Menschen die Nachricht des Tages: John Kenneth Galbraith ist im hohen Alter von 97 Jahren gestorben.

Sein Buch “Wirtschaft für Staat und Gesellschaft” war das erste Buch eines Ökonomen, das ich gelesen habe, und es hat gereicht, mich für mein weiteres Leben neugierig zu machen auf Wirtschaftsfragen. Wenn auch die damals geäußerten und zuletzt wiederholten Thesen mittlerweile z.T. an Relevanz verloren haben und seine Kritikfähigkeit ausgerechnet beim Glauben an die wohlstandsmehrende Wirkung staatlichen Handelns halt macht (z.T. durch seine höchst interessante Biographie erklärbar), kann man in seinen Büchern noch so manchen interessanten Gedanken finden. Dass Galbraith ausgerechnet wegen seines nicht so völlig auf Mathematik basierenden Ansatzes von seinen Kollegen z.T. nicht akzeptiert wurde, spricht m.E. mehr gegen diese Kollegen als gegen ihn. Jedenfalls kann man seine Werke lesen, ohne dabei bald unweigerlich von einer bleiernden Müdigkeit befallen zu werden.

Ein Verlust, dass diese originelle und unabhängige Stimme sich nicht mehr zu Wort melden kann.

Helft Darfur!

Wie sicher schon die meisten Leserinnen und Leser dieses Blogs (hat dieses Blog überhaupt Leserinnen?) mitbekommen haben, findet morgen, am 30. April, in den USA die landesweite Aktion “Save Darfur: Rally to stop Genocide” statt, mit der die Allianz “Million Voices for Darfur” auf den Völkermord im westlichen Sudan aufmerksam machen will, u.a. mit Demonstrationen in Washington D.C. und San Francisco.

Aus diesem Anlaß rufen Die liberale Stimme, Atlantic Review und das Extrablog zu einer Online Demo: “Helft Darfur!” auf. Karsten schreibt dazu:

Wir wollen die deutsche Regierung und die Europäische Union auffordern, sich ebenfalls in der UNO und bei Gesprächen mit der sudanesischen Regierung entschieden für eine multinationale Friedenstruppe im Darfur einzusetzen. Wir glauben, dass dem Morden in der Region ein Ende gemacht werden muss, und denken, dass die sudanesische Regierung sich unfähig gezeigt hat, dies zu erreichen. Vielleicht ist es das Beste, wenn die Friedenstruppe von der Afrikanischen Union getragen und global unterstützt wird, vielleicht ist eine völlig internationale Friedenstruppe die sinnvollste Lösung - das muss innerhalb der Weltgemeinschaft noch geklärt werden. Klar ist aber, dass die internationale Gemeinschaft dem Genozid nicht länger zusehen sollte.

Ich finde diese Aktion unterstützenswert, wie ich überhaupt der Meinung bin, dass in der deutschen Öffentlichkeit das Interesse an deutscher und EU-Außenpolitik unterentwickelt ist und diese Themen dringend breiter diskutiert werden müßten. Ich bin gespannt, ob diese Aktion irgendein Medienecho in Deutschland hervorrufen wird. Diesbezüglich ist Skepsis angesagt, weil die Prioritäten doch meist woanders liegen und sich an dieser Aktion m.W. bis jetzt keiner der Blogger beteiligt, die sonst immer “die” deutsche Blogosphäre nach außen repräsentieren (dürfen).

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Eigenmarketing

Zwei frische CD-Tipps für Jazzfreunde gibt es bei Unfrisiertes.

Grünfried 1, erster Teil

Nun ist die nächste Grünfried-Ausgabe in meinem Postfach gelandet, da muss ich wohl langsam zur Feder greifen und meine Ankündigung wahr machen.

Das Greenpeace-Magazin 2.06 kommt in der Warnfarbe Gelb daher. Abgebildet sind Kühltürme (der Umweltfreund assoziiert natürlich sofort richtig: AKW) und in diesen Kühltürmen die Wolken einer Atombombenexplosion. (mehr…)

Und noch ein Verbündeter

Der französische Präsident möchte aus “menschlichen und politischen” Gründen weiter Geld an die faschistisch regierten Palästinenser überweisen.

Abgesehen davon, dass er mit französischen Steuergeldern von mir aus machen kann, was er möchte - die “politischen Gründe” würden mich ja mal interessieren, die aus seiner Sicht dafür sprechen, Geld für diejenigen auszugeben, die Juden vernichten (und vorher noch genüsslich “erniedrigen und entehren“) wollen.

