24. April 2006
Carpe diem
Die beiden auf Bundesebene koalierenden Parteien erweisen sich mehr und mehr als Sanierungsfälle, die so sehr ihren althergebrachten Ritualen verhaftet sind, dass jeder Gedanke, ihnen könnte etwas zur Sicherung der Zukunft dieses Landes und seiner Bewohner einfallen, wohl für lange Zeit absurd erscheinen muss.
Da basteln beide jeweils an angeblich neuen Grundsatzprogrammen, und was kommt heraus? Derselbe alte Müll wie schon vor 40 Jahren. Die CDU weiß nur, dass sie den Kanzler stellen will und sich dazu irgendwie von der SPD unterscheiden muss, aber bitte nicht zu sehr, weil das sonst die Wähler verschrecken könnte. Der SPD kommt die ebenso geniale wie misserfolgserprobte Idee, Unternehmen und “Besserverdienende” mit Steuern zu überziehen, um endlich Ochs und Esel aus dem Weg zu schaffen, die ein bekannter Saarländer (nicht der, sondern sein ehemaliger Quasi-Parteifreund) mal als potenzielle Hindernisse ausgemacht hatte.
Wenn angebliche Grundsatzprogramme sich derart als primitive Wahltaktik entpuppen, muss sich keiner wundern, dass aus solch deformierten Denkstrukturen keine Konzepte kommen können, die für länger als zwei Jahre taugen. Aber die wollen wir ja auch nicht.
Verfasst von Rayson um 13:56 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)