Enttäuschte Vorurteile

Claus Christian ist enttäuscht.
Das Feindbild des anständigen Deutschen verhält sich anders, als man es sich wünscht, wenn man knallige Überschriften zu produzieren hat.

In einem Gespräch mit Deutschlands Tiefpunkt des politischen Interviews hatte es G.W.Bush gewagt anders zu antworten, als es der, sich gebildet gebende, deutsche Ami-Hasser erwartet.

Denn was muss er da lesen?
Als Reaktion auf die nuklearen Bewaffnungspläne des Iran möchte man von einem üblen Burschen wie Bush doch wüste Kriegsdrohungen hören, oder? Was ist stattdessen seine (für sich unvoreingenommen informierende Menschen aber auch schon länger so nachzulesende) Antwort: Diplomatie.
Pff! Da lacht der Herr Malzahn und seine deutsche Spießbürgergemeinde hämisch! Der Bush kanns wohl nicht mehr, was?!

Und überhaupt: Wo bleibt die Draufgängerei, die der deutsche Spießer in seinem simplen Weltbild doch erwarten darf?

Manchmal wirkt er fast altersweise: “Es gibt nicht für jedes Problem sofort eine Lösung in der Welt. So funktioniert das nicht.” Ist das noch Bush, der Mann, den sie in Old Europe für einen Cowboy gehalten haben?

Ja, ist er das noch?
Die nächst naheliegende, aber wohl etwas unbequemere Frage stellt sich Malzahns Claus Christian allerdings nicht: War er es je?

Zum Thema Irak und Guantanamo ergeht sich Malzahn in den üblichen Phrasen und in bekannter, fast genüsslicher Schwarzmalerei. Letzterer sieht man den Wunsch an, die Katastrophe möge über die Iraker möglichst medienwirksam hereinbrechen - nur damit man zum Schluss Recht behalten hat.

Letztlich hat es Malzahn dann aber doch noch geschafft, das Résumé und die knallige Überschrift zu finden, die seiner schwarz-weiß gefärbten Denkfäule würdig sind:

Wenn ein Feind sich nicht wie ein Feind verhält, kann es sich nur um einen Schwächling handeln.

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24 Kommentare zu “Enttäuschte Vorurteile”

  1. 8.05.2006 | 13:11

    Schlagzeile bei t-online:

    Ein Präsident in seinem Herbst
    Christiansen interviewt Bush: Eine Ära geht zu Ende

    Ähem…weiß man schon, wer ihre Nachfolgerin wird?

  2. Patentizität
    8.05.2006 | 16:46

    Auf Georgine folgt Condi oder Hillary.

  3. Patentizität
    8.05.2006 | 16:46

    (Tschuldigung.)

  4. 9.05.2006 | 0:09

    Claus Christian ist kein “Amihasser”. Ganz bestimmt nicht.

  5. 9.05.2006 | 8:57

    @Dr.Dean

    Kann sein, dass Claus Christian auch nur plumpe Vorurteile bedient, weil er dafür bezahlt wird. Das will ich nicht ausschließen. Dann ist er eben ein Kriecher.

  6. 9.05.2006 | 13:41

    @Boche
    Er ist ein Kriecher, weil er Deiner Meinung nicht folgt? Seltsame Vorstellung.

  7. Boche
    9.05.2006 | 13:50

    Seltsame Vorstellung.

    Seltsam ist höchstens deine Art “Logik”.

  8. 9.05.2006 | 18:35

    Ja, Du Vorzeigeliberaler, dann erzähl doch mal in Deiner Logik, warum CCM Deiner Meinung nach ein “Kriecher” ist.

    Vorab:

    Hältst Du es für denkbar, dass er - ähnlich wie Fukayama - einige Doktrinen der Neocons aufgegeben hat? Und falls ja: Darf er das?

    Macht ihn das zum “Amerika-Hasser” oder “Kriecher”?

    Ich harre gespannt auf Deine Logik…

  9. 9.05.2006 | 18:53

    Dann eben mal Grundkurs in Logik für Freund Dean:

    Entweder Sportsfreund Malzahn meint, was er schreibt. Dann erfüllt er das Kriterium eines “Ami-Hassers” Bochescher Definition.

    Oder er meint was anderes und schreibt, was er meint, schreiben zu sollen. Dann ist er ein Kriecher.

    Du kannst Boches Meinung und Bewertung kritisieren, aber nie und nimmer seine Logik.

  10. 9.05.2006 | 19:02

    Danke Rayson! Ich war zu müde, das zu erklären.

