Neue Kommentarvorschau

Liebe Kommentatoren,

auf Anregung von jo@chim  haben wir als Kommentarvorschau jetzt den “Live Comment Preview” installiert. Hoffentlich gehören damit die Probleme, die der eine oder die andere mit der alten Vorschaufunktion hatte, jetzt der Vergangenheit an.

Da die alte Kommentarvorschau auch für die Quicktags gesorgt hatte, musste zusätzlich noch “Comment Quicktags” eingebaut werden.

In unserer Testumgebung läuft es jedenfalls… Kleiner Hinweis noch: Wenn die Quicktags zur Formatierung eingesetzt werden, reagiert die Vorschau erst, nachdem nochmal “Return/Enter” gedrückt wird.

Drei Links für MomoRules

Im Verlauf einer der Diskussionen mit MomoRules habe ich auf die Schnelle drei Links ausgegraben, um seinem geäußerten Bedarf nach Quellen meiner Behauptungen nachzukommen, dass

  1. Kinderarbeit nichts mit Kapitalismus, sondern etwas mit Armut zu tun hat und generell auf dem Rückzug ist
  2. Armut weltweit zurückgeht

Zum Thema Kinderarbeit war dies die relativ aktuelle Meldung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die vom Rückgang der Kinderarbeit berichtet. Nun sollte man vielleicht wissen, dass diese Organisation sich aus Vertretern von Regierungen sowie Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden zusammensetzt und man dort schon daher mit einer gewissen Staatsnähe zu rechnen hat. Deshalb sind Äußerungen von Funktionären der ILO, wie sie MomoRules in seiner Kommentierung aus dem Link heraus zitiert, auch alles andere als überraschend. Aber man kann in den beiden von mir gelieferten Links zu dieser Meldung (einer von der Basler Zeitung, einer von n-tv) auch Anderes lesen (im Folgenden zitiert aus der Basler Zeitung):

Besonders prekär ist die Situation im südlichen Afrika, wo Kinderarbeit sogar gestiegen ist. Ein hohes Bevölkerungswachstum, HIV/Aids und Armut haben dort den Fortschritt verhindert.

Besondere Erfolge erzielte Brasilien. Von 1992 bis 2004 ging dort die Arbeit von Kindern um etwa zwei Drittel zurück. Gründe dafür sind nach Einschätzung von Günther ein hohes Bewusstsein in der Regierung. So seien beispielsweise soziale Transferprogramme für die Ärmsten an den Schulbesuch ihre Kinder geknüpft.

Grosse Herausforderungen liegen nach Einschätzung der Organisation auch im Landwirtschaftssektor, denn dort sind sieben von zehn arbeitenden Kindern beschäftigt. (Hervorhebung von mir)

Halten wir fest: Kinderarbeit ist ein Symptom von Armut und tritt insbesondere in den Ländern auf, an denen die Globalisierung weitgehend vorbeigelaufen ist. Um Kinderarbeit zu bekämpfen, muss man zuerst das Problem der Armut ihrer Eltern lösen (wie es Brasilien anscheinend ansatzweise vorgemacht hat). Das war meine These, und ich sehe keinen Widerspruch zur ILO-Meldung.

Wo MomoRules anhand eines anderen Zitats feststellt, dass Politik und starke Wirtschaft ergänzend gewirkt hätten, muss ich dann doch die Nachfrage stellen: Wer ergänzt da wen? Denn das war meine zweite These: Demokratische Institutionen können dafür sorgen, dass Wohlstand in grundlegende Infrastruktur investiert wird, aber dazu muss dieser Wohlstand erst geschaffen werden. Wie MomoRules anhand dieser These dazu kommt, über einen “Verzicht auf Politik” zu sinnieren, ist mir nicht ganz verständlich. Aber gegen eine ganz bestimmte Politik wende ich mich schon, nämlich die, unter Verweis auf “Sozialstandards” den armen Ländern ihre Wettbewerbsfähigkeit zu nehmen und somit die Entwicklungschancen zu verbauen. Die besten “Standards”, die die reichen Ländern den armen nahelegen können, sind die eines demokratischen Rechtsstaats (der ohne Handlungsfreiheit übrigens nicht denkbar ist).

Zur Entwicklung der weltweiten Armut gibt es einige Quellen, und ich fand damals schon die animierte Darstellung der Weltbank ganz instruktiv. MomoRules nimmt das nicht als Beleg meiner Behauptung, sondern moniert gleich, dass dort nicht klar werde, woher die Zunahme des Wohlstands komme. Außerdem sage das nichts zur Einkommensverteilung innerhalb der einzelnen Gruppen (OECD-Länder, Lateinamerika, Asien, Afrika) selbst. Beides ist richtig, und über beides kann man reden, aber MomoRules möge mir verzeihen, dass ich diesen nicht ungeschickten Versuch, die Bestätigung meiner zweiten These durch das Aufmachen neuer Fässer zu relativieren, nicht ganz widerspruchsfrei hinzunehmen bereit bin.

