3. April 2006
Die Front bröckelt
Neulich hatte einer unserer Kunden, ein iranisches Unternehmen, einen Transportauftrag zu vergeben. Ich wollte helfen und gab den Kontakt an unseren Lieferanten UPS weiter - wo prompt die Antwort kam, dass UPS als amerikanisches Unternehmen keine Aufträge iranischer Firmen annehme. “Konsequent sind sie ja.” dachte ich.
Offensichtlich wird es auch jetzt wieder darauf hinauslaufen, dass die einzigen, die sich gegenüber Faschisten konsequent verhalten, USA und Israel heißen werden.
Wie Haaretz meldet, brüstet sich die Hamas-Kanaille damit, in Gaza schon mit französischen und indischen Offiziellen verhandelt zu haben. Erstere haben dies über ihren israelischen Botschafter zwar dementieren lassen. Aber wie glaubwürdig ist dieses Dementi? Die Russen finden ja schon länger nichts dabei, mit diesen antsemitischen Extremisten Gespräche zu führen. (Aber gut, Russland zählt auch nicht zu den freiheitlich-demokratischen Staaten, von denen man Prinzipienfestigkeit einfordern würde.)
Die Frage ist natürlich, ob und unter welchen Voraussetzungen mit Faschisten gesprochen werden muss. Nur hat die EU diese Voraussetzungen klar definiert: Anerkennung Israels, Abschwören der Gewalt, Anerkennen der bisherigen Verhandlungsergebnisse.
Alle drei Voraussetzungen sind definitiv nicht erfüllt, ja deren Erfüllung ist nach allem, was man aus den Worten der neuen palästinensischen Regierenden schließen kann, nicht einmal abzusehen.
Es wäre eine erbärmliche Leistung der Europäer und ihrer Diplomatie, wenn sie mal wieder einknickt und die Konsequenz denen überlässt, die sie sonst so moralisch selbstgerecht des Handelns anklagt.
Verfasst von Boche um 14:05 Uhr in der Kategorie International, Politik (Trackback)