Aber halt - es geht natürlich nur um humanitäre Ziele, nicht wahr? (mehr…)

e.on verteilt um

Nach einer Meldung des Coburger Tageblatts bietet e.on ab sofort einen 40% billigeren Sozialtarif an. Die Zeitung schreibt:
Die Subventionierung werde das Unternehmen mehrere Millionen Euro pro Jahr kosten.

Die Subventionierung wird das Unternehmen keinen Cent kosten. Denn diese Kosten werden einfach auf alle (Privat)-Kunden umgelegt, die ihren Strom ganz normal bezahlen.

Verbündete

Erst zeigte das Land, aus dem Deutschlands Möbel kommen, in der Karikaturen-Affäre die peinlichste Form von Unterwürfigkeit gegenüber gewalttätigen Islamisten und nun gibt es neue Nachrichten, die in eine ähnliche Richtung weisen:
Schweden hat seine Militärverbände von einem NATO-Manöver zurückgezogen, weil … na erraten wir es? … weil auch israelische Verbände teilnehmen.
Und: Zwei Hamas-Vertreter scheinen in Europa bald willkommen zu sein - dank schwedischer Visa.

Es sieht so aus, als hätten diejenigen, die Israel von der Landkarte tilgen wollen, gute Verbündete in Europa.

Viermal lächeln über die Schweiz

Ein Weblog im Wortsinn soll ja eigentlich so eine Art Protokoll der persönlichen Wege durchs Internet sein. Hier also mein “Weblog” für heute abend:

Zurückgekehrt von einer Sitzung der Arbeitsgruppe Wirtschaft der Düsseldorfer SPD (ja, die gibt es tatsächlich!), in der ich erfahren habe, dass die Düsseldorfer Kaufkraftkennziffer im Jahr 2003 126,6 betrug, wollte ich meine Kenntnisse über Kennziffern im allgemeinen und über die Kaufkraftkennziffer im besonderen auffrischen bzw. vertiefen. Als Ausgangspunkt wähle ich in solchen Fällen meistens die Wikipedia  (ja, weiß ich auch, dass das eigentlich unverantwortlich ist, aber es ist ja nur mein Startpunkt).

Auf der Hauptseite der deutschsprachigen Wikipedia stieß ich dann auf die Meldung:

In der Schweiz tritt Joseph Deiss nach sieben Jahren aus dem Bundesrat zurück.

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Nachtrag zu Potsdam

Von hundert Texten, die Patrick Bahners so verzapft, beende ich 99 kopfkratzend und/oder -schüttelnd. Aber es ist immer mal wieder einer darunter, der die Gedanken, die ich zwar der Tendenz nach durchaus, insgesamt aber nur unzureichend, in Worte fassen konnte, mit überraschenden Assoziationen aus einer ganz anderen Ecke darstellen kann.

Wirtschaft und Mensch

Beim Googeln bin ich auf einen Aufsatz (PDF) von Joachim Starbatty gestoßen, der für einige Leser dieses Blogs interessant sein könnte: “Das Menschenbild in den Wirtschaftswissenschaften“.

Instrumentalisierung

Wer mir mangelndes Problembewusstsein im Fall von Ermya M. vorwerfen möchte, kann das gerne tun. Aber es ändert nichts daran, dass sein Schicksal jetzt mit billiger politischer Münze gehandelt wird. Nichts anderes war zu erwarten. An vorderster Front natürlich meine Lieblingsmanipulateure von SPON. (mehr…)

Christlich geprägt

Es gibt da ja diese Umfrage “Perspektive Deutschland”, die sich schneeballartig auszubreiten pflegt. Ich mache da immer mit, weil mir eine gute Bekannte mal den Link zugemailt hat und schon die Art der Fragestellung Rückschlüsse auf so manches zulässt.

Interessant ist, was man aus Umfrageergebnissen so alles herauslesen kann. Insbesondere, wenn man es mit scheinbar widersprüchlichen Ergebnissen zu tun hat. Fangen wir mit SPON an. Die meinen gleich prominent in der Überschrift: “Steuererhöhung - Mehrheit wünscht starken Sozialstaat”. (mehr…)

Schwarz-weiße Stereotype und grüne Amerikaner

Statler weist auf einen Eintrag bei Euroneuzeit hin, der mich der Notwendigkeit enthebt, dieses Blatt, dem hier eine eigene Kategorie gewidmet ist, doch wieder zitieren zu müssen.

Es geht mal wieder darum, dass bekanntlich nur die Amis die Umwelt versauen, während wir Europäer vor allem deshalb so vorbildlich in Sachen Umweltschutz sind, weil es bei uns so viele Grüne und Sozialdemokraten gibt. Und einer der USA-Korrespondenten des SPIEGEL hat jetzt einen neuen Trend ausgemacht, demzufolge die Amis jetzt auch ergrünen. (mehr…)

Die Welt zu Gast bei Freundinnen

Die ganze Welt? Nein, einige dürfen wohl nicht.

