Preisbildung

Israel ist in den Gaza-Streifen einmarschiert.

Die palästinensischen Zivilisten werden wieder einmal dafür bezahlen, dass sie ihren antisemitischen, gewaltverliebten Mob noch immer unter sich dulden und deren Vertreter sogar in die Regierung wählen.

Sie werden bezahlen für korrupte Führer, die Milliarden Steuergelder aus Europa horten und vom Leid der armen Palästinenser klagen. Während sie alles tun, um den Konflikt am Köcheln zu halten.

Sie werden bezahlen dafür, seit Gründung des kleinen Landes Israel auf Seite der Kriegstreiber, Nazi-Verbündeten und Terroristen zu stehen - ob nun freiwillig oder als Geisel.

Sie werden bezahlen. Mal wieder.
Und ich muss mir wirklich Mühe geben, den Preis nicht angemessen zu finden.
Das gelingt mir nur, weil ich mir sage, dass niemand ein Leben inmitten von Hass und Gewalt verdient hat. Weil ich annehme, dass es bei all dem Hass und all der Verblendung auch Vernunft und Anstand gibt. Und dass diese siegen werden über bärtige Faschisten, islamistische Idioten und korrupte Kriegstreiber.

PS: Aber auch ich werde bezahlen, wenn auch nur pekuniär:

Mit den Steuern, die mir der Staat abknöpft, wird den armen Palästinensern geholfen werden. Ich frage mich, ob ich arm in Anführungszeichen setzen sollte. Und ich frage mich, wobei mein Geld den Palästinensern helfen wird. Werden sie es in Krieg und Hass investieren oder doch endlich mal in Frieden und Verständigung?

Mit meinen, mir zwangsweise abgenommenen Gebühren werden Journalisten bezahlt, die bei arte über die schlimmen Folgen der Besatzung wehklagen und Propagandafilmchen über Selbstmordattentäter zeigen.
Herr Philipp von der Deutschen Welle wird von mir für seine Verliebtheit bezahlt, die er diversen Antisemiten entgegenbringt.
Die “Öffentlich-Rechtlichen” werden von mir dafür entlohnt, dass sie die nächste Pallywood-Geschichte ins deutsche, mitleidtriefende und insgeheim vielleicht doch endlich wieder judenhassen-könnende Wohnzimmer liefern.

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28 Kommentare zu “Preisbildung”

  1. 28.06.2006 | 14:55

    Jedoch mich nicht zu verschonen war richtig
    Denn die Lektionen des Lebens war’n wichtig.

    (Sommerregen, Die Fantastischen Vier)

    Mehr:
    http://martin-hagen.blogspot.com/2006/06/operation-sommerregen.html

  2. R.A.
    28.06.2006 | 15:57

    > Mit den Steuern,
    > die mir der Staat
    > abknöpft, wird
    > den armen
    > Palästinensern
    > geholfen werden.
    Genau das ist der Grund, warum die Palästinenser auf keinen grünen Zweig kommen.

    Weil sie als einzige Volksgruppe der Welt seit Jahrzehnten reichlich und dauerhaft mit westlichen Hilfsgeldern versorgt werden, können sie sich auf Krieg, Terrorismus und Islamismus konzentrieren und müssen sich nicht darum kümmern, sich in ihre Gastländer zu integrieren und einen normalen Lebensunterhalt aufzubauen.

  3. 28.06.2006 | 16:03

    Ein 90%iges Grüppchen macht dem ganzen palestinenschen Volk einen schlechten Namen. Man darf doch nicht das ganze Volk für die Verbrechen Einzelner bertrafen. So lange es noch zehn Gerechte gibt…

  4. 28.06.2006 | 16:13

    Ohne ARTE und andere öffentlich-rechtliche Programme würden viele Themen ganz von der Agenda verschwinden, weil es für sie keinen Markt gibt.

  5. Boche
    28.06.2006 | 16:15

    Du meinst, arte und die öffentlich-rechtlichen Programme senden Themen, die niemanden interessieren?

  6. 28.06.2006 | 16:45

    Wieso überrascht mich diese Antwort nicht?

    Nein: Die privaten Programme und auch Printmedien bauen (von wenigen Ausnahmen im Print-Feld abgesehen, z.B. FR, aber das weiß ja jeder, wie’s der geht) Mäntel um Anzeigen und Werbe-Blöcke.

    Öffentlich-rechtliche Medien schaffen wenigstens zum Teil noch ein Angebot, das darüber hinaus geht, das sehr wohl auch genutzt wird, auch in weit höherem Umfang, als die Realität der Quotenerhebung abbildet (3SAT Kulturzeit wird von der GFK beispielweise bei ca. 100.000 Zuschauern gemessen, für Fernsehen ein Nichts, für Print schon eine proppere Auflage. Dann haben sie selbst mal - unabhängig! - forschen lassen, und landeten bei 500.000. Liegt wahrscheinlich an der Anpassung der Meßergebnisse an die Normalverteilung, vermute ich).

    Auf dieses Interesse würde jedoch kein privates zumindest TV-Unternehmen setzen, wenn’s nicht die Öffentlich-Rechtliche gäbe, weil alles auf die Mitte zielt, den größten gemeinsamen Nenner, also das jeweils größte Stück vom Kuchen (was auch für die öffentlich-rechtlichen Hauptprogramme gilt).

