Der Bundesarbeitsminister warnt

Surfen schadet ihrem Arbeitsplatz!

Karmann (die mit dem berühmten Ghia) reagiert auf die offenbar massive Missachtung einer betrieblichen Richtlinie, die das Surfen am Arbeitsplatz verbietet. Der Betriebsrat rechnet mit ca. 30 Kündigungen. Ich bin gespannt, was der Lawblogger dazu sagt. Wenn er was dazu sagt…

So ganz ist allerdings auch die Meinung des Betriebsratsvorsitzenden nicht von der Hand zu weisen:

Er erinnerte auch an die Verantwortung der Vorgesetzten: Wenn ein Mitarbeiter mehrere Stunden am Tag im Internet unterwegs sei, könne er nicht seine volle Arbeitskraft dem Unternehmen widmen. “Das muss ein Vorgesetzter doch gemerkt haben”, so Klausing.

Vielleicht kein Wunder, dass sich das Unternehmen “in einer schwierigen Phase” befindet.

Ähnliche Beiträge


4 Kommentare zu “Der Bundesarbeitsminister warnt”

  1. 7.04.2006 | 11:53

    Ich habe noch keine Firmen kennen gelernt, wo man das “Surf-Problem” nicht irgendwie lösen konnte, z.B., indem man das private Surfen auf die Pausen oder die Zeit nach der Arbeit oder z.B. auf “maximal 15 Minuten pro Tag” beschränkt.

    Man findet eigentlich immer eine Lösung, mit der alle Seiten gut leben könne. Ich finde es absurd, wenn es in einer Firma so weit geht, dass man Mitarbeitern kündigen “muss”.

    Irgendetwas stimmt da nicht im Hause Karmann.

  2. 8.04.2006 | 19:04

    @Dr. Dean: Firmen können den Zugriff der Mitarbeiter auf Internetdienste grundsätzlich regeln. Im Zeitungsbericht heißt es:

    Eine betriebliche Richtlinie vom Dezember 2000 schreibt vor, dass das Internet “ausschließlich für betriebliche Zwecke des Unternehmens einzusetzen” ist. Zum Schutz von Geschäftsinformationen und vor Viren dürfen Internetprozesse stichprobenartig kontrolliert und Internetzugriffe protokolliert werden.

    Wenn es eine solche Vorschrift gibt (und wenn aktenkundig belehrt wurde), dann ist grundsätzlich jede Nutzung des WWW dienstlich und kann durch den Betrieb auch (via Proxyserver) kontrolliert werden.

  3. 9.04.2006 | 0:19

    Eben. Und wenn es kontrollierbar ist, dann sollte es auch im betrieblichen Alltag so zu steuern bzw. zu managen sein, dass keine Entlassungen resultieren.

    Im Übrigen verstehe ich dein Argument, Stefanolix, an einer Stelle nicht. Wenn ich schreibe, dass man einen gesunden Pragmatismus wählen sollte, und du dann antwortest, dass die strikteste Regelung rechtlich zulässig ist, dann wirkt das auf mich so, als ob du dir tatsächlich wünscht oder es für sinnvoll hältst, wenn ein Arbeitgeber die strikteste Regelung vornimmt und Entlassungen vornimmmt.

    Habe ich dich richtig verstanden? Der Ruf nach striktester Behandlung derartiger Probeleme in Betrieben ist in meinen Augen eine ziemlich illiberale Position.

    Aber nicht deine, oder?

  4. 9.04.2006 | 7:12

    Ich stufe das Problem eigentlich als sekundär ein — es gibt in einem Betrieb meist wesentlich wichtigere Dinge als die Frage der Erlaubnis zum freien Surfen im WWW ;-)

    Die private WWW-Nutzung kann unterschiedlich geregelt werden. Wenn sie untersagt wird, dann gilt eben ein Verbot. Ob das eine Ermahnung, Abmahnung oder Entlassung nach sich zieht, hängt von den konkreten Umständen ab, die wir beide nicht kennen. Dazu kann man nun eine emotionale und eine sachliche Meinung haben. Meine sachliche Meinung habe ich oben gesagt. Auf der anderen Seite muss ich zwischen dem Mitleid gegenüber den Arbeitnehmern und dem Verständnis für die Situation der Firma abwägen.

    Wie könnte man es besser machen?

    Ich kenne auch Betriebe und Organisationen mit sehr freizügig gehandhabter privater Nutzung des http://WWW. Ich kenne Betriebe mit Proxylösungen wie “Webwasher”, die den Versuch unternehmen, die Nutzung bestimmter Bereiche des WWW einzuschränken und den Rest freizugeben. Alle diese Lösungen haben ihre Vor- und Nachteile. Wenn die Firma in einer kritischen Situation ist, kann sie eventuell gezwungen sein, auf diesem Gebiet zu sparen …

    Heute kann (und sollte!) man “privat” und “dienstlich” sehr gut trennen. Datenspuren entstehen nicht nur auf dem Proxyserver, sondern auch auf jedem Webserver. Sie lassen sich sehr gut zurückverfolgen (anonymisierende Proxies funktionieren nicht an allen Orten und für alle Zwecke).

Bad Behavior has blocked 784 access attempts in the last 7 days.