Vorbild Schröder

Erst Italien, jetzt Tschechien. Man könnte meinen, Schröder reise als Berater für das Verhalten von abgewählten Regierungschefs an Wahlabenden durch Europa.

In einem für Tschechien beispiellosen Schritt äußerte der Regierungschef am Abend öffentlich Zweifel am rechtmäßigen Verlauf der Abstimmung. Er warf der ODS in einer Rede vor, die Wahlen mit einer Schmutzkampagne regelwidrig beeinflusst zu haben. Seine Partei prüfe eine Klage beim Oberverwaltungsgericht, unterstrich Paroubek. Er weigere sich zudem wegen der Angriffe, dem mutmaßlichen Sieger zu gratulieren.

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3 Kommentare zu “Vorbild Schröder”

  1. 4.06.2006 | 2:00

    Oft reicht ein einziger Bruch mit althergebrachten Routinen, um alle Dämme brechen zu lassen. Ich glaube Du hast Recht, Schröder mag in Italein und Tschechien nicht wirklich als Berater präsent sein, aber die Art wie er bei uns tagelang einen inexistenten Wahlsieg vorgespielt hat macht jetzt europaweit Schule.

  2. Marian Wirth
    4.06.2006 | 8:11

    Mit Verlaub, Rayson, aber der Vergleich mit Schröder ist in mehrfacher Hinsicht schief:

    Schröder wäre es nie in den Sinn gekommen, das Wahlergebnis vom Verfassungsgericht überprüfen zu lassen. Wenn Schröder etwas gerichtlich überprüfen lässt, dann vor Zivilgerichten. Und dabei geht es meistens nicht um Politik oder Wahlrecht, sondern um seinen Privatkram oder Unpolitik.

    Zudem war es Berlusconi, und nicht Schröder, der sich geweigert hat, dem mutmaßlichen Wahlsieger zu gratulieren. Am Wahlabend hielt sich Schröder selbst für den Wahlsieger (und irgendwie kann ich ihm da immer noch nicht so recht widersprechen, wenn ich mir den weiteren Verlauf so anschaue) - und sich selbst hat er gratuliert. Sogar mehrfach.

    Und überhaupt haben nicht die Europäer mit knappen Wahlergebnissen und der Gratulationsverweigerung für Wahlsieger begonnen, sondern die Amis. Und bekanntlich übernimmt Europa aus den USA ja gerne das Bedenkliche, während es das Bedenkenswerte mit einem entrüsteten “Igitt, wir wollen doch keine amerkanischen Verhältnisse!” ablehnt.

  3. 4.06.2006 | 8:13

    Wie war denn das in den USA 2000? Wurde da nicht gegen eine Stimmenauszählung geklagt?

    Naja, alle Vergleiche hinken. Schröder hatte meines Wissens nach keine Zweifel am rechtmäßigen Verlauf der Abstimmung geäußert und geprüft ob er klagen solle.

    Trotzdem gut, dass er weg ist.

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