Für unsere Transatlantiker

Wer wird der nächste US-Präsident? Und nach welchen Kriterien ließe sich seine Wahl prognostizieren? Gemessen an meiner Quelle, zweifle ich keine Sekunde daran, dass es Joseph Biden wird.

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9 Kommentare zu “Für unsere Transatlantiker”

  1. 15.05.2006 | 23:53

    Das Interessante sind ja mal wieder die Kommentare. Dort wird auch die Biden-These gründlich widerlegt ;-). Und “too ugly” gegen McCain ist nun wirklich kein überzeugendes Argument.

    Kein Zweifel: Wenn Dogbert zur Wahl stände, würde er auch gewählt werden.

  2. 16.05.2006 | 7:11

    Ich würde auf Bill Richardson, demokratischer Gouverneur von New Mexico, setzen. Er hat seinen Willen, zu kandidieren, bereits erklärt. New Mexico boomt, Richardson ist gerade bei den Hispanics sehr beliebt.

    Bereits Kerry und Dean wollten ihn als Vizepräsidenten der USA. Er diente den USA bereits als Energieminister, Kongressabgeordneter und als Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen.

    Mehr über Bill Richardson hier:
    http://amigoboom.typepad.com/extrablog/2006/03/bill_richardson.html

  3. 16.05.2006 | 15:50

    Ich wette auf John Mc Cain.

  4. 16.05.2006 | 22:32

    Ich bekomme grad die Hucke voll für mein vorlautes Anpreisen von John Mc Cain.

  5. Marian Wirth
    16.05.2006 | 22:58

    Dr. Dean,

    “die Hucke voll” ist genau der richtige Ausdruck. David Vickrey ist in der Tat noch linksliberaler als Sie.

    Bin ich eigentlich der Einzige, der findet, dass John McCain einem gewissen Charles Spencer Chaplin unheimlich sehr ähnlich sieht?

  6. 18.05.2006 | 0:05

    ““die Hucke voll” ist genau der richtige Ausdruck. David Vickrey ist in der Tat noch linksliberaler als Sie.”

    Gut, aber es ist ein fairer Wettlauf.

    “Bin ich eigentlich der Einzige, der findet, dass John McCain einem gewissen Charles Spencer Chaplin unheimlich sehr ähnlich sieht?”

    Hmm. Ich finde ja nicht, aber (==>siehe hier) Du bist nicht allein.

    John McCain ist m.E. ein begabter Redner und Redenschreiber, wenn er schlau ist, dann wird er es fertig bekommen, die christliche Rechte, konservative Bush-Kritiker, war mongering neocons und auch Moderate für sich zu begeistern, sowie seine unbestrittene Hässlichkeit (daher auch: kein Vergleich mit Chaplin) in ein Positivum zu wenden.

    Am Anfang wirkt John McCain etwas dröge, aber er hat eine Art Zeitzünder…!

    Wirklich erstaunlich (und hier meine ich nicht die Folterfrage), wo er sich bereits politisch durchgesetzt hat, wie er es verstand, Mehrheiten und Initiativen zu organisieren. Als Politiker ist er garnicht übel, er versteht sein Handwerk, und es ist relativ schwer zu fassen, warum das der Fall ist.

    Er selbst sagt, dass er sich die geistige Offenheit und Demut erhalten habe, um z.B. auch mit politischen Gegner das Gemeinsame zu suchen. Mag sein, aber das ist m.E. nicht die Haupterklärung. Er ist ziemlich ungewöhnlich. Ich finde, dass David die Zugeständnisse an den christo-rechten Geschmack (Lieblingsthemen: anti Schwulenehe, Besetzung von Richterämtern usw. usf) überbewertet. Aber gut, David kennt John McCain und seine Karriere weitaus besser als ich.

    Eigentlich ist John McCain nicht so sonderlich spannend, aber als eine Art personifizierter und im konservativen Amerika konsensfähiger “Anti-Bush”-Goppie, kann er eine politische Marktlücke ausfüllen, und zwar auf eine sehr integrierende Art, so sehr, dass er damit die Wahl gewinnen könnte. John McCain könnte sich, ein wenig Geschick vorausgesetzt, auf zienmlich unwiderstehliche Art positionieren.