  11. 9.05.2006 | 19:08

    Ich hatte eher vermutet, du seist gar nicht mehr online…

  12. 9.05.2006 | 20:08

    Bin ich ja eigentlich auch nicht. ;-)

  13. 10.05.2006 | 1:02

    “seiner schwarz-weiß gefärbten Denkfäule würdig sind”

    Sind das nicht aus dem “Wörterbuch des Unmenschen”:
    http://liberalestimme.blogsome.com/2006/05/05/alles-neu-macht-der-mai/#comment-1210

  14. 10.05.2006 | 1:14

    Claus Christian Malzahn hat auch den SPON Artikel „Terminator? Demokrator!“ ueber “erfolgeichen demokratieexport mit dem schwert” geschrieben und Bush’s Politik über den grünen kleee gelobt:
    http://atlanticreview.org/archives/2005/03.html

    Damals “faulte” er wohl noch nicht im Hirn.
    Mannomann, was für Worte so mancher bissiger Liberaler benutzt. Auf welcher Seite von den Klemperer Tagebüchern bist Du denn?

    Im übrigen halte ich die SPON Redaktion nicht für ideologische Ami-Hasser. Vielmehr sind sie m.E. ziemlich skrupelose Profitmaximierer, die schreiben was die Leser hören wollen.

    Hin und wieder gibt es eine konträre Meinung, wie o.g. Artikel (der ja auch von Medienkritik gelobt wurde, wenn ich mich recht erinnere), damit mehr Aufmerksamkeit erzeugt wird.

  15. Boche
    10.05.2006 | 9:49

    Sind das nicht aus dem “Wörterbuch des Unmenschen”

    Wenn man sich viel Mühe im Missverstehen gibt - bestimmt.
    Ansonsten könnte man darauf kommen, dass hier das Denken “fault” und nicht das Gehirn und dass dies dafür sprechen könnte, dass die Bezeichnung mehr mit Faulheit zu tun haben könnte und nur sprachpolemisch überspitzt wurde.

    Zu den sonstigen möglichen Wandlungen des Claus Christian Malzahn kann ich nur sagen - das interessiert mich im Zusammenhang mit dem von mir kritisierten Artikel schlichtweg nicht.
    Mir geht es weniger um den Autor als vielmehr um den Inhalt.
    Wenn ich von “Ami-Hasser” geschrieben habe, war damit auch weniger der Claus Christian gemeint als vielmehr der Typus Leser, für den der Artikel verfasst scheint.

    Im übrigen halte ich die SPON Redaktion nicht für ideologische Ami-Hasser. Vielmehr sind sie m.E. ziemlich skrupelose Profitmaximierer, die schreiben was die Leser hören wollen.

    Tusch! Wir sind dann ja doch noch einer Meinung.
    Auch ich halte den Spiegel, ähnlich der BILD-Zeitung, für nicht integer genug, eigene Positionen zu besetzen. Sie agieren, wie von dir beschrieben, ja.

  16. 10.05.2006 | 13:52

    @Rayson
    Wenn Carl Christian inzwischen die Positionen von Fukayama teilt, dann macht ihn das zum “Ami-Hasser”?

    Habe ich Dich richtig verstanden? Dann wären z.B. die US-Demokraten ja auch “Ami-Hasser”, denn im Vergleich zu Carl Christian lehnen sie die überkommenen Neocon-Doktrinen in der Außenpolitik noch stärker ab.

    Somit gilt also:

    Neocon = “Ami-Freund”

    Abstriche an der Neocon-Ideologie (wie bei Carl Christian)
    = “Ami-Hasser”.

    P.S. In gewisser Hinsicht ist Herr AchArschistdat auch ein Neocon…

    Nur will er halt nicht mit militärischer Gewalt die Verbreitung von Marktwirtschaft und Parlamentarismus nach westlichen Vorbild erzwingen, sondern seine Version vom Islam.

    Sowohl amerikanische Neocons als auch AchArschistdat streben nach außenpolitischer Hegemonie (regiional bzw. weltweit) und berufen sich dabei auf ihren angeblichen Vorrang gegenüber anderen oder auf eine Art historische Sendung.

  17. 10.05.2006 | 13:56

    @Boche

    Man mag vom SPIEGEL insgesamt halten, was man will, aber Malzahn gehört gewiss nicht zu den Leuten, welche ihr Mütchen nach dem Wind richten. Der ist als Journalist ein richtiger Überzeugungstäter.

    Und sein Verbrechen?

    Er vertritt jetzt andere Auffassungen als Boche. So what?

  18. 10.05.2006 | 14:05

    @Dean

    Wenn deine Nachfrage nicht nur rhetorisch war: “Ami-Hasser” ist eine Definition von Boche (worauf ich doch eigentlich ziemlich eindeutig hingewiesen hatte, oder???), also frag ihn. Er hat ja inzwischen schon was dazu gesagt. Mir ging es nur um die formale Logik.

    Auch wenn es der Einrichtung deines Schrankes mit der Handvoll Schubladen nicht gerade entgegenkommt: Die hier Schreibenden vertreten nicht nur ihre individuelle Meinung, die nicht identisch mit der Meinung der übrigen Schreiber hier sein muss, sie tun dies auch auf unterschiedliche Art und Weise mit unterschiedlichen Mitteln. Lästig, dieser Individualismus, der nicht danach giert, sich unter irgendwelchen Fähnlein zu versammeln, ich weiß.

