Neid und Eigenkapital

Die SPD-Linke fordert, bei der geplanten “Reichensteuer” auch gewerbliche Einkünfte einzubeziehen.

Mich überrascht ja mittlerweile fast nichts mehr, aber selbst der hoffnungsloseste Vulgärkeynesianer käme doch sicher nicht auf die Idee, ausgerechnet die Steuerlast für mittelständische Personengesellschaften, die sowieso unter zu wenig Eigenkapital leiden, heraufzusetzen.

Aber morgen wieder über die Bevorzugung der großen Konzerne schimpfen.

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7 Kommentare zu “Neid und Eigenkapital”

  1. 10.05.2006 | 18:12

    Eher allgemein: Nachdem ich gehört habe, dass die veranlagte Einkommensteuer 7-10 Prozent des Steueraufkommens ausmacht aber bis zu 75 Prozent der Finanzbeamten bindet, andererseits Mehrwertsteuer und Lohnsteuer am einfachsten zu kassieren sind, tendiere ich zu einer deutlichen Verlagerung hin zu Verbrauchssteuern.

  2. 10.05.2006 | 18:17

    Oder eben einer drastischen Vereinfachung. Einkommensteuern müssen nicht so kompliziert sein, wie wir sie machen.

  3. Nex
    10.05.2006 | 20:09

    @rayson
    Das macht für mich den Kirchoffvorschlag so interessant. Aber eine Flattax wird in Dt. wohl nie kommen…

  4. 10.05.2006 | 20:19

    Ach, der Tarif macht den Beamten keine Arbeit. Der “flat”-Teil von Kirchhofs Vorschlag ist für das, was marcc gesagt, eher unmaßgeblich. Um die Bürokratie abzubauen, müsste das Prinzip der Einzelfallgerechtigkeit zurückgedrängt werden zugunsten einer breiten Bemessungsgrundlage ohne Ausnahmen. Was ich angesichts der Rechtsprechung des BVerfG mit ihrer Heiligsprechung des Prinzips der Besteuerung nach der Leistungsfähigkeit für unwahrscheinlich halte.

    Oder man schichtet um: weg von der Verwaltung, rein in die Prüfung/Fahndung. Das könnte langfristig auch für weniger Arbeitsanfall sorgen… Die Frage ist nur, ob wir den Überwachungsstaat besser finden, wenn er steuerlich motiviert ist.

  5. Nex
    10.05.2006 | 20:36

    @rayson: das ist richtig und mein Beitrag auch etwas offtopic. Aber von Einzelfallgerechtigkeit zu reden ist reine Ironie.

    Ich sehe das eher als eine ABM Maßnahme, zumal wir dann noch das Finazamt im Gesundheitsministerum haben (oder war das die Bundesknappschaft?), vorallem wenn Sozialbeiträge auf Mieteinahmen kommen usw. (Ist natürlich zweifelsohne gerecht, aber der Aufwand?!)

  6. 11.05.2006 | 12:36

    In der Tat lächerlich, zumal das überhaupt keine Zusatzeinnahmen bringt. 60 Millionen….

    Hauptsache die Seele der SPD befriedigt
    Und die Union macht mit.

    http://oliver-luksic.blogspot.com/2006/05/lcherlichreichensteuer-bringt-nur-60.html

  7. 11.05.2006 | 17:09

    60 Millionen? In der SPIEGEL-Printausgabe wird beschrieben, wie sich die deutschen Verwaltungen mit dem Prüfen, Bewilligen und Verteilen der Milliarden an “Fördergeldern” befassen. Vermutlich könnte man die 60 Millionen dort leicht einsparen. Es wird wohl ähnlich ausgehen wie bei der Vermögenssteuer, die ja zuletzt auch weniger einbrachte, als ihre Eintreibung gekostet hat …

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