    Zeitungen für den Nischen-Bereich sind einfach billiger zu produzieren, deshalb gibt’s da welche. Fernsehen ist ein sehr teures Medium, was Du über “Nischen-Märkte” nicht finanziert bekommst.

    Auch ARTE-Dokus über Palästina würden übrigens differenzierter ausfallen, wenn Geld für Recherche da wäre. So verbleibt immer mehr Inhalt bei der reinen Meinung stehen, und zwar am liebsten jener, die Vorurteile bestätigt.

  7. 28.06.2006 | 16:47

    Oder die nur eine Minderheit interessieren, wobei diese Minderheit aber das Recht hat, sich die Bedienung ihres Interesses von der Allgemeinheit finanzieren zu lassen?

  8. Boche
    28.06.2006 | 16:52

    Zur Frage, wer über das entscheidet, was ich bezahle, hat Rayson ja das Passende gesagt.

    Nun noch das:

    Auch ARTE-Dokus über Palästina würden übrigens differenzierter ausfallen, wenn Geld für Recherche da wäre. So verbleibt immer mehr Inhalt bei der reinen Meinung stehen, und zwar am liebsten jener, die Vorurteile bestätigt.

    Vorurteilsbehafteter Journalismus ließe sich also durch Finanzspritzen beheben?

  9. 28.06.2006 | 17:02

    Hat er sich mit der Antwort dazwischengedrängelt… Sein gutes Recht :-)

    Also, die Argumentation geht ungefähr so: Weil es ein Interesse von Minderheiten gibt, das zu Vollkosten keine eigenen Anbieter finden würde, muss das öffentlich-rechtliche Fernsehen diese Aufgabe übernehmen?

    Der Vergleich mit der Zeitungsnachfrage hinkt ja schon deswegen etwas, weil dort echte Nachfrage, nämlich grenzkostenbezogene, vorhanden ist, während die Gebühren des öffentlich-rechtlichen Fernsehens nutzungsunabhängig erhoben werden. Wievielen Menschen also die Sendung von 3SAT Kulturzeit auch nur einen Euro wert gewesen wäre, wissen wir nicht.

    Dann bleibt doch die Frage, warum die einen dafür bezahlen sollen, dass die anderen grenzkostenfrei ihr Interessengebiet im Fernsehen angeboten bekommen. Zumal das ja nicht für alle Minderheiteninteressen gilt, sondern nur für solche, die von den Senderchefs oder den Rundfunkräten als würdig genug betrachtet werden.

    Kann man überhaupt für öffentlich-rechtlichen Rundfunk plädieren, ohne elitär zu werden? Ernstgemeint und überhaupt nicht polemisch gefragt.

  10. 28.06.2006 | 17:15

    @Boche:

    Ja. Auf jeden Fall. Du würdest wahrscheinlich nicht Deine Meinung abgebildet sehen, aber eben eine differenziertere ;-)

    Und zudem wäre das der Fall, wenn eine bestimmte Ideologie des Populären aus den Köpfen vieler Verantwortlicher mal verschwinden würde. Auch der Charakter des Fernsehens als Unterhaltungsmedium wäre zu diskutieren, und klare Täter-Opfer-Konstellationen unterhalten schlicht und ergreifend.

    So bekommt ihr ja auch eure Hits - was ich gar nicht nur kritisch meine, ist ja auch Handwerk und somit respektabel und ich habe euch ja lieb.

    Und dann gäb’s doch andere viele andere Punkte, über ich nicht offen schreiben darf, weil Kapitalismus Meinungsfreiheit eben gerade nicht befördert. Stalinismus noch weniger.

    @Rayson:

    Wenn Du ein Interesse an so etwas wie einer halbwegs, allerdings auch nur halbwegs unabhängigen Öffentlichkeit hast: Ja.

    Dann kann man sowas als zustimmungsfähig betrachten.

    Da geht’s dann aber auch gleich um unsere Grund-Diskrepanz, nämlich ob Welt existiert auch jenseits der Individuum-Zwang-Relation und eines generalisierten Egoismus(Du würdest diese Diskrepanz anders beschreiben), und soll ich das Faß hier jetzt aufmachen?

    Hinsichtlich dessen, was Du z.B. über Afrika geschrieben hast, halte ich so eine Öffentlichkeit für unverzichtbar …

  11. 28.06.2006 | 17:31

    @Rayson:

    Da haben wir jetzt parallel gepostet - reicht das als Antwort?

    Das hat mit elitär nix zu tun, allenfalls mit der Aufgaben-Verteilung in einer Gesellschaft.

    Beispiel: Volkswirtschaftler an Universitäten. Ich freue mich täglich neu drüber, daß Menschen dafür bezahlt werden, mir dieses Wissen zur Verfügung zu stellen, das ich ohne sie nicht hätte, und zahle dafür gerne Steuern. Und es gibt Wissenbereiche, die ich für gesellschaftlich wichtig halte, die eben nicht in Privatschul-Kontexten oder im sponsorbaren, anwendungsbezogenen Bereich liegen. Lasse mich aber gerne über das US-System aufklären.

    Mit öffentlich-rechtlichem Journalismus verhält sich das ähnlich - wie oft Marian z.B. den Deutschlandfunk zitiert, das ist ja nicht unerheblich. Die BBC liefert die weltweit stärksten Dokus, aus den USA gibt es nichts vergleichbares.

