Milton Friedmans Botschaft an jüngere Generationen

Ein paar Kerngedanken möchte ich an jüngere Generationen weitergeben: Man sollte sich immer genau ansehen, was im wirklichen Leben funktioniert und was nicht. Man sollte Ideen als solche respektieren - ohne Ansehen der Person, die sie vertritt. Man sollte keine Hierarchien konstruieren. Die Freiheit des Einzelnen ist am wichtigsten. Eingriffe und Versuche, das Verhalten anderer zu kontrollieren, sind fast immer ungerecht.

Milton Friedman in: Stefan Heuer: Der Kapitalist, NZZ Folio 4/06

Dass man sich immer genau ansehen soll, was im wirklichen Leben funktioniert und was nicht, nennt sich Pragmatismus, oder? Sollte man in der Politik auch machen. Aber da hapert es ja oft genug schon an der Ziel-Definition.

Der Satz mit der Konstruktion von Hierarchien gefällt mir. Und bei den letzten beiden Sätzen fängt die Diskussion ja erst an. Das NZZ-Folio-Gespräch jedoch endete da. Wahrscheinlich waren beide etwas erschöpft.

Insbesondere mit der “Freiheit des Einzelnen” ist das so eine Sache, wie man neulich wieder schön bei MomoRules verfolgen konnte.

Damit ist meine Milton-Friedman-Serie beendet. Für die hier mitlesenden Liberalen ist das natürlich alles kalter Kaffee, und für mich ist es auch nicht so neu, wie man vielleicht angesichts meines Parteibuches vermuten könnte. Aber ich bin einfach meinem Blog-Impuls gefolgt. In dem Gespräch geht es übrigens außerdem noch um Chicago, Hayek, Bildungsgutscheine, Religion, China, Hongkong und, und, und.

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5 Kommentare zu “Milton Friedmans Botschaft an jüngere Generationen”

  1. 6.04.2006 | 7:43

    Das ist jetzt aber vieldeutig mit der der Freiheit des Einzelnen, die ja so eine Sache sei (ist ja gar keine Sache, übrigens) …

  2. Marian Wirth
    6.04.2006 | 8:43

    MomoRules,

    so, wie der Satz von Friedman da steht, ist dieser selbst auch vieldeutig. Da er das sicher in tausenden von Seiten erläutert hat, warte ich auf einen weiterführenden Link oder ein weiterführendes Zitat von jemandem, der sich mit Friedman auskennt.

    Außerdem gibt es hier noch mindestens einen weiteren Experten für Grundsatzfragen. Ich wollte ihm nicht vorgreifen ;-).

  3. 6.04.2006 | 9:13

    Das Problem der Willensfreiheit, Teil 1…

    Ach, den Gedanken übernehme ich jetzt einfach mal und starte hier in loser Folge eine Eintragsreihe zum Thema “Freiheit”. Kann’s ja nicht hinnehmen, daß es Positionen gibt, die das Denken hierüber Leuten wie Milton Friedmann überlassen wollen un…

  4. 6.04.2006 | 9:23

    Habe ja schon reagiert … indirekt …

  5. 6.04.2006 | 14:19

    “Dass man sich immer genau ansehen soll, was im wirklichen Leben funktioniert und was nicht, nennt sich Pragmatismus, oder?”

    Das auch. Es ist zudem ein Stück Geist der Aufklärung, welche sorgfältige Beobachtung zum Prinzip gemacht hat.

    Somit ergibt sich auch, dass Dogmatismus, gleich von welcher Seite, problematisch ist, und stets an der Realität gemessen werden muss. Das ist nicht immer einfach, besonders in dem Bereich von Ideen und Werthaltungen, mit dem man sympathisiert.

    Einfacher als diese ständige Überprüfung an der Realität ist die Haltung des Parteigängers, für den “das, was funktioniert” schon vorher feststeht. Oder, was gerade für Kopfmenschen noch befriedigender ist, er orientiert und verengt sein Wahrnehmen der Welt bevorzugt darauf, ob die vorfindbaren Beobachtungen sein Weltbild bestätigen.

    Pragmatismus ist hier schon mal eine ganz nützliche Vorsichtsmaßnahme. Die Bemühung um Objektivität noch mehr - und noch schwieriger.

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