e.on verteilt um

Nach einer Meldung des Coburger Tageblatts bietet e.on ab sofort einen 40% billigeren Sozialtarif an. Die Zeitung schreibt:
Die Subventionierung werde das Unternehmen mehrere Millionen Euro pro Jahr kosten.

Die Subventionierung wird das Unternehmen keinen Cent kosten. Denn diese Kosten werden einfach auf alle (Privat)-Kunden umgelegt, die ihren Strom ganz normal bezahlen.

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10 Kommentare zu “e.on verteilt um”

  1. 28.04.2006 | 13:41

    Denn diese Kosten werden einfach auf alle (Privat)-Kunden umgelegt, die ihren Strom ganz normal bezahlen.

    Du gehts also von einem Monopol mit vollkommen preisunelastischer Nachfrage aus? Dann muss der Vorstand sofort entlassen werden, weil er die Preiserhöhungsspielräume erst ausgeschöpft hat, nachdem er woanders für Einbußen gesorgt hat.

  2. 28.04.2006 | 13:51

    Ich finde es nur so verlogen, dass von Kosten für den Konzern geschrieben wird (vermutlich wurde das aus der Pressemitteilung übernommen), während doch in Wahrheit die Kunden dafür bezahlen werden.
    OK, es betrifft alle Privatkunden der Firma e.on — und natürlich könnten die ihren Stromanbieter wechseln. Aber ein wirklich freier Markt scheint ja seit der Liberalisierung des Strommarktes kaum in Gang zu kommen …

  3. Boche
    28.04.2006 | 14:06

    Den Stromanbieter zu wechseln ist doch kein Problem mehr, oder?

    Insofern sind es erst einmal tatsächlich Lasten, die e.on auf sich nimmt. Denn die höhren Preise bei den anderen Kunden könnten sie mit deren Verlust bezahlen.

  4. 28.04.2006 | 14:06

    Ich bezweifle ja gerade, dass tatsächlich die Kunden die “Kosten” tragen. Denn wenn sich der neue Preis jetzt durchsetzen lässt, hätte er sich auch früher durchsetzen lassen. Der Konzern hätte also in der Vergangenheit seinen Kunden einen gewinnschmälernden Nachlass gewährt, was er auch ohne zusätzliche Kosten an anderer Stelle jederzeit hätte beenden können und aus betriebswirtschaftlicher Sicht auch hätte beenden müssen. Der Nachlass an anderer Stelle hat damit nur marketingtechnisch etwas zu tun.

  5. 28.04.2006 | 14:10

    Kleine Ergänzung: Ich beziehe mich auf den hypothetischen Fall des Monopols mit so gut wie vollständig preisunelastischer Nachfrage. In allen anderen Fällen ist es sowieso klar, dass über Veränderungen entweder von Marktanteilen oder der Nachfrage insgesamt auch der Konzern nicht einfach den Nachlass der einen auf den Preis der anderen aufschlagen kann, wenn er Gewinne maximieren will.

    Übrigens dürften gerade die wohlhabenderen Kunden wesentlich wechselbereiter sein.

  6. Parker8
    28.04.2006 | 17:51

    Bei den Emissions-Zertifikaten hat die Stromindustrie durchaus ein Beispiel im Überwälzen gegeben.

    Allerdings hat das natürlich seine Grenzen. E.on wird schon auf einer gewissen Summe sitzenbleiben. Da mittlerweile “sozial” so Image-fördernd zu werden verspricht, wie bis vor kurzem “Bio”, ist das natürlich auch eine gute PR-Aktion. (Selbstverständlich nicht beim Publikumssegment der bissigen Liberalen.)

    Vielleicht hat E.on darüber hinaus auch die ernsthafte Absicht, sich für den Wettbewerb um die Kunden mit kleinem Geldbeutet in Stellung zu bringen.

  7. 28.04.2006 | 19:18

    Bei den Emissions-Zertifikaten hat die Stromindustrie durchaus ein Beispiel im Überwälzen gegeben.

    Wenn eine Monopol- (oder auch Kartell-) Situation besteht oder einfach die Kosten für den Gesamtmarkt steigen, ist das so weit ohne Abstriche am Prinzip der Gewinnmaximierung möglich, wie die Nachfrage preisunelastisch ist.

    Selbstverständlich nicht beim Publikumssegment der bissigen Liberalen.

    Richtig, denn das fällt auf reine Imagepflege nicht herein :-)

  8. 28.04.2006 | 21:34

    Das ist kein guter Zweck, der damit verfolgt wird, sondern klassische Preisdiskriminierung in einem quasi-Monopol. Genau das gleiche, was der Staat mit seinem Besteuerungsmonopol macht und was man in jeder Mikroökonomie-Grundvorlesung lernt.

  9. Parker8
    28.04.2006 | 23:50

    @Dirk
    Das dürfte eher unter Charity laufen. Deswegen ja auch die Verbindung mit dem Wohlfahrtsverband. 10.000 Kunden sollen das in Bayern sein. Macht bei 2,2 Mio. insgesamt 0,45 Prozent.

  10. 29.04.2006 | 23:16

    @Parker8

    Sicher - ersteinmal. Ist eine solche Aktion im öffentlichen Raum aber ersteinmal mit positivem Klang unterlegt, wird man die Möglichkeit einer Preisdiskriminierung nutzen.

    Interessanter (oh stolz lass nach (-:) finde ich jetzt meinen Gedanken, dass auch der Staat als Steuermonopolist genau so diskriminiert, wie die Monopoltheorie voraussagt. Sie sind doch Ökonom oder? Die klassische Ramsey-Theorie der optimalen Besteuerung sieht ja den Staat als Einnahmemaximierer. Werden da auch verbale Vergleiche zur Monopoltheorie gezogen?

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