12. Juni 2006
Strammstehen am Kriegerdenkmal
Der Besuch aus Frankreich, der gerade bei uns weilte, lachte nicht schlecht:
Fantasievoll aber zackig uniformierte Männer und Frauen verschiedenen Alters standen stramm. Und zwar vor einem Einfamilienhaus, das mit Fantasiefahnen prächtigst geschmückt war.
Was war geschehen?
Generalmobilmachung zwecks eines doch etwas umfassenderen Kongo-Einsatzes? Verlegung aller waffenfähigen Deutschen nach Afghanistan oder in den Irak?
Nein, des Rätsels Lösung lautet: Schützenfest.
Wenn noch Zweifel daran bestehen, dass Deutsche auch im 21. Jahrhundert die Freuden der Marschmusik und des Strammstehens zu schätzen wissen, sei ein Besuch auf dem Lande zu Zeiten des kollektiven Besäufnisses namens “Schützenfest” empfohlen.
Inklusive Ehrenkranzabwurf am “Kriegerdenkmal” (das “Krieger” zu ehren meint, während es mit diesem Titel aber wohl doch die armen Schweine verhöhnt, die von Kaiser und Führer im Weltkriegsfeuer verheizt wurden).
Aber vielleicht nehme ich das mal wieder viel zu ernst. Während hier doch nur harmloses und liebenswertes Brauchtum gelebt wird. Das, wenn auch vielleicht nicht dem Leben, dann doch wenigstens dem rudelmäßig betriebenen Alkoholkonsum einen Sinn gibt.
Prost.
Verfasst von Boche um 13:55 Uhr in der Kategorie Allgemein, Steckenpferde der Autoren (Trackback)