21. Juni 2006
Afghanistan/Pakistan: Trockenes Pulver, kurze Lunte
Ich kann ja verstehen, dass im Moment der Atomstreit mit dem Iran im Fokus steht. Aber für mich ist diese Aufregung um das iranische Atomprogramm angesichts des Zeitraums, um den es geht und der rhetorischen Spiegelfechtereien, die im Moment stattfinden, doch eher ein Beispiel dafür, dass Unpolitik auch in Form der Außenunpolitik vorkommen kann.
In Pakistan und Afghanistan geht es dagegen handfest zur Sache. Und die instabile Lage in Pakistan sowie die offenkundigen Rückschläge bei “unserem” Versuch, Afghanistan zu demokratisieren, sind schon sehr besorgniserregend. Dazu zwei Links von heute:
In Tribal Pakistan, a Tide of Militancy (Washington Post)
Influence of Taliban Said to Be Spreading Beyond Border Areas Near Afghanistan
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A tide of Islamic militancy is spreading across and beyond the semiautonomous tribal areas of northwest Pakistan that hug the Afghan border, despite the deployment of some 70,000 Pakistani army troops there, according to a variety of people with close family, professional or political ties to the tribal regions.
Senior army officers in this provincial capital say they are making steady progress in pacifying the restive tribal belt and reining in religious extremists, who U.S. and Afghan authorities say have fomented much of the violence that has led to more than 500 deaths in Afghanistan in the past two months.
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Und eine Reportage über den Alltag in Afghanistan:
Die Rückkehr der Schreckensmänner (FAZ)
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Vor fünf Jahren sind die Taliban vertrieben worden, jetzt fühlen sie sich wieder stark genug, die Amerikaner, deren Verbündete und die Regierung Karzai auf breiter Front anzugreifen. Im Norden Pakistans verfügen die Taliban über einen Rückzugsraum, in dem sie schalten und walten, sich ausruhen, nach Belieben ausrüsten und dann wieder losschlagen können.
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Allerdings gibt es an einigen Orten auch positive Anzeichen:
In den Tälern von Tora Bora, den „Weißen Bergen“, in denen sich Usama Bin Ladin und Al Qaida bis zum Einmarsch der Amerikaner versteckt hielten, haben sich die Dinge zum Besseren gewendet. Die Dörfer sind wieder aufgebaut, auf den Felderterrassen blüht nicht der Mohn, sondern Getreide.
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Die Straße zwischen Kabul, Dscha-lalabad und der pakistanischen Grenze war vor Jahren in einem wüsten Zustand. Jetzt sind die kilometerlangen Minenfelder weitgehend geräumt, allerdings nur entlang der Strecke. Wie viele Minen und Sprengbomben im Hinterland liegen, weiß niemand. Doch schafft man die Strecke, die früher zwei Tagesreisen lang war, nun in sechs bis acht Stunden.
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Verfasst von Marian Wirth um 09:10 Uhr in der Kategorie International (Trackback)