    Diese Wissenvermittlung mir statt Steuern/GEZ dann über lauter Abonnements einzelner TV-Sendungen und Zeitschriften zu besorgen, das wäre mir schlicht zu viel neben der täglichen Arbeit. Da habe ich die Zeit nicht für - nicht, weil ich nicht eigenverantwortlich handeln würde. Nee, das entlastet mich, weil ich nicht alle Aufgaben alleine bewältigen kann. Und weil’s so vieles gibt, was eben Individuen als Einzelnes keinen Euro wert ist, im Ganzen aber schon wichtig.

  12. 28.06.2006 | 17:34

    Um meinen Senf dazuzugeben: ich halte das gebürenfinanzierte öffentlich-rechtliche Fernsehen für ein “notwendiges Übel”. So sehr ich mit über Gebürenverschwendung ärgere (teure Sportübertragungsrechte usw.)so wenig sehe ich z.Z. eine machbare Alternative, wie halbwegs anspruchsvolle Programme sonst finanziert werden könnten. Die Lösung “Bezahlfernsehen” wurde zu wirklich “elitären” Verhältnissen führen, änlich wie bei anspruchsvollen Büchern mit geringer Auflage. (Die z. B. ich mir leider nicht kaufen kann, obwohl ich sehr wohl daran interessiert bin - mir bleibt nur die öffentliche Bibliothek. “Zwangsgesponsort” durch Steuereinnahmen …)

  13. 28.06.2006 | 17:44

    @MomoRules

    Ich verstehe, was du meinst. Genau das würde ich als “elitär” betrachten. Gerne auch die Ausbildung von Philosophen ;-) Weil da jemand ist, der sich über die artikulierten Präferenzen der Menschen zugunsten eines von diesen angeblich nicht erkannten oder unzulässig gering geschätzten Ziels hinwegsetzt. Vereinfacht ausgedrückt: “Weil ich intelligenter und weitsichtiger bin als der gemeine Pöbel, verlange ich die Finanzierung dieser Dinge, die, wie vor allem ich erkannt habe, letztlich dem Wohl aller dienen. Und weil ich mich auf die Einsichtigkeit des Pöbels nicht verlassen kann, nutze ich dazu das Zwangsinstrumentarium des Staates.”

    Alles andere als ein ehrliches “so ist es!” als Antwort würde mich hier eigentlich nicht überzeugen… ;-)

    @MartinM

    Du bist also der Meinung, dass das, was du als “anspruchsvoll” bezeichnest, so hoch über den Vorlieben anderer Menschen steht, dass es von diesen mitbezahlt zu werden hat?

    Und bitte, das Bezahlfernsehen, das ich bisher kenne, ist alles andere als elitär. Wäre es das, würde es sich nicht rechnen.

  14. 28.06.2006 | 18:12

    Ja, dieser Meinung bin ich. Schon, weil sonst “finanzielle” und “kulturelle” Eliten automatisch zusammenfallen würden (wie dies z. B. im Feudalismus der Fall war, oder auch im Frühkapitalísmus)

    Ein “elitäres” Bezahlfernsehen wäre, sollte es sich rechnen, extrem teuer. Wie eine unsubventionierte Opern-Karte. Deshalb wird im real exitierenden Bezahlfernsehen typischerweise eine “breite Minderheit” (”harte” Sportfans, Krimifans, Porno-User usw.) angesprochen. Zu “schmal” für ein Vollprogramm im Werbefinanzierten “Free TV”, aber “breit” genug, um damit als Spartenprogramm Geld zu verdienen.

  15. 28.06.2006 | 18:23

    @Rayson:

    Zum Einwand auf Martin: Das einzige, relevante Bezahlfernsehen im von euch präferierten, ideologischen Gewand der Möglichkeit individueller Verträge ist zumindest in Deutschland Premiere. Davon sind Mittellose jetzt schon ausgeschlossen. Glaube auch nicht, daß Zeitungs-Abos von Hartz IV bezahlbar sind, und wenn Bibliotheken auch noch dicht wären, hat man das, was ihr fordert: Ausgrenzung.

    Alle anderen, privaten Medien in Deutschland sind in komplexere Finanzierungsmodi als jenem eines Konsumenten-Anbieter-Verhältnisses eingewoben.

    Z.B. “Peep” einst auf RTL2 hatte daß Problem, das es sehr hohe Qupoten hatte, in diesem Umfeld aber niemand Werbung schalten wollte. Andere Sendungen - Harald Schmidt bei SAT1 z.B. - hatte diesbezüglich kaum Probleme, aber dafür jahrelang relativ wenig Zuschauer. Das sind dann alles Relationen, die in euren Vertragsmodellen überhaupt nicht mehr beschreibbar sind, übrigens auch dann nicht, wenn man über so etwas wie eine Institutionen-Theorie verfügt.

    Diese Philosophen-Königs-Nummer ist ja 1 zu 1 umkehrbar. Ist ja nicht so, daß niemand ARTE guckt, und z.B. ZDF-Hauptprogrammsendungen haben bis zu 5 Millionen Zuschauer und darüber hinaus. Die Polit-Magazine wie Panorama haben sehr hohe Quoten und werden trotzdem reduziert, weil da das liberale und das politische Interesse identisch sind: Ungebildete lassen sich besser regieren, das gilt für Konzerne wie für Staaten.

