Verantwortung

Verantwortung ist gefragt in Deutschland: soziale und patriotische Verantwortung, Verantwortung für die jungen Menschen (siehe auch hier), Verantwortung für die Arbeitnehmer, natürlich die geschichtliche Verantwortung, etwas allgemeiner und geschäftsberichttauglicher die gesellschaftliche Verantwortung, oder auch gleich im Rundumschlag als “soziale, regionale und so etwas wie patriotische Verantwortung”.

Nur eine Art Verantwortung ist bei uns verpönt: die für sich selbst.

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19 Kommentare zu “Verantwortung”

  1. der gute don
    27.06.2006 | 23:46

    dieses blog ermüdet mich. Wo bleiben noch die offenen Aspekte, die man beleuchten kann? Wer denkt hier eigentlich mal an die Leser & Kommentatoren?

  2. 28.06.2006 | 8:11

    Die Verantwortung wurde doch verstaatlicht. Wer für sich selbst nicht verantwortlich sein muss, der wird es auch nicht für andere sein.

  3. 28.06.2006 | 10:30

    Die Verantwortung für sich selbst ist deshalb verpönt, weil echte Eigenverantwortung nur im Rahmen weitergehender Freiheit möglich ist. Die Freiheit wird aber im Gegenteil immer mehr eingeschränkt.

    @der gute don:
    Ein offener Aspekt wäre zum Beispiel, an welchen Stellen die Eigenverantwortung zuerst wieder gestärkt werden müsste.

  4. joe_f
    28.06.2006 | 10:37

    Nur eine Art Verantwortung ist bei uns verpönt: die für sich selbst.

    Hach, schöner hätte das ein beliebiger Talkgast bei Christiane Sabinsen auch nicht formulieren können.
    Und dabei gibt es doch so viele, die hierzulande die Verantwortung für sich selbst übernehmen, und zwar nur für sich selbst. Man denke an die Politiker, die gleichzeitig als Lobbyisten tätig sind, und somit mehr Geld auf dem Konto haben - mehr Geld für Selbstverantwortung! Das entlastet die Gemeinschaft. Oder die Manager, die Unternehmen ruinieren und an der Börse Milliarden verbrennen. Sie bekommen dafür dicke Abfindungen und können sich damit ihre Selbstverantwortung selbst bezahlen. Auch eine Entlastung der Gemeinschaft. Leuchtende Vorbilder! Sie liegen der Gemeinschaft nicht auf der Tasche wie diese kommunistischen, sozialschmarotzenden Arbeitslosen. Jawoll!

  5. 28.06.2006 | 10:58

    “Die Verantwortung wurde doch verstaatlicht”

    Blödsinn. Ihr seid invertierte Marxisten.

    Die “Verantwortung für sich selbst” ist ja in sich schon gar nicht so einfach zu behaupten. Geht zwar - existentialistisch z.B. - , aber das muß man schon spezifizieren, anstatt in diese Lamentos einzustimmen, wie sie insbesondere in polemischer Absicht in Richtung Schweden derzeit überall nachgeplappert werden. Was ist denn da mit “sich selbst” gemeint? Die psychische Verfassung? Das Aussehen? Das Seelenheil? Die Herkunft?

    Das ist nicht trivial. Am meisten Sinn macht “Verantwortung” ja zumeist bei der Antizipation oder Beurteilung von Handlungsfolgen, nicht hinsichtlich eines “Selbst”. Da kann man dann ansetzen, welche Art von z.B. politischen oder ökonomischen Systemen Handlungen z.B. verhindern oder ermöglichen.

    Da es hier ja wie zumeist gegen irgendwelche vermeindlich “entmündigenden” Sozialsysteme geht, hat man dann an konkreten Beispielen aufzuzeigen, welche Handlungsspielräume der jeweils Betroffenen denn überhaupt wirklich existieren und inwiefern sie erweitert werden können, um sinnvoll darüber zu reden.

    Interessant wird das Ganze zudem, wenn man es z.B. auf die Rede von Managern und Politikern bezöge, daß “die Globalisierung” zu irgendetwas zwänge, von Gesundheitsfaschisten, die übergewichtige Raucher zu schlechteren Menschen diskutieren (wenn da nicht ständig von Eigenverantwortung die Rede ist, von was denn dann?) oder aber daß “Markgesetze” Handlungen determinierten, für die man dann auch nix kann.

    Oder eben den gleich Existentialismus diskutieren. So wie oben verbleibt das auf dem Niveau eines FAZ-geschwängerten Wortes zum Sonntag, sorry.

