Beck wird frech

Der neue SPD-Vorsitzende kritisiert das Volk.

Er findet, dass es sich nicht gehöre, die Lücken auszunutzen, die Staatsbürokraten an einem Ende reißen, wenn sie am anderen Ende herumfummeln.

Damit es nicht ganz so einseitig aussieht, kritisiert er gleichzeitig Staatsbürokraten, die ihre selbstgeschaffenen Privilegien genießen (aber genauer will er hier wohl nicht werden, sonst müsste er den anklagenden Zeigefinger schnell auf einige Ex-Kanzler und -Minister aus den eigenen Reihen richten).

Und er schimpft auf Unternehmer, die das Steuerrecht befolgen. (Damit wird zwar nicht der Logik aber wohl dem linken Bauchgefühl Genüge getan.)

So langsam gibt es nur noch eins, das meine Achtung vor einer SPD wiederherstellen könnte, die sich von unverschämten oder schlicht dummschwätzenden Armleuchtern wie Beck, Nahles oder Heil führen lässt:

Marian for PV!

Ähnliche Beiträge


8 Kommentare zu “Beck wird frech”

  1. 8.06.2006 | 17:07

    Jaja…fällt ja alles unter Mitnahmementalität. Mal ganz ehrlich. Mit Sozialleistungen verhalten sich Politiker so wie absolut naive Erzieher. Man stelle eine Schüssel mit Süßigkeiten in einen Raum voller Kinder mit der Vorgabe. “Jeder darf sich nur ein Stück nehmen”. Wieviele Kinder werden wohl mehr nehmen? Nach anfänglichem Zögern die Mehrheit.

    Ich will Sozialhilfeempfänger nicht als Kinder darstellen. Aber da sind Leistungen im Angebot man soll nicht alles in Anspruch nehmen? Da wird das Vortäuschen von WGs oder das Ausziehen aus der elterlichen Wohnung finanziell belohnt, aber “man soll es nicht machen”.

    Wo lebt die SPD eigentlich?

  2. R.A.
    8.06.2006 | 17:18

    @Amtsleiter:
    Das Beispiel mit den Süßigkeiten trifft es nicht ganz.
    Denn es ist ja noch viel schlimmer!

    Die von Beck Kritisierten halten sich ja an die Regel!
    Sie nehmen genau nur das Stück, was ihnen zusteht.

    Und dann kommt Beck hinterher und schimpft: “Das ist unanständig, daß Du Dir ein Stück genommen hast - Du hattest doch zu Hause schon Kuchen”.

    Beck beschimpft Manager wie Sozialhilfeempfänger dafür, daß sie sich genau gesetzestreu verhalten.

    Das ist wirklich widerlich.

  3. 8.06.2006 | 18:03

    Das ist paternalistisches Staatsdenken in Reinform. Landesvater Beck wirft seinen Kindern vor, dass sie nicht brav sind, also ihre Freiheit nicht ausschließlich im Sinne des Erziehungsberechtigten nutzen.

  4. Marian Wirth
    8.06.2006 | 18:03

    Boche,

    Deiner abschließenden Forderung kann ich mich (schon im eigenen Interesse) nicht anschließen, aber sonst: volle Zustimmung!

    Das WELT-Interview, auf dem diese Agenturmeldung basiert, ist übrigens noch viel schrecklicher. In diesem Interview hätten die Fragen wirklich von Dir sein können.

    Die Antworten sind einfach nur eine Bankrotterklärung. Besonders “schön” finde ich, dass er sich lang und breit über die Bürger und die Manager auslässt, aber zu der Selbstbedienung der Politiker gerade mal drei Worte verliert.

  5. der gute don
    8.06.2006 | 20:39

    ich habe heute im Radio seinen Originalkommentar gehört. Einfach nur unglaublich. Schon eine Unverschämtheit, daß die Bürger mit der hohen Belastung auch noch versuchen diese Belastung zu minimieren. Nicht so wie die Einkommenschwachen, die versuchen nicht so viel einzusparen. Wovon? - Keine Ahnung.

  6. 8.06.2006 | 21:27

    @Boche: Du kannst Marian nicht zum Parteivorsitzenden der SPD machen, weil er sich dann den ganzen Tag mit Leuten wie Nahles oder Heil herumärgern müsste. Und der Beck würde quartalsweise Dankbarkeit einfordern ;-)

  7. 9.06.2006 | 3:52

    [...] Vor diesem Hintergrund kann ich dann Kurt Beck irgendwie schon verstehen: Lasst uns die Deutschen, die nicht schnell genug weglaufen können, “anständig” besteuern, solange es sie noch gibt! [...]

  8. 9.06.2006 | 11:55

    Der hat hier einfach mitgelesen und alles mißverstanden:

    “Üppige Anreize, das Sozialsystem auszunutzen, sind so lange kein Problem, wie starke gemeinsame Normen dagegenwirken.”

    Stand hier. Von alleine käme der doch nie auf “Anstand” ;-)

Bad Behavior has blocked 881 access attempts in the last 7 days.