Der Staat als Annen

Nach dieser Mehrwertsteuererhöhung darf es keine weiteren massiven Belastungen für die normalen Menschen, für die kleinen Einkommen (…) geben.

Sprach SPD-Vorstandsmitglied Niels Annen im “ARD-Morgenmagazin”, zitiert nach N24.

Das hört sich doch wunderbar an: kraftvoll, sozial und bürgernah…

Hmmmm…eine kleine Hervorhebung sei hinzugefügt:

Nach dieser Mehrwertsteuererhöhung darf es keine weiteren massiven Belastungen für die normalen Menschen, für die kleinen Einkommen (…) geben

Der Umkehrschluß daraus lautet: Eine kleine Steuererhöhung hier und eine kleine Angabenanpassung da ist weiterhin drin. Auch in Bezug auf “kleine Einkommen”.

Nee, nee, Aussagen von sog. “SPD-Linken” muß man beizeiten dekonstruieren; sonst heißt es hinterher wieder, die SPD belüge ihre Wähler und Wählerinnen.

Und wer sich an Raysons Formulierung “Der Staat als Amme” stört, dem sei entgegen gehalten: In Wirklichkeit ist alles noch viel schlimmer: Der Staat als Annen.

Naja, viel Spaß beim Zustimmen zur MwSt.-Erhöhung, Niels! Und möglichst gar keinen Erfolg beim Nachsinnen über weitere “nicht massive” Steuererhöhungen. 

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5 Kommentare zu “Der Staat als Annen”

  1. Boche
    19.05.2006 | 13:40

    In diese sprachlichen Feinheiten der Lüge mag ich gar nicht mehr einsteigen.
    Mir reicht schon die große Lüge vom “Sparen” durch Steuererhöhung. Das ist so, als würde meine Tochter (wenn sie dann so alt ist) seit Jahren jeden Monat aufs neue zu mir kommen, über ihre Schulden klagen und mir sagen: “Papa, ich will sparen, also erhöhe mir nochmal das Taschengeld!”

    Der Unterschied zwischen den deutschen Bürgern und mir als Papa in einer solchen Situation:
    Ich würde meiner Tochter schon nach ein, zwei Mal natürlich keine Taschengelderhöhungen mehr geben.
    Unsere Politiker sind mit geduldigeren Finanziers gesegnet. Aber vielleicht können sie denen auch glaubhafter etwas vorjammern?

  2. 19.05.2006 | 14:04

    Lügner und Abzocker…

    Marian hat den Fokus auf einen jungen, wilden SPD-Linken gesetzt, der heute für das Steuererhöhen sein sozial gerechtes Patschehändchen heben wird.
    Da mich das Thema auch nicht kalt lässt, ich von Sozialdemokraten aber sowieso nicht…

  3. 20.05.2006 | 10:40

    Nunja.

    Nicht, dass man mir gleich unterstellt, ich würde Annens Ansichten teilen, aber ich meine:

    Wenn Annen von “massiven Belastungen” sprach, dann ging es ihm als SPD-Linken darum, zum Ausdruck zu bringen, wie er und die SPD-Parteilinken die Maßnahmen einschätzen: Nämlich höchst widerwillig und zwar als Ausdruck “masiver Belastungen” für die von ihm (vermeintlich oder echt) vertretene Gruppe “von normalen Menschen mit kleinen Einkommen”.

    Er meint: Für diese sind die Maßnahmen in besonderer Weise “massiv”.

    Darüber kann man streiten, zustimmend, abwehrend usw. usf.

    Sicherlich hat Annen nicht gemeint, dass für die Gruppe der “normalen Menschen mit kleinen Einkommen” bitteschön weitere Belastungen kommen sollten.

    Ich denke, politische Fairness gebietet es, man kann und darf annehmen, dass Annen Belastungen für die Gruppe der “”normalen Menschen mit kleinen Einkommen” nicht wünscht.

    Die Dekonstruktion folgt einem parteilichen Beißreflex von Liberalen, insofern sicherlich hier im Blog und anderswo höchst willkommen, aber sie verdreht das, was Annen will.

    Allgmeine Anmerkung:

    Das Dekonstruieren als vermeintliche oder echte Überführungstechnikt ist ja schön und lustig, m.E. tendiert Dekonstruktion aber grundsätzlich in Richtung Willkür, vor allem dann, wenn man den Kontext der “dekonstruierten” Person außer Betracht lässt.

    Man kann jedes Wort einzeln “dekonstruieren” bzw. aus dem Kontext reißen und auf die Goldwaage legen, um den Betreffenen, an dem man diese Übung vollzieht, damit “zu entlarven”.

    Sehr spaßig, bestimmt.

    Okay: Sowas kann wirklich lustig sein, es erinnert mich persönlich aber, na, an was wohl?

    Richtig!

    An dekonstruierenden “Entlarvungs”praktiken kommunistischer K-Gruppen oder auch an den Stil von DDR-Lehrbüchern, in denen der Klassenfeind auf das Scharfsinnigste, auf dem Wege der Dekonstruktion überführt wurde…

    Nächstes Mal also: Beim Dekonstruieren besser zielen - und besser treffen!

    Persönliche Anmerkung:

    Ich schätze Annen als ein Art Anwalt “der kleinen Leute und Normalbürger”, ich halte ihn für redlich.

    Ich kriege aber massiv das Kotzen, selbstredend auch bei Annen, wenn ich sehe, welche Summen der liebe Staat für den möglichsten und unmöglichsten Scheißdreck ausgibt, um dann am Ende die Frechheit zu haben, die Steuer- und Abgabenlast zu erhöhen.

    Bei der Gelegenheit:

    Kann mir eigentlich einer der hier vertretenen bzw. mitlesenden F.D.P-Mitglieder erläutern, warum die F.D.P. z.B. den Subventionswahnsinn “Transrapid” trotz milliardenschweren Kostenlast unterstützt?

    “Schlanker Staat” nach vorne raus laut und vernehmlich rufen und hinten raus will man den eigenen Lieblingen massiv Geld zustecken.

    Ich begreife sowas nicht.

  4. 20.05.2006 | 15:11

    Kann mir eigentlich einer der hier vertretenen bzw. mitlesenden F.D.P-Mitglieder erläutern, warum die F.D.P. z.B. den Subventionswahnsinn “Transrapid” trotz milliardenschweren Kostenlast unterstützt?

    Warum sollte es? Dass dir hier die zahlreichen FDP-kritischen Beiträge und Seitenhiebe entgangen sind, ist dein Problem. Wenn du mehr über die Haltung der FDP zu politischen Fragen wissen willst, die du wiederholt OT zu stellen pflegst: http://www.fdp.de.

    Aber Dean kann sich Parteimitgliedschaft anscheinend nur als willige Gefolgschaft vorstellen. Typische Klein-Fritzchen-Unpolitik.

  5. der gute don
    21.05.2006 | 17:05

    @Dr Dean: Das ist jetzt schon sehr im Trüben gefischt wie er das wohl ganz anders meint. Ich gehe mal davon aus, daß er das sagt was er meint. Zumindest in dem Augenblick in dem er es von sich lässt.

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