21. Juni 2006
Die wirtschaftliche Zukunft Chinas
Es gibt in Bezug auf Chinas Zukunft drei Fragen, die immer wieder gestellt werden und die sich m.E. nicht eindeutig und abschließend beantworten lassen:
Wird Wirtschaftswachstum mittel- oder langfristig zu einer Demokratisierung führen?
Ist bzw. wird China eine militärische Bedrohung für “den Westen”?
Wie wird sich die chinesische Wirtschaft weiter entwickeln?
Zu einer Beantwortung der dritten Frage möchte ich auf eine Analyse von George Friedman von Stratfor (der Wikipedia-Eintrag klingt recht skeptisch) hinweisen, die Simon in voller Länge veröffentlicht und zur Lektüre empfohlen hat (ohne eine Bewertung abzugeben):
China: Crisis and Implications
Friedmans Kernthese lautet:
The end of the Chinese boom was inevitable. The issue now is how all of this will play out in China and in the world.
Es ist zwar etwas unfair, einen kurzen Leitartikel einer fünfseitigen Analyse gegenüber zu stellen, aber ich möchte trotzdem die Gegenthese von Stefan Baron nicht unerwähnt lassen:
Totgesagte leben bekanntlich länger. So wird es auch mit dem Wachstum in China sein. In der Wirtschaft des Landes steckt noch reichlich unausgeschöpftes Potenzial zur Effizienzsteigerung. Die Erfolgsstory der vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte lässt sich daher um viele weitere Kapitel verlängern.
Wer nun Recht hat? Ich weiß es nicht. Aber angesichts der enormen Spannungen innerhalb der chinesischen Gesellschaft und der sonstigen Probleme Chinas ist für mich relativ klar, dass Wirtschaftswachstum allein jedenfalls nicht der geeignete Gradmesser für Zukunftsprognosen sein kann.
Verfasst von Marian Wirth um 08:45 Uhr in der Kategorie International, Wirtschaft (Trackback)