Können Indianer fliegen?

Es gibt Erfahrungen, die erstaunlicherweise wohl immer wieder gemacht werden müssen.
Wenn ich mich aus dem Fenster stürze, weil ich fliegen zu können meine, werde ich mir wehtun (mindestens). Ganz dumm läuft es, wenn ich dabei und meiner Blödheit wegen auch noch Passanten verletze.

Am blödesten läuft es aber in Fällen, in denen der Dumme, der die Regeln der Schwerkraft nicht kennt oder sie für ein Märchen hält, staatliche Macht erhalten hat. Denn wenn der bolivianische Präsident Morales die Erdöl- und Erdgas-Industrie verstaatlicht und dieses Erfolgsrezept auch auf weitere Wirtschaftszweige ausweiten will, wenn er also versucht, den Sozialismus doch noch erfolgreich einzuführen, ist er mit einiger Wahrscheinlichkeit nicht derjenige, dem dieser neue Feldversuch wehtun wird.

Aber vielleicht können bolivianische Indianer ja doch fliegen oder mit Hilfe ritueller Tänze ökonomische Grundregeln außer Kraft setzen? Vielleicht klappt es ja doch noch einmal mit dem Wunder der Wohlstandsmehrung durch bürokratische Planwirtschaft? Und vielleicht können Ulla Schmidt und ihre Kumpel Kalle und Horst mit denselben Riten auch unsere sozialistische Zwangsversicherung gesundtanzen?

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27 Kommentare zu “Können Indianer fliegen?”

  1. spruance
    2.05.2006 | 21:38

    Ja, faszinierend, schon dreißigmal gegen die Wand gebrettert, aber unverdrossen glauben, daß es beim einunddreißigsten Mal sicher gaaanz anders sein wird.

  2. Marian Wirth
    2.05.2006 | 23:15

    Naja, die Indianer in den USA haben ja wenigstens noch Federn.

    Für den Herrn Morales wird sich doch alles in Wohlgefallen auflösen: Die ausländischen Energiekonzerne werden enteignet (mit oder ohne Entschädigung), Bolivien wird von den weiter steigenden Energiepreisen profitieren - und an der eventuell einsetzenden Kapitalflucht ist eh’ der Yankee schuld (wer sonst?).

  3. Hardy
    3.05.2006 | 14:18

    @Marian Wirth
    Du vergaßt noch die steigenden Kokainpreise. Aber eventuell wird Morales auch die Koksfelder verstaatlichen, dann könnte es sein das selbige nicht mehr genügend Ertrag erwirtschaften. Oder glaubst Du etwa daran dass Bolivien genügend gut ausgebildete Fachkräfte hat, welche die Paar Ölquellen vernünftig ausbeuten können? Und das auch noch nach kommunistischer Manier? Was Kommunismus kann haben wir doch schon alle gesehen, nämlich ein Land in die totale Pleite führen.

  4. 3.05.2006 | 14:43

    aber Eure liberale Marktwirtschaft IST DOCH BEREITS das 31. Mal an die Wand gefahren, insofern habt Ihr da natürlich einen Erkenntnisvorsprung …

    mule

  5. 3.05.2006 | 14:49

    Hm, das sehen die Migranten weltweit irgendwie anders.

  6. Boche
    3.05.2006 | 14:52

    @Rayson

    Der gute mule sieht diesen meinen Artikel auch als rassistisch an.
    Insofern ist es vielleicht müßig, mit ihm über Themen wie Erkenntnis zu sprechen.

  7. 3.05.2006 | 15:04

    @Boche

    Das ist mir klar. Hab’s auch nur so vor mich hingemurmelt…

  8. R.A.
    3.05.2006 | 16:40

    @mule:
    > aber Eure liberale
    > Marktwirtschaft
    > IST DOCH BEREITS
    > das 31. Mal an
    > die Wand gefahren,
    Wärest Du in der Lage, auch nur ein einziges konkretes Beispiel von diesen 31 zu nennen?

  9. 3.05.2006 | 16:58

    @ R.A.

    Die Große Depression vielleicht?

  10. Boche
    3.05.2006 | 17:05

    @Klaus

    Na, ob das wirklich passt?

