Der alte Kapitalist

Hier ist ein spannendes Interview mit Milton Friedman zu finden.

“Der lebt noch?” wird der eine oder andere fragen.
Ja, und er ist geistig noch immer rege und streitlustig, wie zu sehen ist.

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Gefunden bei politik blog

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9 Kommentare zu “Der alte Kapitalist”

  1. 23.06.2006 | 17:52

    Ja, ein wirklich Klasse-Interview mit dem grossen alten Libertarian! Kann ich so gut wie alles unterschreiben (womit ich mich wohl bei einigen meiner libertären Freunde als Halb-Soze geouted hätte ;))

  2. 23.06.2006 | 18:25

    Ich finde das Interview auch Klasse. Aber alle Ansichten teile ich nicht mit Herrn Friedman

    So wollen wir Afghanistan wieder aufbauen, doch gleichzeitig versuchen wir, den Anbau und Handel von Heroin zu unterbinden. Die Droge ist eines der wichtigsten Exportgüter des Landes und eine der wenigen Möglichkeiten für Afghanen, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Die amerikanische Regierung mischt sich in eine Transaktion zwischen einem willigen Verkäufer und einem willigen Kunden ein – das ist absurd.

    Das würde auch eine Kritik des Non-Proliferations-Vertrages beinhalten. Da gibt es auch willige Verkäufer und Kunden. Genauso wie beim Menschen- und Waffenhandel.

  3. 23.06.2006 | 18:29

    Menschen- und Waffenhandel könnte man aber aus nachvollziehbaren Gründen anders sehen: Menschenhandel verstößt gegen freiheitliche Grundregeln.
    Und Waffenhandel kann ggf. die Sicherheit des Staatswesens bedrohen, für den eine Regierung zuständig ist.

  4. 23.06.2006 | 18:58

    Okay, schlechte Beispiele. Wie ist es mit Kinderpornographie (das ist jetzt harter Tobak). Aber ich ziele darauf, dass eine Transaktion nicht jederzeit stattfinden kann, nur weil sich willige Käufer und Verkäufer finden. Meines Erachtens gehören Drogen auch zu diesen Transaktionen, die verhindert werden sollten.
    Ich kann dir aber auch gleich Friedmans Antwort auf solch eine Aussage geben:

    Ich gehe einig mit John Stuart Mill: Der Staat ist dazu da, den Bürger vor anderen Bürgern zu schützen. Er ist nicht dazu da, die Leute vor sich selbst zu beschützen.

    Aber ein Verbot von Drogen, würde ja die anderen Bürger vor höheren Krankenkassenbeiträgen schützen. Das hat also schon etwas mit Verantwortung zu tun, nicht alle Drogen freizugeben.

  5. 23.06.2006 | 20:40

    Herrliches Interview, das Friedman mit sich selbst führte. Interessante Fragen, die er sich selbst stellte und dann - wie immer - erklärte: Ein Glück, dass der Staat so ineffizientg ist, ansonsten wäre bei 50% Staatsanteil von FReiheit nicht mehr viel da.

  6. 24.06.2006 | 1:46

    Danke für diesen Hinweis, Boche. Ein großartiger Milton Friedman, dessen Buch Kapitalismus und Freiheit sowieso jedem, auch dem eingefleischtesten Linken, als Einstieg in liberales Denken empfohlen werden kann.

    Ich freue mich übrigens ganz besonders, mich in der Beurteilung der Kriege in Afghanistan und Irak an seiner Seite zu sehen.

  7. googlehupf
    24.06.2006 | 11:35

    Das Buch war auch mein erster Einstieg “in die Materie”. Dass die amerikanischen Liberalen[*] nicht so scharf auf Militäreinsätze sind fällt einem auch schnell auf wenn man ab und zu mal bei Reason vorbeischaut. Das Magazin und den angeschlossenen Blog kann ich sowieso jedem der sich für eine liberale Sicht auf die amerikanische Innenpolitik interessiert empfehlen.

    [*] die allerdings sowieso etwas radikaler sind als europäische Liberale

  8. Schmock
    25.06.2006 | 13:41

    Wie ist es mit Kinderpornographie (das ist jetzt harter Tobak). Aber ich ziele darauf, dass eine Transaktion nicht jederzeit stattfinden kann, nur weil sich willige Käufer und Verkäufer finden.

    Schlechtes Beispiel, da bereits bei der Produktion von Kinderpornographie massiv in die Freiheit und Unversehrtheit eines Menschen/Kindes eingegriffen wird, greift hier der Grundsatz des Schutzes vor Mitmenschen. Den daraus resultierenden Handel zu verfolgen ist dann nur konsequent.

    Aber ein Verbot von Drogen, würde ja die anderen Bürger vor höheren Krankenkassenbeiträgen schützen.

    In einem von staatlichem Zwang befreiten Gesundheitsversicherungssystem, hätten die Versicherer effektive Möglichkeiten Menschen die sich selbst schädigen die Versicherung zu verweigern, bzw. die Beiträge entsprechend anzupassen.

    Es geht ja nicht darum Freifahrtscheine zur Selbstzerstörung auf Kosten der Gemeinschaft auszustellen, sondern den Menschen die Verantwortung für sich selbst zurück zu geben.

    Dies ist allerdings nicht möglich solange wir Scheitern in dem Maße sozialisieren wie wir es bisher tun.

  9. 25.06.2006 | 13:41

    Selbst wenn man akzeptiert, dass es nicht Aufgabe des Staates ist, den Bürger vor anderen Bürgern zu schützen, so fällt es leicht zu akzeptieren, dass ein Staat das Recht hat Kinder vor Bürgern zu schützen, da diese sich oft nicht selbst schützen können.
    Dies ist der Grund warum auch kein Liberaler (von dem ich je gehört hätte) Probleme mit dem Verbot von Kinderpornographie hat.

    Ich lese gerade auch “Kapitalismus und Freiheit”. Man muß wirklich nicht allem zustimmen, aber zum Beispiel das Konzept der “Bildungsgutscheine” ist viel versprechend und wird gerade von den Julis aufgegriffen.
    Wie aktuell viele Aspekte des Buches Jahrzehnte nach der Veröffentlichung noch sind, ist zum einen interessant und zum anderen auch erschränkend.

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