    Ihr mit eurer 10%-Ideologie wollt ja mit großer rhetorisch-ideologischer Geste und in tiefem Glauben an die Wahrheit eurer Konstruktionen allen anderen organsiertes Handeln dadurch verunmöglichen, daß ihr die rechtliche und vor allem demokratische Ordnung für irrelevant hinsichtlich vieler Betreffende Fragen erklärt. Interessant sind in dieser Hinsicht immer Diskussionen über Gewerkschaften, bei denen auf einmal kritisert wird, daß sie Interessen vertreten.

    Dieses Anwettern gegen nicht von Anzeigen- und Werbekunden diktierte Inhalte ist dafür nur ein weiteres Symptom.

    Falls sich 70% für die Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens aussprechen würden: Okay, von mir aus. Für die Demokratie wäre das schlimm. Deren Basis ist Kommunikation (wie jene der Wirtschaft ja auch).

    Im Gegensatz zu Anderen will ich ja niemanden zwingen, allenfalls überzeugen - aber das ist ja das Problem bei diesen Präferenz-Anreiz-Angebot-Nachfrage-etc.-Fiktionen: Bei Sprache, sich-einigen oder Argumenten kommen die gar nicht an … in den Favellas gibt’s auch keine Müllabfuhr, aber viele Leichen.

  16. 28.06.2006 | 18:53

    @ Momorules
    Unser lokales “Blättle” kostet knapp 23€ pro Monat, die FAZ 33€. Das ist auch für AlgII-Empfänger machbar.

  17. 28.06.2006 | 19:02

    Achja, MomoRules, ich habe mir einen niedlichen Satz von dir ausgeborgt

  18. 28.06.2006 | 19:32

    Danke für Rübennase, und auch ansonsten entspricht das in etwa dem von Dir gewohnten Niveau - da bin ich dann tatsächlich elitär …

  19. 28.06.2006 | 20:18

    Der Glaube, dass ARTE mit einem Jahresetat von 360.000.000€ sich keine Recherche leisten könne, ist wirklich elitär. Wieviel mehr darf es den sein?

  20. 28.06.2006 | 20:59

    Die Frage stellt sich ganz wie im Gesundheitssystem: Welcher Anteil dieser Gelder landet in der Produktion des Programms? Der Sender fertigt seine Programme ja nicht selbst (anders als die Haupt- und Drittprogramme), genau wie Kassen ja nicht selbst behandeln.

    Ich plädiere ja hier zudem ganz grundsätzlich für die Öffentlich-Rechtlichen, nicht für Gebührenerhöhungen … und für mehr Kohle in die Informations-, weniger in die Unterhaltungs- und Fiction-Programme.

    Abgesehen davon ist Fernsehen in der Tat ausgesprochen kostenintensiv, und das gar nicht primär auf der Ebene der Personalkosten, sondern der Produktionskosten. Da man da schlecht ran kann - obgleich schon immer mehr mit kleinen Digital-Kameras und simpleren Schnittsystemen gearbeitet wird - , kürzen kann, tut man’s beim Personal und das geht auf Kosten der Recherche.

    Zudem ARTE meines Wissens ohne Budget-Aufstockung jüngst in ein (fast-)Vollprogramm umgewandelt wurde. Also: Absolute Zahlen sagen wenig aus.

    Brauchst Du jetzt auch noch ein Schimpfwort für’s Wohlbefinden?

  21. 28.06.2006 | 22:13

    @MomoRules

    Monsieur haben die Waffen gewählt und den ersten Schlag geführt. Dann ist die Ehre wohl an mir.

    Das einzige, relevante Bezahlfernsehen im von euch präferierten, ideologischen Gewand der Möglichkeit individueller Verträge ist zumindest in Deutschland Premiere. Davon sind Mittellose jetzt schon ausgeschlossen.

    Du meinst, zum Preis der Rundfunkgebühren wäre heute kein Bezahlfernsehen machbar? Der Ansatz ist sowieso grundverkehrt: Wenn ich Mittellosen den Konsum von bestimmten Gütern ermöglichen will, muss ich sie mit den Mitteln dazu ausstatten statt die entsprechenden Güter staatlich zu Grenzkosten von Null für alle anzubieten. Arte ist kein Teil der Sozialpolitik, und arte grenzt schon heute aus: Nämlich alle, die mit dem Programm nichts anfangen können, dafür aber trotzdem zahlen müssen. Ich wage, weil das bei Linken ja immer zieht, mal die Behauptung, dass die Konsumenten von arte oder Phoenix vor allem Gutverdiener und Leute mit sicheren Beamtenjobs sind, während die Durchschnitts- und Geringverdiener den ganzen Kram bezahlen. Gut, bald auch diejenigen, die einen Computer nicht nur zum Spielen verwenden (was anscheinend die vom Staat präferierte Nutzung ist) - mit der zusätzlichen Abzocke wird die soziale Asymmetrie wieder etwas korrigiert.

    Ich finde es daher etwas billig, wenn Intellektuelle zur Verteidigung ihrer Privilegien die Armen heranziehen.

