24. Juni 2006
Rassismus?
Alarmiert durch gewisse Ereignisse im Osten Deutschlands, und angeregt durch meine Begeisterung für afrikanische Fußballmannschaften (Togo - welch verschwendetes Potenzial!) denke ich gerade ein wenig über meinen eigenen Rassismus nach.
Und da fällt mir ein interessantes Zusammentreffen ein, das womöglich verdeutlicht, warum Rassismus auf mich keine Anziehungskraft ausübt. Viele kennen vielleicht die Komödie von Abrahams/Zucker, “Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug”. In der deutschen Synchronisation sprechen die Schwarzen an Bord ein für Fischköppe wie mich oft unverständliches Bayerisch, weshalb dazu auch Untertitel eingeblendet werden. Dazu mag man ja noch stehen, wie man will.
Aber vor ein paar Jahren gab es im Fernsehen eine große Gala für einen runden Geburtstag des FC Bayern München (ich google jetzt nicht, welcher das war). Dort wurde unter anderem ein Fan des FC Bayern vorgestellt, der optisch ein waschechter Afrikaner war, aber in Sprache und Verhalten ein Bayer, wie er im Buche steht. Dieser Kontrast veranlasste die Zuschauer immer wieder zu Lachsalven und verblüfften Sympathiekundgebungen, womit sie natürlich nachträglich dem Einfall der Synchronisateure des Abrahams/Zucker-Films Recht gaben.
Also: Wer sich bei der Beurteilung bzw. Einordnung von Menschen auf die Hautfarbe bezieht, der könnte vielleicht genau so gut stattdessen die Körpergröße nehmen - der Erklärungsgehalt von beidem ist ungefähr gleich begrenzt.
Verfasst von Rayson um 02:35 Uhr in der Kategorie Gesundheitspolitik, Politik (Trackback)