  11. 4.05.2006 | 12:45

    Rückwärts immer, vorwärts nimmer!…

    Nun wird also wieder
    verstaatlicht. Noch trifft es nur die Öl- und Gasindustrie, doch auch Minen und sogar die Forstwirtschaft sowie alle anderen nationalen Reichtümer sollen bald folgen.
     
    Doch was soll das bringen? Klar
    hört man jetzt wie…

  12. 4.05.2006 | 16:12

    “Aber vielleicht können bolivianische Indianer ja doch fliegen oder mit Hilfe ritueller Tänze ökonomische Grundregeln außer Kraft setzen?”

    Das ist kein rassistischer Kommentar? Das ist keine Herrenmenschenattitüde?

    Welcome to liberalism!

    Fritz

  13. Boche
    4.05.2006 | 16:16

    @Fritz

    Das ist kein rassistischer Kommentar? Das ist keine Herrenmenschenattitüde?

    Du bist sicher, der deutschen Sprache ausreichend mächtig zu sein, um die Begriffe zu verstehen, mit denen du herumhantierst, und ausreichend um ironische Sprachbilder inhaltlich erfassen zu können?

    Denn nur dann würde ich mir die Mühe einer Antwort machen.

    (Ups! Ist meine Antwort vielleicht schon wieder Rassismus? Anti-Fritzscher Rassismus quasi? Ich böser Herrenmensch…!)

  14. R.A.
    4.05.2006 | 16:23

    > Die Große
    > Depression
    > vielleicht?
    Ein interessantes Thema.

    Frage nur, ob da jetzt die liberale Marktwirtschaft versagt hat oder fehlerhaftes staatliches Handeln die Ursache war.
    Letzteres ist wesentlich plausibler (Notenbankpolitik …).

    Wenn aber dieses Beispiel von vor zwei Generationen der Beleg sein soll - dann sehe ich das gelassen.

  15. 4.05.2006 | 16:43

    @ RA

    Osteuropa nach 1991, Lateinamerika nach 1986 … sind das jetzt schon 31 Länder?

    mule

    @ RA 2

    Muß man Dir ernsthaft erklären, Morales als tanzenden Indianer zu bezeichnen, ist kein Herrenmenschensprech? Ich machs mal deutlicher: ein trommelnder Neger hat halt keine Ahnung von Ökonomie, das ist, was in Deinem Beitrag steht.

  16. I.Bauer
    4.05.2006 | 16:51

    Börsenkräche und zyklische Wirtschaftskrisen sind in marktwirtschaftlichen Systemen altbekannte und wahrscheinlich schwer vermeidliche Erscheinungen.
    Das hat nichts damit zu tun, daß das ganze System “an die Wand fährt”, denn bekanntlich erholen sich die marktwirtschaftlichen Syteme von solchen Zwischenfällen auch immer wieder und stehen nachher mindestens genauso ansehnlich da wie vorher.
    Richtig schön an die Wand gefahren ist doch bisher nur die sozialistische Planwirtschaft, deren Bankrott 1989/90 erklärt werden mußte - so ziemlich weltweit übrigens, mal abgesehen von solchen Paradiesen der Werktätigen wie Nordkorea und Kuba.
    Wer das System der staatlichen Zentralverwaltungswirtschaft wiederbeleben will, bewegt sich schon arg nahe an der Leichenschändung. Obszön ist der Versuch allemal. Auch wenn irgendwelche kokaanbauenden Indianer entsprechend tätig werden.

  17. Boche
    4.05.2006 | 16:52

    @Maultier

    Morales als tanzenden Indianer zu bezeichnen

    Wenn man versucht, Ironie zu übersetzen, kann man scheitern, ja.

    ein trommelnder Neger hat halt keine Ahnung von Ökonomie, das ist, was in Deinem Beitrag steht

    Nö. Steht da nicht. Denn dann wären Ulla Schmidt und ihre zwei Hilfstrottel auch “trommelnde Neger” und der angebliche Rassismus schlüge in Albernheit um.

    Aber du kannst natürlich gern genau das in meinem Beitrag lesen, was du dir wünscht. Ich mach gern den Weihnachtsmann für dich und beschere dir vorurteilskomaptible Feindbilder.

