Ver.di Economics

Vergesst “voodoo economics” - jetzt kommt “ver.di economics”!

«Abgesehen von der Zumutung für die Beschäftigten, abends und an Sonntagen im Laden stehen zu müssen, werden sich ausgebliebene Umsätze bei höheren Kosten in sinkenden Personalkostenbudgets niederschlagen», sagte der Vize-Landesleiter Werner Wild in Stuttgart. Dadurch komme es zu Stundenkürzungen und Personalabbau.

(aus: FTD)

Narrhallamarsch! Falls sich der Vize-Landesleiter wundern sollte, warum bei solchen Aussagen Ökonomen aus dem Lachen gar nicht mehr herauskommen, biete ich hiermit einen Vortrag vor ver.di-Funktionären zum Thema “sunk costs” an. Natürlich gegen Entgelt.

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9 Kommentare zu “Ver.di Economics”

  1. 29.06.2006 | 17:10

    Als ehemaliger Verkäufer kann ich nur bestätigen, dass die längeren Öffnungszeiten ein Griff ins Klo waren. Besonders schlimm waren seinerzeit der lange Donnerstag (bis 20:30), in der letzten Stunde hat selten ein Kunde den Laden bertreten. Und Personalabbau gab es auch, zumindestens in meinem Segment.

    Ich biete ein Entgelt von 1,00 € an, für die Aufklärung zum Thema “sunk costs”

  2. Boche
    29.06.2006 | 17:12

    Her mit dem Euro!

  3. Boche
    29.06.2006 | 17:13

    Und abgesehen davon bin ich dafür, dass der Eigentümer eines Ladens die Freiheit bekommt, die Einschätzung über Sinn oder Unsinn einer längeren Öffnung selbst zu treffen.
    Was ihm Gewerkschafter da hinein zu reden haben, verstehe ich nicht so recht.

  4. 29.06.2006 | 17:18

    @Klaus

    Dass in einem offensichtlich so unattraktivem Segment Personal abgebaut wird, halte ich nicht für unlogisch. Aber nur, weil er in der Vergangenheit zu viel Geld ausgegeben hat, wird kein Unternehmer zukünftige Einnahmemöglichkeiten verschmähen. Es sei denn, er ist kurz vor der Pleite. Folge dem Link von Boche.

  5. der gute don
    29.06.2006 | 18:22

    wie, “sinnlos”? Ich kaufe ausschließlich zwischen 18-20 Uhr ein. Bis der nächste Samstag kommt zumindest.

  6. 29.06.2006 | 19:31

    Vorweg: Als Freiberufler arbeite ich etwa an 40 Samstagen im Jahr und ich muss Wege finden, wie ich das mit meinem Familienleben vereinbare. Die Angestellten eines Warenhauses haben (meist) auch Familie und ich kann ihre Situation gut nachvollziehen. Ich denke, dass man den Freizeitanspruch der Angestellten durch sinnvolle Schichtregelungen erfüllen kann und dass sie privat eine Lösung finden können, so wie ich gemeinsam mit meiner Frau letztlich auch eine Lösung finden muss.

    Ich bin sehr froh darüber, dass die Läden abends geöffnet haben, oft ist das die einzige Möglichkeit, gemeinsam mit meiner Frau mal etwas einzukaufen. Wir sind beide ziemlich engagiert berufstätig. Eine Ladenöffnung an Sonntagen finde ich persönlich nicht notwendig: es sollte in der Woche wenigstens einen Tag der Ruhe geben. Aber das soll der Markt regeln …

  7. 29.06.2006 | 19:44

    Auch ich habe mal im Einzelhandel gearbeitet, und sehe das praktische Problem bei Verhandlungen mit dem Arbeitgeber in der sehr schwachen Position der Verkäufer. Von ausgesprochenen Fachverkäufern abgesehen ist das Verkaufspersonal nämlich jederzeit ersetzbar - “Wenn Ihren die Arbeitszeiten nicht passen - es gibt genug Arbeitslosen, denen es paßt.”
    Das heißt, so, wie es aussieht, arbeitet der “Markt” gegen die Interessen der Verkäufer.
    Allerdings ist der wirtschaftspolitische Populismus von Ver.di gut für die Mitgliederzahlen, aber weniger für die Mitglieder. Auch wenn der klassisch sehr niedrige Organisationsgrad im Einzelhandel durchaus zur schlechten Verhandlungposition der Verkäufer beiträgt.

  8. 29.06.2006 | 20:00

    Das heißt, so, wie es aussieht, arbeitet der “Markt” gegen die Interessen der Verkäufer.

    Oder eher: Das Nichtfunktionieren des Preiswettbewerbs. Wie dem auch sei, mir ging es hier wirklich nicht darum, wie das Interesse von Konsumenten und Produzenten in Übereinstimmung zu bringen sei, sondern welch seltsame Begründungen gewisse Gewerkschaftsfunktionäre für Jobabbau auftischen.

  9. C.Lapide
    30.06.2006 | 14:34

    Verkäufer sind ja nicht die Einzigen, die abends, nachts oder Sonntags arbeiten. Warum sie die Gewerkschaft aber vorrangig bei diesem Beruf darüber erregt, ist mir unverständlich.

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