22. Mai 2006
Sparkassendirektor
Wenn man dem Kolportierten glauben darf, meinte eins der sozialdemokratischen Mitglieder der größten Regierung aller Zeiten (GRÖRAZ), unseren Bundespräsidenten wie folgt herabsetzend charakterisieren zu können und zu müssen:
“Wir haben einen Bundespräsidenten, der immer Sparkassendirektor geblieben ist.”
Da stellt sich natürlich die Frage, welch überlegener Lebenslauf zu einer solchen Einschätzung berechtigt.
Der von Franz Müntefering? Erst Industriekaufmann, dann Berufspolitiker.
Der von Frank-Walter Steinmeier? Erst Jurist, dann politischer Beamter, dann Politiker.
Der von Brigitte Zypries? Erst Juristin, dann politische Beamtin und Berufspolitikerin.
Der von Peer Steinbrück? Erst Volkswirt, dann politischer Beamter, dann Berufspolitiker.
Der von Ulla Schmidt? Erst Lehrerin, dann Berufspolitikerin.
Der von Wolfgang Tiefensee? Erst Abschluss als Diplom-Ingenieur, dann Entwicklungsingenieur, dann Berufspolitiker.
Der von Sigmar Gabriel? Erst Lehrer, dann Berufspolitiker.
Der von Heidemarie Wieczorek-Zeul? Erst Lehrerin, dann Berufspolitikerin.
Es ist wohl kein Zufall, dass der respektabelste Lebenslauf unter den oben genannten ausgerechnet von dem stammt, dem man das Zitat am wenigsten zutrauen würde…
Alle anderen sollten sich fragen, welche Sternstunden ihres Lebens sie dazu berechtigen, einen Beruf zu diffamieren, den Köhler übrigens nie ausgeübt hat (er war ganze zwei Jahre Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes). Ich denke da insbesondere an die Lehrer - nicht, weil ich etwas gegen diesen ehrenwerten Beruf hätte, sondern weil ich eine konkrete Person als Zitierten in Verdacht habe.
Verfasst von Rayson um 23:37 Uhr in der Kategorie Innenpolitik, Politik (Trackback)