Die Front bröckelt

Neulich hatte einer unserer Kunden, ein iranisches Unternehmen, einen Transportauftrag zu vergeben. Ich wollte helfen und gab den Kontakt an unseren Lieferanten UPS weiter - wo prompt die Antwort kam, dass UPS als amerikanisches Unternehmen keine Aufträge iranischer Firmen annehme. “Konsequent sind sie ja.” dachte ich.

Offensichtlich wird es auch jetzt wieder darauf hinauslaufen, dass die einzigen, die sich gegenüber Faschisten konsequent verhalten, USA und Israel heißen werden.
Wie Haaretz meldet, brüstet sich die Hamas-Kanaille damit, in Gaza schon mit französischen und indischen Offiziellen verhandelt zu haben. Erstere haben dies über ihren israelischen Botschafter zwar dementieren lassen. Aber wie glaubwürdig ist dieses Dementi? Die Russen finden ja schon länger nichts dabei, mit diesen antsemitischen Extremisten Gespräche zu führen. (Aber gut, Russland zählt auch nicht zu den freiheitlich-demokratischen Staaten, von denen man Prinzipienfestigkeit einfordern würde.)

Die Frage ist natürlich, ob und unter welchen Voraussetzungen mit Faschisten gesprochen werden muss. Nur hat die EU diese Voraussetzungen klar definiert: Anerkennung Israels, Abschwören der Gewalt, Anerkennen der bisherigen Verhandlungsergebnisse.
Alle drei Voraussetzungen sind definitiv nicht erfüllt, ja deren Erfüllung ist nach allem, was man aus den Worten der neuen palästinensischen Regierenden schließen kann, nicht einmal abzusehen.

Es wäre eine erbärmliche Leistung der Europäer und ihrer Diplomatie, wenn sie mal wieder einknickt und die Konsequenz denen überlässt, die sie sonst so moralisch selbstgerecht des Handelns anklagt.

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4 Kommentare zu “Die Front bröckelt”

  1. 3.04.2006 | 18:01

    Ja, ganz tolle Konsequenz einer “amerikanischen” Firma. Also, komplett ohne zu wissen, wie diese “iranische” Firma zum iranischen Regime steht, lehnt man einen Auftrag ab.

    Die in Wahrheit Beteiligten: Das waren die Beschäftigen, denen vermutlich mit anwandten Formen politischer Borniertheit nicht sonderlich geholfen wird.

    Bah! Das ist ja genauso eklig, wie die verlogenen pseudolinken Demonstrationen vor MC Donalds-Filialen.

    Danke, Boche, für den Einblick in tatsächliche Verhältnisse! Ich hätte es nicht für möglich gehalten.

  2. 3.04.2006 | 19:45

    Du würdest also eine Gesinnungsprüfung vorschlagen, die bei Bestehen zur Freigabe für den amerikanischen Markt führt?
    Abgesehen davon, dass es sich um ein Staatsunternehmen handelt - die Beschäftigten haben unter der Absage nicht allzu sehr gelitten.

  3. 3.04.2006 | 21:27

    Wenn es um den amerikanischen Markt geht, sehe ich es etwas anders: Das sollen die Amerikaner mit sich ausmachen. Wer das (in Iran übrigens dämlich-freudig erwiderte) Kriegsrasseln gegen den Iran betreibt, von dem erwartet man nicht, dass er die Produkte seines ach-so-gefährlichen Feindes kauft oder ihm Dienste anbietet.

    Wobei: Was haben eigentlich amerikanische Firmen mit der bescheuerten Außenpolitik ihrer Regierungen zu tun?

    Und in diesem Fall, vielleicht interpretiere ich es falsch, ging es doch um ein Geschäft in Deutschland, oder?

    Es ist guter Kaufmannsbrauch von alters her, in fremden Ländern zumal, das kettenrasselnde Geschwafel der Regierungen nicht übermäßig ernst zu nehmen, jedenfalls, solang man noch gute Geschäfte machen kann.

    Darum geht es.

  4. 3.04.2006 | 21:35

    Wer das (in Iran übrigens dämlich-freudig erwiderte) Kriegsrasseln gegen den Iran betreibt …

    Oh, ich hatte gedacht, die Hetzreden über Auslöschungsfantasien wären auf iranischem Boden gehalten worden. Und die Amerikaner hätten eine Verhandlungslösung als erstrebenswert erklärt.
    Muss wohl andersrum gewesen sein. Gut, dass es Linksli… (äh, wie nanntest du das, für das du dich hältst, gleich nochmal?) gibt, die aufzuklären bereit sind.

    Wobei: Was haben eigentlich amerikanische Firmen mit der bescheuerten Außenpolitik ihrer Regierungen zu tun?

    Frag sie doch mal. Nicht mich.

    Und in diesem Fall, vielleicht interpretiere ich es falsch, ging es doch um ein Geschäft in Deutschland, oder?

    Ja, ging es.

    Es ist guter Kaufmannsbrauch von alters her, in fremden Ländern zumal, das kettenrasselnde Geschwafel der Regierungen nicht übermäßig ernst zu nehmen, jedenfalls, solang man noch gute Geschäfte machen kann.

    Stimmt auch wieder. Ich fand das auch immer blöd, dass diese Gutmenschen früher die Apartheid boykottieren wollten und heute von Blutdiamanten schwafeln. Alles Quatsch!

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