    Z.B. “Peep” einst auf RTL2 hatte daß Problem, das es sehr hohe Qupoten hatte, in diesem Umfeld aber niemand Werbung schalten wollte. Andere Sendungen - Harald Schmidt bei SAT1 z.B. - hatte diesbezüglich kaum Probleme, aber dafür jahrelang relativ wenig Zuschauer. Das sind dann alles Relationen, die in euren Vertragsmodellen überhaupt nicht mehr beschreibbar sind, übrigens auch dann nicht, wenn man über so etwas wie eine Institutionen-Theorie verfügt.

    Mich deucht, durch kennst “unsere Vertragsmodelle” nicht genug. In einer freien Wirtschaft ist Platz für alle Arten von Anbieterverhalten, die von den Nachfragern honoriert werden. Wenn SAT1 meint, durch einen quotenschwachen Schmidt (der aber offensichtlich eine für bestimmte Werbende wichtige Zielgruppe ansprach) den Rest seines Programms in den Augen der Zuschauer aufwerten zu können und zu müssen, bitte. Wenn RTL2 Zuschauer an sich binden will und dafür auch auf bestimmte Werbeeinnahmen verzichtet, bitte. Einen Versuch ist es wert. Markt als Entdeckungsverfahren. Und wenn ich richtig sehe, scheinen sich Sender da durchaus auch mal anzupassen.

    Ist ja nicht so, daß niemand ARTE guckt, und z.B. ZDF-Hauptprogrammsendungen haben bis zu 5 Millionen Zuschauer und darüber hinaus. Die Polit-Magazine wie Panorama haben sehr hohe Quoten und werden trotzdem reduziert, weil da das liberale und das politische Interesse identisch sind: Ungebildete lassen sich besser regieren, das gilt für Konzerne wie für Staaten.

    Das ist ja toll, dass die soviele Zuschauer haben. Nur - warum müssen auch die dafür zahlen, die das nicht sehen? Diesen Spagat kriegst du ohne den Bezug auf elitäre Kategorien einfach nicht hin. Auch nicht durch ziemlich plumpe Gegenangriffe: Erstens sehen nur die Politmagazine, die dort das vorgesetzt bekommen, was sie eh schon immer zu wissen meinten (du hältst das ernsthaft für “Bildung”?), und zweitens scheinst du von “liberalem Interesse” soviel Ahnung zu haben wie von “unseren Vertragsmodellen”.

    Ihr mit eurer 10%-Ideologie wollt ja mit großer rhetorisch-ideologischer Geste und in tiefem Glauben an die Wahrheit eurer Konstruktionen allen anderen organsiertes Handeln dadurch verunmöglichen, daß ihr die rechtliche und vor allem demokratische Ordnung für irrelevant hinsichtlich vieler Betreffende Fragen erklärt.

    Schön verquast formuliert. In Wirklichkeit geht es nur um eins: Die einen wollen, dass die anderen für ihren Konsum zahlen. Damit es nicht so auffällt, garnieren sie ihre simple Gier mit solchen nebulösen Etiketten. Ob Demokratie oder Diktatur: Beide bedeuten die Ausübung von Macht gegenüber dem Einzelnen. Statt das weniger schlimme der beiden Verfahren religiös zu überhöhen, würde ich mich lieber um die Beschränkung der Macht selbst kümmern.

    Interessant sind in dieser Hinsicht immer Diskussionen über Gewerkschaften, bei denen auf einmal kritisert wird, daß sie Interessen vertreten.

    Wo? Im Gegenteil, interessant ist vielmehr, dass auf linker Seite Empörung laut wird, wenn man darauf hinweist. Liberale haben nichts gegen Gewerkschaften, sondern nur gegen die ihnen verliehene staatliche Macht.

    Dieses Anwettern gegen nicht von Anzeigen- und Werbekunden diktierte Inhalte ist dafür nur ein weiteres Symptom.

    Da scheint wieder der Intellektuelle durch, der sich fürchtet, mit dem Pöbel gemein zu werden. Der Unterschied ist tatsächlich fundamental: Bei den Privaten versucht man herauszufinden, was die Leute sehen wollen. Denn nur das ist auch für “Anzeigen- und Werbekunden” interessant. Bei den Öffentlich-Rechtlichen will man senden, was die Leute sehen sollen. Da das ökonomisch komischerweise nicht so funktioniert, muss man zwischendurch auch mal den Weg der Privaten gehen.

    Aber das ist ja das Problem bei diesen Präferenz-Anreiz-Angebot-Nachfrage-etc.-Fiktionen: Bei Sprache, sich-einigen oder Argumenten kommen die gar nicht an … in den Favellas gibt’s auch keine Müllabfuhr, aber viele Leichen.

    Der Bezug zu den Favelas ist mir jetzt entgangen, aber wenn wir von Fiktionen reden, dann ist es die des “sich einigen” oder der “Argumente” als Begründungen staatlichen Handelns. Komm mal runter von den Luftschlössern und schau dir die Nutzenmaximierer an, die das wirklich bestimmen.

    N.B. Falls mich übrigens einer fragen würde, ob ich für öffentlich-rechtlichen Rundfunk sei (was natürlich keiner tut, weil man so gut wie immer Argumentation mit Meinung verwechselt), so wäre ich vermutlich dafür. Und zwar für einen etwas anderen, der tatsächlich nur aus Magazinen, arte, Phoenix und den Dritten bestünde. Aber meine Begründung wäre eine verdammt elitäre, weil ich mich nur ungern selbst bescheiße.