  6. 28.06.2006 | 13:51

    @joe_f

    Was “Eigenverantwortung” ist, scheinst du noch nicht so richtig begriffen zu haben. Dass dir da wieder nur “Politiker und Manager” einfallen, deutet eher darauf hin, dass Verantwortung auch für dich generell etwas ist, das möglichst andere zu übernehmen haben. Bei Eigenverantwortung geht das ja schlecht.

    @MomoRules

    Es ist interessant, dass du gerade der Eigenverantwortung skeptisch-spitzfindig gegenüberstehst und das Gesülze von den anderen Verantwortungen, die da (wie oben schon gesagt) natürlich immer jemand anders wahrzunehmen habe, so stehen lässt, ohne dort mehr Substanz einzufordern.

    Im Übrigen ist die Forderung nach Konkretisierung auf Blogeinträge wie diesen eine ziemlich billige, die ich, um dich und andere zu entlasten, demnächst auch gerne in einem Disclaimer abfangen kann, der auflistet, was ein Eintrag aus zwei Sätzen bezweckt und was er schon der Form halber nicht leisten kann.

    Ich brauche jedenfalls nicht viel darüber nachzudenken, wie Eigenverantwortung aussieht. Um gleich ein Beispiel von dir aufzugreifen: Natürlich gehört dazu, nicht leichtsinnig mit dem eigenen Körper umzugehen, wenn man auf Gesundheit Wert legt. Oder dass man mit seinem Geld gut wirtschaftet. Oder dass man sich darum bemüht, eine gute Ausbildung zu erhalten (bzw. es als Elternteil für seine Kinder tut). Oder dass man bestrebt ist, für seinen eigenen Lebensunterhalt zu sorgen.

    Aber egal, wie man das in konkretes politisches Handeln umsetzt (wahrscheinlich eher in Nicht-Handeln) - aus (para-)fiskalischer Sicht wäre Rauchen übrigens zu fördern -, es fällt auf, dass Politik auch dann, wenn sie versucht, ethische Begriffe ins Spiel zu bringen, wieder nur das Ziel verfolgt, den Wählern die Bastiatsche Illusion vorzugaukeln, ein Leben auf Kosten anderer sei für alle möglich.

    Nur noch mal kurz auf zwei Wendungen von dir eingegangen:

    übergewichtige Raucher zu schlechteren Menschen diskutieren

    Das ist nur die typische Folge in einem Zwangssystem wie dem unseren und ein sehr schönes Beispiel für den Mechanismus von “The Road to Serfdom”.

    “Markgesetze” Handlungen determinierten, für die man dann auch nix kann

    Handeln ist immer die Wahl zwischen Alternativen. Es entstehen immer Opportunitätskosten. Insofern sind Handlungen, die sich nach den Marktgesetzen richten, nie determiniert, sondern höchstens vorhersagbar, weil die meisten Handelnden die eine Alternative schlechter bewerten werden. Was nicht bedeutet, dass man sich nicht doch für sie entscheiden kann, aus irgendeiner Verantwortung heraus oder warum auch immer. Die “Marktgesetze”, so wie sie mehrheitlich wahrgenommen werden, liefern dann zwar einen Hinweis auf die Erfolgswahrscheinlichkeit dieses Handelns, aber gerade das macht den Markt als Entdeckungsverfahren ja aus: Dass es immer wieder Leute gibt, die gegen den Strom schwimmen. Die meisten scheitern, aber einige sind doch erfolgreich, was unser Wissen dann wieder ein Stück weniger unvollkommen macht - wir lernen.

  7. 28.06.2006 | 16:07

    @Rayson:

    Ich werde bei Wort-Fetischen spitzfindig, und wenn man mir meinerseits die Verwendung von so einem nachweist, werde ich nachdenklich. Mittlerweile geht mir das Wort “Globalisierung” ungefähr ebenso auf den Geist, und ich glaube noch nicht einmal mehr, daß man die kritisieren kann. Das verantwortungslose Handeln von bestimmten multinationalen Konzernen am konkreten Beispiel u.U. schon, vielleicht auch deren segensreiches Wirken, z.B. jenes der Bill Gates Stiftung (keine Ahnung, wie die wirkt, nur als Beispiel).

    “Eigenverantwortung” ist derzeit so ein Wortfetisch. Und während Du auf Nachfrage ja genauer wirst hinsichtlich dessen, was Du meinst, kann ich manche dahergesagte Litaneien in anderen Kontexten einfach nicht mehr hören oder lesen (gerade dies Beispiel Schweden). Zwingt mich keiner zu, das zu lesen, aber es wirkt ja politisch, und deshalb sollte man darauf eingehen, wenn man politisch interessiert ist.