Reizwort-Bingo, neue Folge: Neo-Liberalismus

Nachdem mein letzter Versuch, ein Reizwort an den Pranger zu stellen, schon zu Heiterkeitsausbrüchen und Erinnerungen an die Weimarer Republik geführt hat, werfe ich heute mein Lieblingsreizwort in die Debatte: neoliberal. Womit ich dann gleich unter Beweis stelle, dass ich nicht nur von Kommunikationswissenschaft keine Ahnung habe, sondern auch von Wirtschaftswissenschaften.

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Sie wollen doch nur euer Bestes

Wer geglaubt hat, dass solch ein Unsinn wie die berühmt-berüchtigte “Fenstersteuer” in modernen Zeiten nicht mehr denkbar ist, hat die Gier von “Volksvertretern” aber ganz gewaltig unterschätzt.

(via FdoG)

OT: GNOME oder KDE?

Hilfestellungen für einen unsicheren Rayson bitte hier.

Nicht abgeschickter Brief an die Bundeskanzlerin

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

ich möchte Ihnen nur mitteilen, wie sehr ich mich freue, bei der letzten Wahl nicht CDU gewählt zu haben, denn sonst müsste ich jetzt die Gewissheit haben, von Ihnen fürchterlich hereingelegt worden zu sein. (mehr…)

Schlechter Tausch

Ich dachte lange Zeit voller Überzeugung, die Potsdamer Gewalttat gegen Ermyas M. sei rassistisch motiviert gewesen. Aber offensichtlich gab es - zumindest juristisch gesehen - zwischen dem Telefonmitschnitt mit den eindeutig rassistischen Äußerungen und der Tat selbst keinen unmittelbaren Zusammenhang, denn die Konfliktparteien schienen sich danach bereits getrennt zu haben, als Ermyas M. nach Aussage des Taxifahrer-Zeugen mit einem Fußtritt nochmal aktiv wurde. Wenigstens ist die Aufklärung jetzt endlich da angekommen, wo sie meiner Ansicht nach schon immer hingehört hat: zur örtlichen Staatsanwaltschaft.

Erleichterung über diese Entwicklung kann ich aber nicht empfinden, denn die Ostdeutschland gibt man sich reichlich Mühe, noch ein paar Schippen draufzulegen.

Drei zeitsparende Fotografien

Marilyn Monroe soll ja mal gesagt haben, sie lese Gedichte, weil das Zeit spare. Wer Zeit für das Lesen aufwändiger Reportagen sparen möchte, kann einen Blick auf folgende Fotos aus einer BBC-Auswahl von “The Press Photographer’s Year” werfen:

Leaving the Gaza Strip (Nir Elias / Reuters)

Detainees being taken for questioning by US troops in Iraq (Sean Smith / The Guardian)

A man leaves the scene of the explosion at Edgware Road Underground station following a number of attacks in London on 7 July 2005 (Edmond Terakopian / Press Association)

(Gut, das Foto von “Mr. Kate Moss” ist auch nicht schlecht und das von Gordon Brown ist sogar richtig, richtig gut - aber für Großbritannien sind andere zuständig.)

(via FP Passport)

Es wächst zusammen…

… was zusammen gehört. Die Mitglieder der Regierung, also auch der sozialdemokratische Arbeitsminister, die noch auf solch lästiges Zeuchs wie Realitäten Rücksicht nehmen müssen, wurden kräftig ausgebuht, der politische Geisterfahrer Lafontaine hingegen gefeiert. (mehr…)

Verlässlich

In einer sich schnell wandelnden Welt ist es wichtig, verlässliche Orientierungsmarken zu haben. Zum Beispiel den DGB: Er offenbarte auf seinem Bundeskongress nicht nur sein überlegenes Demokratie-, sondern auch sein ebenso solides Ökonomieverständnis. Das heißt, auch zukünftig wird man, wenn man nach sinnvollen demokratischen und ökonomischen Institutionen suchen sollte, gut damit fahren, das Gegenteil von Praxis und Empfehlungen des DGB in Betracht zu ziehen.