  22. googlehupf
    29.06.2006 | 3:51

    “Fernsehen ist ein sehr teures Medium, was Du über “Nischen-Märkte” nicht finanziert bekommst.”

    Da hast du im Prinzip Recht, aber das muss nicht ewig so bleiben und der Trend TV günstiger produzieren zu können ist m.E. schon absehbar z.B. durch IP-TV. Blogs sind ja auch noch eine recht junge Erscheinung, haben schnell an Bedeutung gewonnen und Kosten in der Regel nen Appel und ‘nen Ei. The world keeps spinning… IndymediaTV kommt bestimmt.

    “Auch ARTE-Dokus über Palästina würden übrigens differenzierter ausfallen, wenn Geld für Recherche da wäre.”

    Mit Sicherheit…

    “Die BBC liefert die weltweit stärksten Dokus, aus den USA gibt es nichts vergleichbares.”

    Und auch nicht in Deutschland… Kausalität bittschön? Auch die Prämisse würde ich nicht vollends unterstreichen. Wobei die BBC vermutlich der “beste” ÖRR der mir bekannten Welt ist.

    Kennt wer C-SPAN? Ein Beispiel warum für “anspruchsvolles” Fernsehen mit niedrigem Publikumsinteresse das jetzige Finanzierungsmodell nicht nur das einzige sein kann.

    PS: Ich gucke gerne Phönix und würde es vermissen. Und 3sat. Manchmal auch arte. Und wahrscheinlich sogar ARD und ZDF. Und N3. Nur der MDR… da bin ich mir mit Kalkhof einig. ;)

  23. 29.06.2006 | 8:09

    @Rayson:

    Was ich über eure Vertragsmodelle weiß, weiß ich von Dir. Wenn ich die also ungenügend mir zugänglich gemacht wurden, zieh Dir den Schuh selbst an.

    Ansonsten schrammst Du an allen Pointen des politischen Gegners vorbei, und den Schuh muß dann wohl ich mir anziehen: Die Frage mit der Verkaufbarkeit von Werbeblöcken tangiert Fragen wie z.B. Marken-Images. Da tritt ein qualitatives, kein quantitaves Element hinzu. So etwas wie “Image” bekommst Du vertragstheoretisch nicht in den Begriff. Da braucht’s dann Sprachphilosophie, von mir aus semiotische Ansätze, die ein völlig anderes Bild von Kultur und Gesellschaft zeichnen als jenes der Tauschverhältnisse, und das hat dann Konsequenzen hinsichtlich dessen, wie man Markt beschreibt.

    ARTE schließt nicht aus. ARTE bietet etwas an im Rahmen gesellschaftlicher Aufgabenteilung, was seinerseits nur in Kategorien des Politischen, nicht des Ökonomischen faßbar ist. Problem ist viel mehr, daß z.B. die Hauptprogramme sich an den gleichen Kriterien wie RTL mittlerweile orientieren. Das ist so, als würde ein Controller agieren wie ein freischaffender Künstler. Auch der hat eine ökonomische Basis, folgt in seinen konkreten Arbeitshandlungen aber ästhetischen Kriterien und kennt sich bei denen schlicht besser aus als der Controller. Es gibt nun mal sowas wie funktionale Differenzierung, die man auch druch vertragstheoretische Gleichmacherei nicht los wird.

    Das ist ja auch ungefähr die Kritik von Aron an Hayek, wenn ich’s richtig verstanden habe: Eben die Forderung nach dem primat des Politischen. Die Ideologie der Mitte, die im Fernsehen präsent ist, schließt aus. Da zeigen sich dann übrigens mal wirklich totalitäre Tendenzen - Sender wie RTL sind auf dem besten Weg dorthin. Das ist dann keine Frage des Elitären, sondern der Individualrechte. Und keine des Sich-Abgrenzens gegen den Pöbel, sondern die Forderung nach Pluralität. Deiner Argumentation folgend müßten Universitäten geschlossen werden und Aufsichtsräte erst recht. Die würden dann alle ausgrenzen.

    Pluralität ist die Basis gelingender Demokratie. Früher sprach man von “Minderheitenschutz”. In der Tat gehört dieser zum normativen Fundament des Demokratischen. Insofern habe ich Minderheiten wie Liberale ja auch aus eben diesem Grund lieb, weil die zumindest traditionell sich um solche Fragen auch gekümmert haben. Das diese im Namen des Marktes von diesen Positionen abgerückt sind, das ist ein aktuell gravierendes, politisches Problem. Das ist die PDS partiell weiter.

    Zur Frage der Macht: Euer Modell läuft daraus hinaus, daß diese nicht kontrollierbar wird, indem’s aus Marktgesichtspunkten völlig in Ordnung ist, wenn Anzeigenkunden Inhalte diktieren oder aber dafür sorgen, daß bestimmte Inhalte nicht auftauchen. Insofern “versteckte” Macht. Eher demokratietheoretisch ansetzende Modelle versuchen zumindest, Macht kontrollierbar zu halten, transparent, z.B. über einer unabhängige, vierte Gewalt. So versteht sich ja die rechtliche Basis der Gewerkschaften, die natürlich auch Interessenpolitik darstellen, was sonst. Es ist der Versuch, ein Macht-Ungleichwicht zu korrigieren. Daß de facto das öffentlich-rechtliche Fernsehen auch z.B. von Parteien abhängig ist, das ist der Systemfehler.