Zunächst wollte ich das nicht bebloggen, weil ich mir dachte, im Rotlichtmilieu kommen noch ganz andere Sachen vor, und außerdem schimpfen dann irgendwelche selbsternannte Liberale wieder mit mir, wo ich doch so empfindlich bin und so furchtbar gerne liberal sein möchte…

So weit zu den guten Vorsätzen, denn jetzt muss ich doch. (mehr…)

Zwischenstand zur Debatte um den Angriff von Potsdam

Mit einem Wort: ätzend.

Es nervt mich, wenn einige Linke auf Basis dieses Vorfalls ihr politisches Süppchen kochen wollen. Und es kotzt mich an, in Kommentaren meiner Lieblingsblogs lesen zu müssen, wie einige - ja, was? Pro-Westliche? Rechte? Liberale gar? - nur allzu gerne lieber einem tatsächlichen oder imaginierten Feind eins auswischen wollen und darüber andere Bedrohungen der Freiheit hier lebender Menschen ausblenden. Im besten Fall.

Mein ausdrücklicher Dank geht, trotz teilweise sachlicher Differenzen im Detail des konkreten Falls, an Ingo von den “Freunden der offenen Gesellschaft”, Joachim vom Antibürokratieteam und natürlich Statler bei Statler & Waldorf für den gemeinsamen Klartext.

Dank auch an MomoRules für die rücksichtsvolle Moralkeule, verbunden mit der Schärfung meines Blicks.

Stille Reserven

Und wieder gibt uns SPON Einblick in die verworrenen Gedankengänge von Menschen, die Politik machen wollen, sich aber mit Wirtschaftsfragen beschäftigen müssen. Heute geht es um Steuern.

Die SPON-Redakteure stellen fest, dass in Deutschland zunächst mal nicht zu viel oder zu wenig Steuern erhoben werden, sondern dass es auf falsche Weise geschieht. Sie halten den Sozis, die gerne auf den niedrigen Anteil der Steuern am BIP verweisen, zu Recht entgegen, dass dies durchaus an zu hohen Steuersätzen liegen kann, und sie verweisen, ebenfalls zu Recht, auf die Belastung durch Sozialbgaben. So weit, so gut, so bekannt. (mehr…)

Offline

Das hat unser Provider nun davon. Er ist unter der Gedankenschwere der Beiträge und Kommentare zusammengebrochen, was uns heute nachmittag eine “unscheduled downtime” beschert hat.

Was bleibt, ist erstmal Schadenfreude: Während ich gleich den Matratzenhorchdienst antrete, müssen sich Andere mit störrischen DV-Systemen abquälen. Nach meinem jüngsten “dist-upgrade”-Debakel genieße ich das ganz besonders, obwohl die armen Admins beim Provider dafür nun wirklich nichts konnten…

Wie man zu Lohnerhöhungen kommt

Gewerkschaften? Streiks? Angebot und Nachfrage.

Realitätsverweigerung, die ankommt

Nun werden die Dinge doch etwas klarer: Die SPD versteift sich auf Realitätsverweigerung und huldigt dem Wohlstand fressenden Staat.

Realitätsverweigerung: (mehr…)

Carpe diem

Die beiden auf Bundesebene koalierenden Parteien erweisen sich mehr und mehr als Sanierungsfälle, die so sehr ihren althergebrachten Ritualen verhaftet sind, dass jeder Gedanke, ihnen könnte etwas zur Sicherung der Zukunft dieses Landes und seiner Bewohner einfallen, wohl für lange Zeit absurd erscheinen muss.

Da basteln beide jeweils an angeblich neuen Grundsatzprogrammen, und was kommt heraus? Derselbe alte Müll wie schon vor 40 Jahren. Die CDU weiß nur, dass sie den Kanzler stellen will und sich dazu irgendwie von der SPD unterscheiden muss, aber bitte nicht zu sehr, weil das sonst die Wähler verschrecken könnte. Der SPD kommt die ebenso geniale wie misserfolgserprobte Idee, Unternehmen und “Besserverdienende” mit Steuern zu überziehen, um endlich Ochs und Esel aus dem Weg zu schaffen, die ein bekannter Saarländer (nicht der, sondern sein ehemaliger Quasi-Parteifreund) mal als potenzielle Hindernisse ausgemacht hatte.

Wenn angebliche Grundsatzprogramme sich derart als primitive Wahltaktik entpuppen, muss sich keiner wundern, dass aus solch deformierten Denkstrukturen keine Konzepte kommen können, die für länger als zwei Jahre taugen. Aber die wollen wir ja auch nicht.

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