Aufatmen

Die beiden deutschen Geiseln sind offenbar frei. Eine wunderbare Nachricht!

Schön, dass die Mehrzahl der Entführer im Irak letztlich wohl ganz gewöhnliche Verbrecher zu sein scheinen, die den Islamismus oder den “Kampf gegen die Besatzung” nur als Maskerade benutzen, um preistreibend Eindruck zu schinden.

Bei allem Aufatmen wird nun allerdings (wieder) gefragt werden müssen, ob die deutsche Regierung Lösegeld bezahlt hat und somit die Freiheit von Thomas Nitzschke und René Bräunlich gegen die zunehmende Gefährdung aller anderen potentiell von Entführung bedrohten deutschen Bürger eingetauscht hat.

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4 Kommentare zu “Aufatmen”

  1. 2.05.2006 | 21:12

    Diese Konsequenz wird man wohl unvermeidlicher Weise in Kauf genommen haben. Ich denke, es wird viel Lösegeld gezahlt worden sein. Oder spricht die Länge der Geiselnahme für das Gegenteil? Ich fürchte nein.

  2. 3.05.2006 | 12:09

    Scheckbuchdiplomatie einmal anders…

    Ich gelange immer mehr zur Überzeugung, dass wir die neuen Regeln der modernen Kriegsführung akzeptieren müssen. Wir sind nicht deshalb unangreifbar, weil der Gegner unserer fortschrittlichen Technologie nichts gleichwertiges entgegensetzen kann. Die Amerikaner schicken Cruise Missiles, setzen unsichtbare Tarnkappenbomber ein, betreiben network centric warfare, mit dem nicht einmal mehr deren Verbündete Schritt halten können. Das sind Waffensysteme, gegen die praktisch jeder wehrlos ist.

    Bewaffneter Widerstand gegen die US-Army kann eben nur noch durch terroristische Methoden erfolgreich sein. Ob es nun Bombenanschläge oder Entführungen sind, die politische Botschaft ist stets gleich: Ihr bestimmt, wann Krieg ist, wir bestimmen, wann Frieden ist.

    Selbstmordattentäter sind die Tarnkappenbomber Scheich Zarqawis.

  3. 3.05.2006 | 12:49

    @Olaf Petersen

    Mmh, ja. Bloß: Wo ist die Neuigkeit an dem von dir Beschriebenen?
    Guerilla-Methoden waren schon immer die Waffen der militärisch Schwächeren.
    Wobei anzumerken ist, dass der Terror, wie wir ihn im Irak sehen, vorrangig nicht gegen die USA und ihre Verbündeten sondern gegen die Iraker selbst gerichtet ist. Sarkawis “Tarnkappenbomber” tötet vor allem Araber.

    Nebenbei: NetOpFü (wie network centric warfare im Bundeswehrdeutsch heißt) ist doch letztlich nicht viel mehr als der Einzug der modernen Informationstechnik im Militärgerät, oder? Es klang in deinen Worten so nach geheimnisvollen, allmächtigen Waffen.

  4. Patentizität
    3.05.2006 | 19:22

    Schön, dass die Mehrzahl der Entführer im Irak letztlich wohl ganz gewöhnliche Verbrecher zu sein scheinen, die den Islamismus oder den “Kampf gegen die Besatzung” nur als Maskerade benutzen, um preistreibend Eindruck zu schinden.

    Abgesehen davon besteht zumindest in einigen Fällen die Möglichkeit, dass Islamisten, die nicht ganz so hart drauf sind wie die Zarqawi-Gruppe bzw. wahrscheinlich über vergleichsweise wenig ausländische Spendengelder verfügen können, sich mithin als lernfähig erwiesen haben, und im begründeten Zweifelsfall lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach nehmen. Die Kriegskasse will auch gefüllt werden.

    Bei allem Aufatmen wird nun allerdings (wieder) gefragt werden müssen, ob die deutsche Regierung Lösegeld bezahlt hat und somit die Freiheit von Thomas Nitzschke und René Bräunlich gegen die zunehmende Gefährdung aller anderen potentiell von Entführung bedrohten deutschen Bürger eingetauscht hat.

    Der Standardpreis für eine westliche Geisel im Irak betrug bisher fünf Millionen Dollar.

    Woher ich das weiß? Will ich nicht sagen, ist aber so.

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