29. Juni 2006
Nach dem WM-Aus
Ganz ehrlich: Ich glaube, dass am Freitag der Siegeszug der deutschen Mannschaft ein Ende finden wird. Und zwar, weil sie gegen die zweitbeste Mannschaft dieses Turniers verlieren wird.
Aber das wird für mich nichts ändern. Ich werde Jürgen Klinsmann nach wie vor dafür dankbar sein, dass er eine deutsche Mannschaft aufs Feld geschickt hat, für die man sich nicht mehr zu schämen braucht. Ich werde weiterhin hohen Respekt vor Leuten wie Miroslav Klose haben, die einfach deshalb mehr Erfolg vorweisen, weil sie mehr tun als andere, sozusagen mehr als tariflich gefordert. Und ich werde es schön finden, wie Leute zur Unterstützung der Nationalelf Fahnen geschwenkt haben, die sie für den Rest des Jahres vermutlich einmotten werden. Alles zusammen beweist: An unserem Wesen muss nichts genesen, wir sind wie alle anderen, und alle anderen sind wie wir. Wir mögen guten Fußball mehr als schlechten, halten im Zweifel zu unserer Elf und finden es völlig egal, woher die Spieler stammen, die uns Freude bereiten. Ich glaube ja auch, dass die Begeisterung für die Nationalmannschaft insgeheim ein Unbehagen am Söldnertum der Profiligen ist - die Fans bringen nämlich ihr Herz mit ins Spiel, und sie wollen dann keine Millionarios sehen, die es nur für Geld tun.
Die Hoffnung der Politik, der Erfolg eines echten Teams würde von ihrem Versagen ablenken, wird sich nicht erfüllen. Das Verdienst dieser Koalition, nämlich den heimlichen Willen der Deutschen nach einer Großen Koalition endgültig bedient zu haben, wird ihr allerdings niemand mehr nehmen können.
Aber inzwischen, Jungs, verkauft euch so teuer wie möglich. Und: Habt Spaß!
P.S.: Wer die beste Mannschaft ist? Brasilien natürlich. Die spielen zwar leider immer nur minimal besser als ihr jeweiliger Gegner, dafür könenn sie das auch mit jedem Gegner machen.
Verfasst von Rayson um 19:29 Uhr in der Kategorie Politik, Steckenpferde der Autoren (Trackback)