    Die Spezifizierung, die Du in Sachen Markt beschreibst, wäre jetzt eben auch auf die anderen Felder, in denen gehandelt wird, in eben einer solchen Form zu übertragen, damit man was sagt. Weil Handlungen eben in Situationen, in bestimmten Strukturen, im Rahmen der Möglichkeit z.B. staatlicher Sanktionen etc. vollzogen werden.

    Bezieht man das auf die Sozialsysteme, z.B., dann ist ja die Frage, welche Handlungsoptionen die Betroffenen eigentlich wirklich haben, warum sie bestimmte vielleicht auch nicht hatten oder nicht haben oder noch andere nicht wahrnehmen. Soll heißen: Eigenverantwortung ohne Situationsbeschreibung sagt einfach nichts aus. Ich bin überhaupt nicht skeptisch Eigenverantwortung gegenüber, sondern gegen die Forderung nach dieser ohne Situationsbeschreibung.

    Dann landet man vielleicht hinterher bei sowas wie den Bildungsgutscheinen von Milton Friedmann (ein oder 2 “n”?), und ist schon mal einen Riesen-Schritt weiter, weil man das in seiner potenziellen Wirkung durchspielen kann. Wo kommt bei einem solchen Modell Eigenverantwortung zum Tragen, und wo sind die Umstände vielleicht so, daß doch wieder nur die immergleichen ihr Stück vom Kuchen abbekommen, andere aber nicht? Oder sind die gar nicht so, die Umstände, gibt es gar keinen Kuchen? Usw.

  8. joe_f
    28.06.2006 | 22:20

    @ Rayson

    Klar, als Freiberufler habe ich natürlich null Ahnung von Eigenverantwortung. Weißt du, so einfach schwarz-weiß ist die Welt halt auch nicht.
    Mein Beitrag war die 180-Grad-Antwort auf deinen Spitzen-Sabinsen-Spruch. Er spielt darauf an, dass die, die in Deutschland immer gerne von Eigenverantwortung reden, gleichzeitig damit beschäftigt sind, sich immer mehr Privilegien zuzuschanzen. Manager und Politiker sind halt Paradebeispiele und deswegen plakativ. Du musst nur aufmerksam verfolgen, welches Geld in Deutschland in welche Hände fließt. Nimm als Beispiel den Deal mit den Emissionszertifikaten: Die Energiekonzerne bekommen sie im Wert von 4 Mrd. € umsonst, schreiben sie als Lasten an und schieben das vor, um die Verbraucher noch mal um genau jene 4 Mrd. zur Kasse zu bitten. Wie eigenverantwortlich ist denn bitte das?
    Ich verstehe, dass man Arbeitslose, Arme usw. gerne als Sündenböcke hat. Es ist halt immer einfacher, sich auf die Seite der Starken zu schlagen, vor allem als deutscher Untertan. Ich tue es nicht. Schade, dass der Liberalismus nur für die Privilegierten gelten soll. Finde ich peinlich, gerade als Liberaler.

    “Ironie, die erklärt werden muss, ist keine.”

  9. 28.06.2006 | 22:31

    @joe_f

    Ich verstehe nicht, was dein Beruf an der Güte deiner Aussagen ändern soll. Wer seine Allergie gegen das Wort Eigenverantwortung als erstes mit einer staatlichen Maßnahme begründet, der muss von etwas anderem reden als ich das tue.

    Was sich in deinem letzten Absatz bestätigt. Sollte dir irgendwann nochmal was Sinnvolles einfallen, dann bring das gerne ein.

  10. 28.06.2006 | 23:46

    Mir ist jedenfalls immer noch unklar, was die Befürworter von mehr Eigenverantwortung eigentlich mit den Menschen tun wollen, die auf der einen Seite nicht den Mut dazu aufbringen, sie zu tragen (den Begriff hielt ich schon immer für eine Phrase derjenigen, die selbst möglichst nur Verantwortung für sich selbst übernehmen wollen) oder die auf der anderen Seite dazu auch überhaupt nicht in der Lage sind. An dieser Stelle wird immer gern von einer staatlichen Grundversorgung geredet. Leider bietet auch dieses Angebot in keinster Weise eine befriedigende Lösung. Es ist vage und unehrlich. Vage, weil es keinerlei konkrete Lösungen enthält und unehrlich, weil klar ist, dass viele Menschen sich heute aus den Problemen, die aus der Globalisierung erwachsen, keine Auswege finden werden (insbesondere fehlende Voraussetzungen, wie Bildung oder Flexibilität und selbst das Alter eines Arbeitnehmers reduziert die Chancen auf minimales Niveau).

