17. Mai 2006
40 Jahre Kulturrevolution (1)
In diesen Tagen erinnern viele angelsächsische Medien und Blogs mit China-Bezug daran, dass vor 40 Jahren in China die Kulturrevolution begann; insbesondere der gestrige Tag wurde dazu als Stichtag gewählt. Mir will zwar nicht ganz einleuchten, warum es ausgerechnet der 16. Mai sein sollte, da die ersten Vorläufer der Kulturrevolution schon ab 1963 zu verzeichnen waren, aber jedenfalls wollte ich eigentlich gestern noch einen Eintrag aus diesem Anlass verfassen, der ungefähr so aussehen sollte wie der im Passport, dem Blog der Foreign Policy. Da ich es gestern nicht mehr geschafft habe, werde ich das heute nachholen. (Hoffentlich.)
Gerade während der Beschäftigung mit der Kulturrevolution ist mir wieder eine sarkastische Redensart aus China eingefallen: “Wir sind das sportlichste Volk der Welt. Wir haben jede (politische) Bewegung mitgemacht.” Das scheint mir sogar ein anhaltender Prozess zu sein…
Apropos Foreign Policy: Die haben einen Failed States Index herausgegeben - und dabei mit Taiwan das gemacht, was sich der iranische Präsident (aller blumigen Interpretationsversuche zum Trotz) so sehnlich für Israel wünscht: die Insel ist auf der entsprechenden Weltkarte nicht zu finden. (via Mad Minerva) Dass sozialistische Staaten eine sehr eigene Auffassung von Geografie haben, weiß ich seit den in die “Junge Welt” eingewickelten Dresdner Stollen, die meine Familie erreichten, als es den Eisernen Vorhang noch gab, aber dass einem renommierten US-Magazin so ein Lapsus (?) unterläuft, finde ich … krass. Und wenn man schon ein eigenes Blog hat, könnte man ja ein paar Takte zur Rechtfertigung oder gar Entschuldigung sagen. Bis jetzt: Fehlanzeige.
Zur Kulturrevolution später mehr. Bis dahin empfehle ich die Links am Ende des Wikipedia-Eintrags. Gruselig.
Verfasst von Marian Wirth um 08:48 Uhr in der Kategorie International, Politik (Trackback)