Anheizer

“Beckstein heizt mit Türkeivergleich die Debatte an” titelt SPON.

Wenn man dann im Artikel nachliest, findet man eine Aussage Becksteins (die mir nicht völlig unsinnig erscheint), um deren Inhalt es mir dieses Mal aber gar nicht geht.
Viel interessanter finde ich die Frage, wer hier anheizt oder wer möglicherweise Hitze herbei zu schreiben versucht.
Ein kleiner SPONti hatte sich wohl gedacht, da sind die Reizwörter “Beckstein”, “Türkei” (sogar “Türkeivergleich”! - das erinnert ihn doch prompt an die Verkaufsschlager der diversen Holocaust-, Hitler- oder Nazi-Vergleiche), daraus bastle ich eine schicke Schlagzeile, die den linken Spießern gefällt, für die ich hier schreibe.

Also: Nicht Beckstein heizt hier irgendwas an. Sondern SPON versucht verkaufsfördernde Hitze durch Bewegung leerer Luft in dicken Backen zu erzeugen.

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3 Kommentare zu “Anheizer”

  1. 22.05.2006 | 13:31

    Typisch Spiegel halt. Meine persönliche Verschwörungstheorie: Die SPON-Redaktion und das “Moderatorenkollektiv” von Indymedia sind identisch ;-)

    Ich habe Günter Beckstein vor anderthalb Jahren im Übrigen mal in Köln gesehen. Da gab es, im Kielwasser des Theo-van-Gogh-Mordes in Holland, eine Großdemonstration auf den Ringen für Toleranz & Zusammenleben. Das Publikum war deutsch / türkisch gemischt. Und Beckstein hat für seine Rede durchaus viel Applaus bekommen, und was er sagte, fand ich soweit okay (redete sehr offen, nicht beschwichtigend) - von daher steht er bei mir nicht im Verdacht, ein “Anheizer” zu sein. Da gibt’s gerade in der CSU weit Schlimmere

  2. Boche
    22.05.2006 | 13:53

    Beim Beispiel Söder frage ich mich aber, ob “schlimm” und “blöd” zusammenpasst. ;-)

  3. Marian Wirth
    22.05.2006 | 17:53

    Naja, sie haben ja die Schlagzeile mittlerweile geändert; sie lautet nun: “Beckstein provoziert mit Türkeivergleich”.

    Biène Majá,

    Beckstein gehört sicher eher zu den Softies der CSU und darüberhinaus zu den Politikern, denen besonders gerne ein Zitat im Mund herum gedreht wird. Aber an dem Zitat

    “Ein Türke lebt in München im Zweifel sicherer als in Ankara oder Istanbul”, sagte der bayerische Innenminister. Er bestreite jedoch “überhaupt nicht, dass es fremdenfeindliche Gewalt gibt”. Aber “trotzdem, schlichtweg von den objektiven Zahlen her, halte ich es einfach für überzogen, wenn man sagt: Leute geht nicht nach Deutschland”.

    stört mich doch so einiges, z.B.:

    1. Die Fußball-WM findet nunmal in Deutschland und nicht in der Türkei statt.

    2. Von wem stammt das Zitat “Leute, geht nicht nach Deutschland”? Von einem Deutschen habe ich das noch nicht gehört; selbst der Afrikarat sagt so etwas nicht. Zuerst Zitate von Anderen aufblasen, um ihnen dann Übertreibung vorzuwerfen, ist schlechter Stil.

    3. Soll ich jetzt aus dem Zitat schließen, dass wir bei der Beurteilung der Gefährdungslage für Ausländer und Migranten die Lage in ihrem Herkunftsland bzw. dem Herkunftsland ihrer Vorfahren berücksichtigen sollen? Das würde darauf hinauslaufen, dass wir mit Nordkoreanern machen dürfen, was wir wollen.

    Ich finde diesen ganzen Gedankengang irgendwie völlig abwegig, tut mir leid.

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