    Es geht nicht um Allergien, sondern es geht immer noch um so etwas wie Solidarität und Gerechtigkeit. Auch wenn diese für Liberale scheinbar so provokativen Begriffe mehr und mehr zum roten Tuch und zur Ursache “des Übels” hochgeredet wurden (es ist weniger im Wählerverhalten als im täglichen Miteinander festzustellen), bleiben diese in den Köpfen der Leute lebendig. Solange das so ist bzw. so bleibt, ist noch nicht alles verloren. Es sei denn, die Große Koalition scheitert wirklich und die hohe Arbeitslosigkeit bliebe bestehen.

    Für viele Menschen gibt es in Deutschland keine Arbeit mehr. Manche drücken sich vor Angeboten und wieder andere schlagen Angebote aus, weil sie der Meinung sind, dass Arbeit auch gerecht entlohnt werden sollte. Jugendliche finden keine Ausbildungsstellen, weil, wie uns die Wirtschaft gerade einmal mehr und zum richtigen Zeitpunkt mitteilte, wie miserabel qualifiziert 1/4 der Schulabgänger seien. Die Schuld liegt, daran besteht höchstwahrscheinlich Übereinstimmung in erster Linie bei den Elternhäusern. Nun frage ich mich allerdings, inwieweit uns diese Einsichten bei der Lösung des Problems helfen können. Für die Zukunft, wenn wirklich die richtigen Weichen gestellt würden. Was aber tun die jungen Leute, denen es vielleicht im Moment noch ziemlich egal ist, was später aus ihnen wird, wenn sie über diese Phase hinaus sind? Lassen wir sie ihre Karrieren in den Sozialsystemen machen und warten besserwisserisch darauf, dass sich erweist, dass unsere Systeme aufgrund ihres absehbaren Ausblutens bestenfalls Gestalt und Wert einer Fata Morgana haben?

  11. joe_f
    29.06.2006 | 0:13

    Na, Freiberufler heißt: Alles auf eigene Rechnung, sprich Eigenverantwortung. Eine Allergie dagegen liegt bei mir nicht vor, es wäre sehr schädlich.
    Deine Antworten werden jetzt allerdings etwas kryptisch. Bissigkeit sollte nicht mit Dichterei verwechselt werden. Eigenverantwortung? Gerne. Wo bleiben denn die Chancen in Deutschland, die die Menschen zur Eigenverantwortung ermächtigen? Ich befürchte, nur die ohnehin Privilegierten haben sie - auch wenn das bei dir nicht angekommen zu sein scheint. Deshalb: Trauriger Liberalismus.

  12. 29.06.2006 | 0:59

    @apollon

    Ich habe keine Ahnung, warum bei der Erwähnung des Wortes “Eigenverantwortung” gleich mit der Beschwörung von Arbeitslosigkeit und des Bildes von Menschen geantwortet wird, die angeblich nicht in der Lage wären, Eigenverantwortung zu übernehmen. Mein Menschenbild jedenfalls geht davon aus, dass die allermeisten Menschen sehr wohl dazu in der Lage sind.

    @joe_F

    Witzig: Unter Eigenverantwortung stelle ich mir jedenfalls etwas anderes als das Schreiben von Rechnungen vor. Mit dem rechtlichen Gestaltungsrahmen bei der Erbringung von Dienstleistungen hat sie eigentlich ziemlich wenig zu tun.

    Wirklich traurig ist, dass du anscheinend daran glaubst, dass die Mehrheit der Menschen nicht in der Lage wäre, Eigenverantwortung zu übernehmen. Der Ruf nach der weisen Avantgarde, die dann für das Wohlergehen der armen Schäflein sorgt, liegt da ja geradezu auf der Hand. Wie praktisch.

    Übrigens ist nicht alles gleich kryptisch, was du nicht kapierst.

  13. 29.06.2006 | 1:14

    Nochmal apollon:

    Wir wiederholen uns. Du redest von “Solidarität”, meinst aber eine Mischung aus Nutzenmaximierung auf der einen und Zwang auf der anderen Seite. Du redest von “Gerechtigkeit”, ohne für diese einen Maßstab anzubieten. Für mich sind diese beiden Begriffe zu reinen Worthülsen derer degeneriert, die einfach in den Genuss der Leistungen anderer kommen wollen bzw. auf der Grundlage dieses Wunsches ihre eigenen Karrieren befördern.