    Die Müllabfuhr ist ein Beispiel für die organiserte Arbeisteilung in einer Gesellschaft. Da, wo keine Öffentlichkeit konstitueirbar ist, gibt’s Leichen statt Müllabfuhr …

    @googlehupf:

    Daß - was so allgemein ja auch nicht stimmt - die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland nicht die Qualität der BBC erreichen, liegt an Argumenten wie jenen von Rayson.

    Diese billiger zu produzierenden Geschichten gibt’s alle, die werden sich aber allenfalls bei ARTE irgendwann wiederfinden. Ansonsten geht der Trend ehr in Richtung “Dresden”, also teils widerwärtiger Popularisierung und Dramatisierung des Politischen. Das kriegst Du mit den genannten Produktionsmitteln nicht hin.

    Der MDR würde ebenfalls wie Rayson argumentieren: Googlehupf, Du bist einfach elitär. Die Leute wollen Achim Menzel sehen, nicht Phoenix. Da ist der Markt … ich persönlich habe wenig gegen Achim Menzel, finde aber, daß es neben ihm auch Anderes geben muß.

  24. 29.06.2006 | 11:47

    Lieber MomoRules, selbstverständlich nehme ich alle Schuld auf mich, wenn deine Unwissenheit auf der unzureichenden Vermittlung meines Halbwissens basiert. Aber dass ich dir irgendwann erzählt hätte, Liberale hätten ein Interesse daran, Leute dumm zu halten, daran kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern.

    Das angebliche “Vorbeischrammen” ist wohl eher ein Nichteingehen auf die andere Sichtweise. Ein beiderseitiges übrigens. Für meine kleine liberale Welt brauche ich z.B. über “Image” überhaupt keine Gedanken zu machen: Es ist einfach ein weiterer Weg, wie Anbieter mit ihren potenziellen Kunden kommunizieren, der für das, was Liberale wollen, völlig unerheblich ist. Wir müssen und wollen nicht alle Phänomene dieser Welt beschreiben. Wir sind uns sogar, das nicht zu können. Die Präferenzen des Nachfragenden sind uns ebenso egal wie die Kommunikationsstrategie der Anbietenden - gerade dieser Freiraum ist ein Kennzeichen liberalen Denkens.

    “Primat des Politischen” klingt sehr schön, ist aber aus meiner Sicht eben falsch. Ich stelle, so sehr ich Aron schätze, eben eher wie Hayek die Freiheit des Individuums in den Vordergrund. Das mag auch ein politisches Bedürfnis haben, aber warum wir ausgerechnet diesem Bedürfnis, das sich auch noch bevorzugt darin äußert, die Freiheit anderer zu beschneiden, die wichtigste Rolle zuschreiben sollten, ist mir ganz und gar nicht einsichtig.

    Dein Versuch, die Privilegierung einer Kaste mit höheren Weihen zu versehen, mag ja durchaus derem Selbstverständnis entspringen, aber diese “Pluralität”, von der du da redest, ist eben auf genau diese elitäre Kaste beschränkt. Aus der Nummer lasse ich dich nicht raus. Natürlich trifft das auch auf die Studiengänge zu, die am Markt keine oder nur geringe Nachfrage finden. Diese werden von Intellektuellen für Intellektuelle auf Kosten der Allgemeinheit eingerichtet. Nutzen: nicht messbar. Mit Aufsichtsräten, solltest du die von Kapitalgesellschaften meinen, hat das nichts zu tun: Die finanziert nicht die Allgemeinheit, sondern der Eigentümer der Gesellschaft. Der Nutzen mag zwar ebenso wenig messbar sein, aber in einer freien Gesellschaft darf nicht nur George Best sein eigenes Geld verprassen. Bevor jetzt wieder irgendeiner mit einer Ideologiebrille vom Discount-Linken aufschreit: Nein, der Rayson will Philosophie und Sinologie nicht von öffentlicher Finanzierung abschneiden, er hält nur eine gewisse rosarote Argumentation für allzu beschönigend.

    Minderheitenschutz - da bin ich sofort auf deiner Seite. Bei Minderheitenversorgung auf Kosten der Allgemeinheit sieht das allerdings etwas anders aus. Diese Verbindung wird mir bei dir etwas zu schnell hergestellt.

    Der Unterschied zwischen der Macht, wie du sie definierst, und der, die ich sehe, ist ein ganz einfacher: “Die” Anzeigenkunden gibt es nicht. Es gibt viele einzelne, mit z.T. völlig unterschiedlichen Interessen, und “diktieren” können die schon einmal gar nichts - wer etwas auch ohne Werbung senden will, wird nicht daran gehindert. Beispiel kam von dir. Außerdem haben Anzeigenkunden kein politisches, sondern ein ökonomisches Interesse: Wenn sie ihre eigenen Kunden nicht erreichen, bekommen sie ein Problem. Nicht sie “diktieren” also das Programm, sondern ihre Einschätzung des Interesses der Zuschauer. Wenn aber staatliche Macht einschreitet, dann werden andere Kaliber aufgefahren: Zuerst wird die Finanzierung mit Gewalt gesichert, und dann entscheiden einige wenige, wofür man das Geld ausgibt.