  18. 4.05.2006 | 16:57

    Osteuropa nach 1991

    Stimmt, wir hatten doch glatt die paradiesischen Zustände davor vergessen. Dass in Lateinamerika irgendwo eine Marktwirtschaft zusammengebrochen wäre, wäre mir übrigens neu. Bis auf Chile ist eine solche m.W. nie ernsthaft probiert worden. Das Rumgejucke zwischen Staatsinterventionismus unter zahlreichen Diktatoren jeglicher Couleur und dollargebundener Öffnung jedenfalls stammt eher aus dem Ökonomie-Horrorkabinett, mal abgesehen von der feudalistischen Struktur vieler Staaten dort. Jeffrey Sachs hat in “Das Ende der Armut” dazu ganz interessante Details geschildert…

  19. 4.05.2006 | 20:26

    Rassismus heißt jetzt Ironie? Ich lach mich schlapp.

  20. 4.05.2006 | 20:28

    Ach Fritzchen, geh woanders spielen.

  21. R.A.
    5.05.2006 | 10:50

    @mule:
    > Osteuropa nach
    > 1991
    Das ist für Dich ein Versagen der Marktwirtschaft?
    Wenn der Sozialismus den totalen Bankrott eingestehen muß?

    Du bist als Diskussionsteilnehmer nicht mehr ernst zu nehmen.

  22. Loc
    5.05.2006 | 14:02
  23. Zodac
    5.05.2006 | 15:00

    Die totalitäre Internationale hält zusammen:

    “Die NPD beglückwünscht die bolivianische Regierung zu diesem Schritt. »Widerstand gegen die globale Herrschaft des Geldes kann nur national sein«, kommentierte NPD-Vorsitzender Udo Voigt den Schritt des Staatspräsidenten Evo Morales. Es sei eine Grundforderung der NPD, daß die Wirtschaft dem Volk zu dienen habe. Das gelte insbesondere für die nationalen Energiequellen, die sich nicht in den Händen international agierender Spekulanten befinden dürften.”

  24. 5.05.2006 | 22:17

    Denken kommt vor dem Sprechen: wir haben dort nicht mehr postsozialistische, sondern postliberale Zustände. Wie Du vielleicht bemerkt hast, haben dort 15 Jahre Marktwirtschaft das erreicht, was der Kommunismus nicht geschafft hat: Die Entprivilegierung der Massen zugunsten einer asozialen Neureichenschicht.

    Du kannst natürlich die Enteigungen der 90er Jahre auch als Erfolg verkaufen - für Wessi-Kids wie Dich, die sich damit den Hintern geschmiert haben. Respektive den von Deinem Papi und seiner mittelständischen Firma, weil Du selber damals noch nackt um den Weihachtsbaum gelaufen bist.

  25. 5.05.2006 | 23:56

    @mule

    Ohja, natürlich, im real existierenden Sozialismus waren die Massen privilegiert. Tststs, wie konnten wir nur etwas anderes annehmen. Die Armut ist erst durch die Marktwirtschaft entstanden, schon klar: Von einem auf den anderen Tag waren diese Staaten technologisch rückständig und die Infrastruktur verrottet. Alles nur, weil plötzlich die alte Staatswirtschaft abgeschafft wurde. Was soll man gegen Zauberkräfte machen?

    Und um im Stil deines zweiten Absatzes weiter zu machen, der im Wiederholungsfall zur Löschung des Kommentars führen wird: Werd erst mal erwachsen und hör mit dem Kiffen auf - so wird das nix mit dem Mitspielen bei den Großen.

  26. I.Bauer
    6.05.2006 | 11:52

    Die Massen in der DDR waren sogar so privilegiert, daß sie von den ganzen Privilegien irgendwie genervt waren. Man kennt das ja von hiesigen Multimillionären, die sich auch gelegentlich nach dem einfachen Leben sehnen.

    Deswegen wollten auch so viele rüber in den Westen und die arme sozialistische Regierung mußte eine riesige Mauer respektive einen großen Zaun bauen um die doofen Massen zu ihrem eigenen Wohl bei ihren unzähligen Privilegien in der DDR festzuhalten.

    *lol*

  27. I.Bauer
    6.05.2006 | 12:06

    Irgendwas habe ich oben mit der “quote” funtion falsch gemacht.;-)

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