    Und sein Verbrechen?
    Er vertritt jetzt andere Auffassungen als Boche. So what?

    Äh, falls es dir entgangen sein sollte: Ein wesentlicher Inhalt dieses Blogs ist die Kritik an Auffassungen, die der jeweilige Blogger nicht teilt. Auf die Idee, abweichende Meinungen für Verbrechen zu halten, bist jetzt du gekommen.

  19. 10.05.2006 | 14:10

    “Ansonsten könnte man darauf kommen, dass hier das Denken “fault” und nicht das Gehirn und dass dies dafür sprechen könnte, dass die Bezeichnung mehr mit Faulheit zu tun haben könnte und nur sprachpolemisch überspitzt wurde.”

    Wenn Du Faulheit meintest, hättest Du “Faulheit” schreiben sollen. Auch der Zusmmenhang deutet nicht auf mangelnde Arbeitsbereitschaft hin. Ganz im Gegenteil, du weist auf das “Schaffen” von ihm hin:

    “Letztlich hat es Malzahn dann aber doch noch geschafft, das Résumé und die knallige Überschrift zu finden, die seiner schwarz-weiß gefärbten Denkfäule würdig sind”

    The last time I checked fand das Denken im Hirn statt.

    Lies mal lieber den Klemperer.

    Ciao, Du “Liberaler”

  20. Boche
    10.05.2006 | 14:22

    @Dean

    Rayson hat alles Wichtige gesagt. Mehr Mühe mag ich mir mit dir nicht machen. Dazu redest du zu monologisch.

    @Wilbur

    Wenn Du Faulheit meintest, hättest Du “Faulheit” schreiben sollen.

    Ich hatte nicht mit mutwilligem Missverstehen gerechnet.
    Und ich werde dies auch zukünftig nicht tun.

    Auch der Zusmmenhang deutet nicht auf mangelnde Arbeitsbereitschaft hin.

    Lächerliche Korinthenkackerei.

    The last time I checked fand das Denken im Hirn statt.

    Und? Ist das lang her?

    Lies mal lieber den Klemperer.

    Hilft mir das bei Kommentatoren wie dir?

  21. 11.05.2006 | 15:37

    @Boche
    Wenn ich bei dir nachfrage, dann rede ich für dich “zu monologisch”??

    Rayson hat nicht und mit keinem Wort begründet, warum die Haltung von Carl Christian die eines “Amerika-Hassers” ist. Die Aussage von Rayson lautete einfach:

    Entweder Sportsfreund Malzahn meint, was er schreibt. Dann erfüllt er das Kriterium eines “Ami-Hassers” Bochescher Definition. (…)“Ami-Hasser” ist eine Definition von Boche (worauf ich doch eigentlich ziemlich eindeutig hingewiesen hatte, oder???), also frag ihn.

    Rayson ist also auch der Meinung, dass Du noch nicht begründet hast, warum CCM mit seinem Artikel ein “Amerika-Hasser” ist.

    Aber du schreibst danach:

    Rayson hat alles Wichtige gesagt.

    NICHTS hast Du dazu bislang gesagt, sondern Du hast Dich bisher nur um eine Antwort herumgedrückt.

    Wenn Carl Christian Malzahn nunmehr eher die Position von Fukayama teilt, was daran ist daran die Haltung eines “Amerika-Hassers”??

    Anders gefragt, welche der Äußerungen von CCM erfüllen für Dich das Kriterium “Amerika-Hasser”?

    Boche, hast Du überhaupt eine Antwort darauf?

    Boche, es mag Dir als Vorzeigeliberaler schon etwas anti-liberal vorkommen, dass ich mich nach der Begründung Deiner Meinung erkundige

    Und?

  22. 11.05.2006 | 15:43

    Randbemerkung: Wir sehen hier bislang ein m.E. typisches rechtsliberales Diskursverhalten: Wer kritisch nachfragt, bekommt keine Antwort, und wird stattdessen gezielt als unwürdig hingestellt.

  23. Boche
    11.05.2006 | 15:49

    Und?

    Wie wäre es, wenn du einfach mal liest, was ich hier (nicht nur in Antwort auf dich) geschrieben habe? Dann könnten sich deine drängenden Fragen vielleicht auch schon beantworten.

    Randbemerkung: Wir sehen hier…

    *lol*
    Wenn man anfängt, in der ersten Person Plural zu sprechen, sollte man vielleicht erst einmal tief durchatmen.

  24. 11.05.2006 | 16:01

    Dean, wir können es uns bei der doch sehr überschaubaren Anzahl der Kommentatoren und B.L.O.G.-Blogger leisten, individuell vorzugehen. Dass Boche z.B. keine Lust hat, auf deine Art Fragen einzugehen, halte ich für sehr nachvollziehbar. Ob du das rechtsliberal oder chinesisch nennst, ist da wohl ihm wie mir schnurzpiepe.

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