Dezimiertes Arsenal

Die Kollegen haben es in diesem Blog schon öfter erwähnt: SPON hat in den letzten Jahren stark nachgelassen. Besonders die Überschriften und teaser rufen oft Kopfschütteln hervor. Gestern dachte ich, dass diese Überschrift eigentlich nicht lange stehenbleiben kann, aber ich hatte mich getäuscht:

ANALYSE
Karlsruhe dezimiert das Arsenal der Terror-Fahnder

Das Wort dezimieren kommt ursprünglich daher, dass im römischen Reich nach Meutereien jeder zehnte Soldat einer Einheit hingerichtet werden konnte. Es wird heute auch im Sinne von “große Verluste beibringen” verwendet. Hat das Bundesverfassungsgericht den Ermitlungsbehörden nun große Verluste beigebracht oder ihnen auch nur den zehnten Teil der Mittel aus der Hand genommen? Sicher nicht. Aus dem Beschluss geht nur hervor, dass die Rasterfahndung sorgfältig begründet sein muss und nur in einem konkreten Verdachtsfall angewendet werden darf. Ich sehe darin keinen großen Verlust, sondern eher einen kleinen Gewinn ;-)

Empfehlung: Frédéric Bastiat

War ein Franzose der erste “Österreicher”? Die Beschäftigung mit den Schriften von Frédéric Bastiat legt die Vermutung nahe. Bastiat hat als Schüler französischer Ökonomen wie Say jedenfalls schon relativ früh erkannt, dass Werte im Grunde subjektiv sind. Sein Talent als ökonomischer Publizist ist unbestritten, und so können wir auch heute noch seine Werke mit Genuss lesen, so wir sie denn übersetzt vorfinden. Marianne und Claus Diem haben sich hier als Übersetzer hervorgetan, und ich kann aus voller Überzeugung sowohl die Website http://bastiat.de als auch das Buch Der Staat die große Fiktion. Ein Claude-Frederic-Bastiat-Brevier. empfehlen.

Zur Einstimmung mal Folgendes: (mehr…)

Sparkassendirektor

Wenn man dem Kolportierten glauben darf, meinte eins der sozialdemokratischen Mitglieder der größten Regierung aller Zeiten (GRÖRAZ), unseren Bundespräsidenten wie folgt herabsetzend charakterisieren zu können und zu müssen:

“Wir haben einen Bundespräsidenten, der immer Sparkassendirektor geblieben ist.”

Da stellt sich natürlich die Frage, welch überlegener Lebenslauf zu einer solchen Einschätzung berechtigt. (mehr…)

Und wo ich schon dabei bin…

Sorry, Marian, aber ich Junkie habe es wieder getan und einen SPON-Beitrag gelesen.

Titel: “BESTECHUNGSVERDACHT: US-Abgeordneter versteckt Schmiergeld im Kühlschrank

Dieser Artikel bestätigt meinen Verdacht, dass Voraussetzung für das Verfassen des Einleitungstextes ein gründliches Missverstehen oder gerne auch Ignorieren des Originalbeitrags ist. (mehr…)

Diät und Fiktion

Jetzt, wo Boche und Marian sich über anstrengende Diäten und schmerzhaftes Sparen ausgelassen haben, kann ich meine Klappe für heute auch nicht mehr halten. (mehr…)

Diätenwahn

Boche fragt, was unsere Bundeskanzlerin mit dem Satz “Sparen tut weh.” gemeint haben könnte. Die Antwort auf diese Frage halte ich für relativ einfach.

Der Satz von unserem Bundesfinanzminister

Diät ohne Anstrengung ist nicht möglich.

ist dagegen eine echte Herausforderung. Was will er uns denn damit sagen? Was hat die größte Steuererhöhung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland mit einer Diät zu tun? Da dies nur die Version ist, die in den Medien verbreitet wurde, wenden wir uns dem Original-Zitat zu; vielleicht wissen wir dann mehr.

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Merkelspruch: Häme, Jammerei oder Dummheit?

Frau Merkel sagt: “Sparen tut weh.”

Diese Aussage verstehe ich im Zusammenhang mit den geplanten Steuererhöhungen nicht.
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Anheizer

“Beckstein heizt mit Türkeivergleich die Debatte an” titelt SPON.
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Die CDU/CSU und die “wirtschaftliche Zusammenarbeit” mit China

Wenn ein SPD-Mitglied in einem liberalen Blog über die Diskussion innerhalb der CDU/CSU über die deutsche Entwicklungshilfe wirtschaftliche Zusammenarbeit Deutschlands mit China schreibt und dabei aus der taz zitiert, dann ist eigentlich schon klar, worauf das hinauslaufen wird…oder?

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Angela Merkel in China (1)

Seit etwas über zwei Stunden ist die Bundeskanzlerin nun also in China. Zum letzten Mal war sie 1994  1997* dort und hat jede weitere Einladung und zum Teil sogar vereinbarte Termine wegen diverser Wahlkämpfe ausgeschlagen bzw. platzen lassen.

Während Die Welt in ihrem Vorbericht behauptet

Merkel schlägt in der China-Politik offensivere Gangart ein
So sollen beim Antrittsbesuch der Bundeskanzlerin auch Menschenrechtsfragen ins Zentrum der Gespräche rücken.

ergibt sich für mich aus dem offiziellen PR-Geblubber des Bundeskanzleramtes der Eindruck, dass der Unterschied zu den vorangegangen Schröder-Besuchen marginal sein wird.

(mehr…)

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