25. Mai 2006
Es wächst zusammen…
… was zusammen gehört. Die Mitglieder der Regierung, also auch der sozialdemokratische Arbeitsminister, die noch auf solch lästiges Zeuchs wie Realitäten Rücksicht nehmen müssen, wurden kräftig ausgebuht, der politische Geisterfahrer Lafontaine hingegen gefeiert.
Dessen Rede enthielt einige Schmankerl. Den rhetorischen Anlauf zum Ausruf der Revolution hatte er ja schon genommen, aber irgendwas schien ihn letztlich doch zurückzuhalten. Originell seine Forderung:
“Die Fehlentwicklung, dass heute 40 Prozent des Volkseinkommens aus Zins- und Kapitalerträgen stammen und nur noch 60 Prozent aus Arbeit, muss gestoppt werden.”
Natürlich, es gibt solche Länder, wo fast das gesamte Volkseinkommen aus Arbeit stammt. Man nennt sie “Dritte Welt”.
Aber dann war Bescherung: Er forderte höhere Steuern, höhere Löhne, die Abschaffung von Hartz IV, die Beibehaltung der Höhe der Lohnnebenkosten, kurze Arbeitszeiten, Atomwaffen für den Iran, Mindestlöhne, die Wiedereinführung des alten § 116 Arbeitsförderungsgesetz (Streikgeld aus der Arbeitslosenversicherung), das Recht auf Generalstreik, eine Vermögensteuer von 5% für die Reichen, eine Börsenumsatzsteuer, einen höheren Spitzensteuersatz und eine weltweite Einkommensbesteuerung deutscher Staatsbürger.
Wer ihm wohl das “Freibier für alle” wieder rausgestrichen hat?
Verfasst von Rayson um 19:53 Uhr in der Kategorie International, Politik, Wirtschaftspolitik (Trackback)