Rock-Opas Mauer

Ich kann es ja verstehen: Da hat man ein Lied geschrieben, das recht gut gefiel und auch noch einen Hauch Welthistorie abbekam. Das macht bestimmt stolz. Da denkt man sich wohl: Wow! Ich gehöre zu großen Ereignissen der Geschichte - und alle haben auf mich geschaut!

So muss es wohl dem Roger Waters gegangen sein. Hat da ein Lied über eine Mauer.
An einer Mauer, mit der Menschen eingesperrt wurden, hat er es mit großem Erfolg und welthistorischer Verve gesungen. War sicher ein erhebendes Gefühl. Ein Ansingen gegen Unterdrückung und Unfreiheit, das auch noch geschäftlichen Erfolg und künstlerischen Ruhm abwarf.

Und nun? Die Mauer von damals ist weg. Aber Roger ist nicht dumm. Roger findet eine neue Mauer, gegen die er ansingen kann.
Diese Mauer ist zwar ein Schutzwall nach außen und keine Gefängnismauer nach innen - aber egal: Die Mauer muss weg. Denn wenn eine Mauer Mörder am Morden hindert, ist sie rassistisch. (Wohl weil der Mörder rassistisch motiviert ist. Ist ja auch irgendeine Logik, nicht wahr?)

Grass zeigt es, Waters zeigt es - manchmal ist Berühmtheit von Nachteil. Nämlich dann, wenn sie offensichtliche Altersdemenz oder schlicht politische Dummheit an die Öffentlichkeit zerrt.

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4 Kommentare zu “Rock-Opas Mauer”

  1. 23.06.2006 | 13:19

    Als “Pink Floyd”-Fan melde ich mich mit der Besserwiserei zu Wort, dass “die Mauer” in der gleichnamigen Rock-Oper ursprünglich gar nichts mit der “Mauer” um Berlin zu tun hatte. Der Zusammenhang entstand, als Roger Waters bei “Pink Floyd” ausstieg.
    Er spielte allerding noch bei Liveaufführungen von “The Wall” weiter mit, sozusagen als Gastmusiker. Nach dem Ende der “The Wall”-Tournee antwortete Waters auf eine Reporterfrage, wann denn “The Wall” wieder aufgeführt werden würde sinngemäß: “Erst wenn die Berliner Mauer fällt”. Da Waters von der Stabiltät der DDR überzeugt war, bedeutete das sinngemäß: “da müßte schon ein Wunder geschehen”. Zu seiner Verwunderung geschah das Wunder wenige Jahre später - und er hielt Wort.

    Was sein derzeitiges Engagement in Palästina angeht: Ich habe den Verdacht, dass Waters, der seine besten Tage als Komponist und Musiker leider längst hinter sich hat, in erster Linie auf Publicity aus ist.

  2. Boche
    23.06.2006 | 13:24

    Nee, ich weiß doch, dass “The Wall” ursprünglich nichts mit der Berliner Mauer zu tun hatte.

  3. 23.06.2006 | 15:40

    Da bin ich ja beruhigt. Weil nämlich seit dem Berlinen Mauerkonzert diese fälschliche Annahme sehr weit verbreitet ist, besonders bei Leuten, die nie das ganze “The Wall”-Album gehört haben und bzw. oder die nur unzureichend Englisch können. Also der satten Mehrheit der Dudelfunk-Moderatoren & Redakteure.

  4. 27.06.2006 | 18:17

    [...] Während die bösen Juden Zionisten unter dem Geschrei und Protest linker “Menschenrechtler” und seniler Rockopas zeitlich herausgeforderter Mitmenschen arme unschuldige Selbstmord-Attentäter von deren explosiv-transzendentalen Selbstverwirklichung abhalten, wehren sich die Palästinenser wie üblich hochanständig, weil absolut gewaltfrei und ausschließlich auf militärische Ziele bedacht. Militärische Ziele wie folgendes: Palästinensische Anrufer haben am Montag das Telefonnetz der Notrufzentrale von Aschdod lahmgelegt. Der Rettungsdienst “Magen David Adom” (Roter Davidstern MDA) veröffentlichte daraufhin eine neue Telefonnummer für Notfälle. [...]

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