    Die Leute wollen Achim Menzel sehen, nicht Phoenix. Da ist der Markt … ich persönlich habe wenig gegen Achim Menzel, finde aber, daß es neben ihm auch Anderes geben muß.

    Das, was du findest, willst du aber von den Achim-Menzel-Zuschauern bezahlt sehen. Geht’s noch elitärer? Aber vielleicht ist elitär auch nicht vollständig zutreffend: Obwohl es in der Praxis ja ein Programm von der Kaste für die Kaste ist, wird gerne auch mit einem Bildungsauftrag argumentiert. Die Kaste will sich also nicht nur an dem für sie maßgeschneiderten Angebot delektieren (und z.B. auf die “Popularisierung und Dramatisierung des Politischen” angewidert herabsehen - hallo, Elite!), sondern auch noch das dumme Volk nach ihrem Bilde erschaffen. Gut, funktionieren tut das nicht, es sorgt aber wenigstens für etwas mehr Sendungsbewusstsein - im doppelten Sinne.

  25. R.A.
    29.06.2006 | 12:17

    Die einseitige Nahost-Berichterstattung (nicht nur) deutscher Medien liegt nun bestimmt nicht an fehlendem Geld.

    Sondern (außer den Vorurteilen vieler linker Journalisten) an der schlichten Faulheit: Der Korrespondent kann in Israel im schönsten Hotel-Luxus leben, völlig unbehindert von der demokratischen Regierung - und hat einen internationalen Krisenherd wenige Kilometer entfernt.
    Und er muß auch gar nicht recherchieren, sondern einfach nur die Propaganda der PLO nachdrucken.

    Jede Reportage über Dharfur, über Zimbabwe, über Bolivien, über den Kongo, kurzum über alle sonstigen Krisenherde, die zum größten Teil viel schlimmer sind und mehr Opfer fordern - jede solche Reportage ist mühsam (obwohl meist billiger) und man muß richtig arbeiten.

  26. 29.06.2006 | 12:28

    @MomoRules

    Dein Blog mag keine Kommentare mehr annehmen?

    Das hier ist für dich (zum “nordischen Modell”): http://www.tinyurl.com/okatm

  27. 30.06.2006 | 8:41

    @Rayson:

    Das mit den Kommentaren verstehe ich nicht. Checke ich mal.

    Auf Sichtweise der Dinge, die dann wohl in etwa dem entspricht, was Hannah Arendt als Bündnis zwischen Mob und Elite beschrieb (es gibt tasächlich Formen des “Pöbels”, die mir Angst machen, aus guten Gründen, die bedrohen mich ja direkt - Deiner Argumentation folgend ist das auch völlig in Ordnung immer dann, wenn sie dafür bezahlt würden). In diesem Fall eben Diktat der Quote + liberaler Ideologie, da gehe ich tatsächlich noch mal in einem eigenen Beitrag ein.

    Diese Argumentation ist’s nämlich, die die Distanzierung zwischen PI und dem “liberalen Lager” faktisch überflüssig, zum Scheingefecht macht - Du belegst nur am konkreten Beispiel, wie ersteres den Weg für letzteres frei schießt (im Namen der wahrhaft Priveligierten, das nebenbei). Wahrscheinlich noch nicht mal intendiert. Das macht ja die FDOG so lächerlich, daß sie tatsächlich glauben, so etwas wie kapitalistische Prinzipien würden Pluralität hervorbringen. Das ist übrigens auch der Punkt, wo ein Bürgerrechts- und ein Wirtschafts-Liberalismus zueinander in Widersprucht treten.

    Das, was Du hier mal eben so locker im Rahmen eines Siegen-Wollens in einer Diskussion beschreibst, ist ziemlich gruselig. Da kann man wohl von eliminatorischen Liberalismus sprechen.

    “Ich finde es daher etwas billig, wenn Intellektuelle zur Verteidigung ihrer Privilegien die Armen heranziehen.”

    Ja, eben da ist der Unterschied: Liberale lassen die eben lieber gleich verrecken im Namen der Eigenverantwortung.

    Ist aber als Symptom erhellend, Du bist da wenigstens ehrlich - wie gesagt, in meinem Blog mehr.

    ARTE wird übrigens in Frankreich keineswegs von den “Eliten” geschaut. Viele Sendungen werden vornehmlich von männlichen “Unterschichts-”Mitgliedern gesehen. “Aspekte hat traditionell das gleiche “Problem”: Das guckt keine “subventionierte Kulturschickeria”, sondern eben eher “untere Schichten”.

    RA:

    Ich habe den Artikel auch gelesen. Wie wär’s mal mit selber denken statt nachplappern, was die Achse des Guten verkündet?

  28. 1.07.2006 | 10:58

    @MomoRules

    Auf den Beitrag bin ich gespannt, der aus dem Eingehen auf die Vorlieben einer Mehrheit ein “Diktat der Quote” macht.

    Nein, es geht nicht ums “Siegen-Wollen”, ich will einfach nur eine ehrliche Antwort auf einfache Fragen. Eine Antwort, die sich nicht hinter Formeln versteckt und auch nicht zu den Mitteln der diffamierenden Ablenkung greifen muss: Eigenverantwortung hieße, “Arme verrecken lassen” - so einen Bullshit von dir zu lesen, ist gewöhnungsbedürftig.

    Hast du Quellen über die soziale Struktur der arte-Zuschauer? Nur mal so am Rande gefragt.

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