    Das meine ich immer noch, aber gut: Ich lasse mich hier gerne umstimmen.

  7. 18.05.2006 | 9:35

    “im konservativen Amerika konsensfähiger”

    Stimmt nicht.

  8. 18.05.2006 | 10:38

    @Wilbur Larch
    ES kann gut sein, dass Du mit Deiner Einschätzung recht hast, aber was soll denn seinen Mangel an Konsensfähigkeit ausmachen?

    In Sachen Abtreibungsrecht, Schwulenehe oder der fast schon verfassungsfeindlich parteilichen Besetzung von höchstrichterlichen Ämtern (und den übrigen bible belt-Lieblingsthemen) ist John McCain einen Zacken schärfer als Bush (der hier und in anderen Themen eher eine vermittelnd konservative Position einnimmt):

    Aber ist nicht seine, sagen wir mal, rechtskonservative moralische Entschiedenheit genau das, was seine Konsensfähigkeit im Kern ausmacht? Sogar die hochspezielle ==> “Liberty!”-Fraktion findet ihn gut. Bemerkenswert!

    Die “neocon war machine” wird sich mit ihm arrangieren, weil er ja das dort beliebte “Eigentlich war alles richtig” transportieren wird, und mit ihm kein Ende des Rüstungsetatismus droht, und zwar in keinster Weise.

    Der ideale Mann!

    Und die Moderaten kann er mit einer attraktiven Dosis Bush-Skepsis locken. John McCain verströmt den verlockenden Duft eines bushkritischen Neuanfangs zusammen mit konservativer Kontinuität.

    Dazu kommt dann noch sein “Kuschel-Konservatismus” in sozialen Fragen.

    Warum sollte das nicht konsensfähig sein?

    Ein John McCAin als Präsident wird die Staatsverschuldung weiter anschwellen lassen, aber ich kann nicht finden, dass sich GOPpies davon jemals sonderlich abschrecken ließen, zumal sich dies vor der Wahl noch anders darstellen lässt. Dass “der Kampf gegen den Terror” nun einmal teuer ist: Welcher Republikaner kann sich diesem überzeugenden* Argument verschließen?

    * Sogar deutsche Neocon-Wirtschaftsliberale und Neocon-Libertäre haben mit Rüstungsetatismus nicht das allergeringste Problem, oder? Oder gibt es in der “prowestlichen” Bewegung ernsthafte Kritik an Hochrüstung?

    Nein.

  9. 18.05.2006 | 16:23

    Seltsam, welch geringe Rolle die möglichen Kandidaten der Democratic Party in dieser Diskussion spielen. Dabei ist laut Umfragen jetzt schon so, dass die amerikanischen Konservativen von Regierung und Weissem Haus derart vergrätzt sind, dass selbst unter ihnen eine Mehrheit dafür ist, dass die Demokraten bei den nächsten Congresswahlen die Mehrheit erhalten.

    Ich habe den Eindruck, dass die Democratic Party hierzulande sehr stiefmütterlich behandelt wird, man macht es sich bequem und tippt auf Hillary Clinton als Kandidatin. Dagegen bin ich zuversichtlich, dass die Democratic Party aus dem Fiasko Kerrys bei den Minderheiten hinzugelernt hat und nicht noch einmal eine Person in’s Rennen schickt, der der soziale Hintergrund fehlt, um für die Benachteiligten und die Minderheiten in den USA wählbar zu sein. John Edwards wäre so einer gewesen, oder eben Bill Richardson für 2008. Wobei für Richardson noch spricht, dass er ein sehr erfolgreicher Gouverneur in einem der zehn wahlentscheidenden Swingstates ist, dort massiv zu punkten versteht. Aber gewiss nicht White Lady Hillary, deren Gatte mit Bush sr. so gut befreundet ist, das Junior ihn schon scherzhaft ’seinen neuen Bruder’ nennt.

    Die Democratic Party der USA, das unbekannte Wesen. Man sollte sie viel häufiger thematisieren.

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