Und wo ich schon dabei bin…

Sorry, Marian, aber ich Junkie habe es wieder getan und einen SPON-Beitrag gelesen.

Titel: “BESTECHUNGSVERDACHT: US-Abgeordneter versteckt Schmiergeld im Kühlschrank

Dieser Artikel bestätigt meinen Verdacht, dass Voraussetzung für das Verfassen des Einleitungstextes ein gründliches Missverstehen oder gerne auch Ignorieren des Originalbeitrags ist.

Einleitung:

Das FBI verdächtigt den demokratischen Abgeordneten William Jefferson aus New Orleans, ein Bestechungsgeld von 100.000 US-Dollar angenommen zu haben.

Fall und Skandal klar: Mr. Jefferson hat sich bestechen lassen. So nennt man das wohl, wenn man “Bestechungsgelder annimmt”, oder?

Text:

Demzufolge filmte das FBI Jefferson, als er auf einem Parkplatz eine braune Ledertasche mit 100.000 US-Dollar entgegennahm. Mit dem Geld habe Jefferson angeblich einen hohen nigerianischen Beamten bestechen wollen, damit dieser ein US-Unternehmen bei Geschäften in Nigeria unterstützt. Im Dokument ist der Name des Empfängers zwar geschwärzt. Es gebe aber Hinweise darauf, dass es sich um den nigerianischen Vizepräsidenten Atiku Abubakar handele, schreibt die Nachrichtenagentur AP. Abubakars Haus sei im Zuge der Ermittlungen gegen Jefferson durchsucht worden.

Also: Mr. Jefferson hat zwar Geld von jemandem “angenommen”, aber Bestechungsgeld war das zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Das sollte es erst werden, weil Mr. Jefferson damit ein nigerianisches Regierungsmitglied bestechen sollte oder wollte. Mr. Jefferson wurde daher nicht bestochen, sondern er wollte bestechen. Beides ist in den USA eine Straftat, keine Frage, aber für diejenigen, die diesen Mann gewählt haben, macht es schon einen kleinen Unterschied, finde ich. Den der Einleitungsschreiber offensichtlich nicht kapiert hat.

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