    Aber das ist gar nicht Thema dieses Eintrags. Ich stelle nur fest, dass “Verantwortung” bei uns ein Wert ist, den man immer und ausschließlich von anderen erwartet, und der meistens einfach nur den Wunsch nach Vermögenübertragungen enthält. Da, wo man selbst “betroffen” sein könnte, malt man die dollsten Schreckensszenarien an die Wand, die immer nur ein Ergebnis haben: Mehr von anderen zu verlangen ist immer gut und richtig, selbst etwas tun zu müssen eine Zumutung.

  14. 29.06.2006 | 7:30

    Nun wird also Eigenverantwortung als bloße Worthülse abgetan. Freilich sollen die Leistungsträger [also diejenigen, die durch Arbeit unsere Sozialsysteme tragen] gesellschaftliche Verantwortung zeigen und Leistung für andere mit erbringen. Diese “anderen” werden dafür von jeder Eigenverantwortung freigestellt. Ist Eigenverantwortung nicht mehr vermittelbar und nicht mehr zumutbar?

  15. 29.06.2006 | 8:26

    @Rayson und Stefanolix:

    Kein Schwein plädiert für weniger Verantwortung oder Eigenverantwortung. Wenn man’s genauer bestimmt, ist’s auch keine Worthülse. Die ist es aber, wenn sie als Scheinargument mal eben so eingeworfen wird, um selbst Verantwortung abzugeben und Eliten, denen’s eh schon gut geht, aus der Schußlinie zu nehmen.

    “Mehr von anderen zu verlangen ist immer gut und richtig, selbst etwas tun zu müssen eine Zumutung.”

    Das gibt’s, quer durch alle politischen Lager … aber auch da gilt, daß die Situationen, in denen Menschen handeln, schon mit beschrieben werden muß, damit’s keine bloße Operette wird …

  16. 29.06.2006 | 9:18

    @Rayson: Politiker sind dafür bekannt, dass sie von uns allen nur unser Bestes wollen - unser Geld. Ich will das nicht. Mir geht es weniger um materielle Dinge als um die Frage, welche Antworten wir dafür parat haben, wenn es nun einmal so ist, dass Jugendliche aus der Schule kommen und nicht dazu in der Lage sind, eine Ausbildung abzuschließen. Meine Meinung: Auch für diese Menschen sollte es eine Zukunft geben, auch wenn das die Allgemeinheit zusätzlich Geld kosten würde. Deine Meinung scheint zu sein: Sollen sie doch sehen, wo sie bleiben.

  17. joe_f
    29.06.2006 | 9:58

    @ Rayson

    Schade, dass du deinen Kommentatoren einfach mit wilden Spekulationen irgendwas unterstellst. Wenn Rayson es nicht kapiert, dann habe ich es nicht kapiert? Liest du überhaupt, was da geschrieben steht? Aber is gut jetz. Ich geb’s auf. Gegen Fanatismus kann ich auch nix ausrichten…

  18. der gute don
    29.06.2006 | 10:17

    Eigenverantwortung ist in erster Linie eine Frage der Einstellung und der Erziehung. Alleine schon die Reaktionen auf eine Kündigung habe ich in Dland und USA vollkommen unterschiedlich erlebt.

    “Mir wurde gekündigt.” = Passives Empfangen

    “Ich habe die Chance einen besseren Job zu finden.” = aktives Gestalten

    Natürlich benötigen Menschen, die nicht aus eigener Kraft die benötigte Leistungsfähigkeit abrufen können in vielerlei Hinsicht Hilfe. In erster Line brauchen Sie allerdings Anreize. Welcher Schüler macht den gerne und freiwillig Hausaufgaben? - Und ist im nachinein froh, das seine Eltern ihn im Nacken lagen.

    Da ist es natürlich bequem, wenn der Staat sagt, “lass man, ich regel das schon für Dich …” - mit dem herrlichen Effiziensgrad den wir ja alle kennen.

  19. 29.06.2006 | 10:59

    @joe_f

    Während du natürlich mein Bedürfnis, Privilegierten zu dienen, messerscharf analysiert hast, handelt es sich bei meiner Schlussfolgerung aus dem von dir Gesagten selbstverständlich lediglich um “wilde Spekulationen”. Finde ich witzig, wenn Phrasendrescher mir Fanatismus unterstellen.

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