Freie Software - Theorie und Praxis

Theoretisch ist ein Vorteil freier Software, dass Projekte nicht an ihre Urheber gebunden sind. Praktisch kann der verschwinden.

Worum geht’s? Viele kennen das - wenn wir eine CD auf dem Rechner abspielen lassen, bekommen wir die Informationen dazu angezeigt. Ursprünglich lief das über einen Dienst namens CDDB, aber dessen Inhaber wollten wohl auch mal Geld verdienen, weshalb alle Softwareentwickler, die diesen Service in ihre Produkte einbauen wollten, schnell mit hohen Lizenzkosten zu rechnen hatten. Alternativ wurde deshalb das “freedb.org”-Projekt (URL momentan “geheist”) gegründet, das wohl auf der Initiative dreier Hauptakteure beruhte. Diese haben sich nun zerstritten (weitere sind wohl nicht hinzugekommen, was ist los mit dem Basar von ESR?), und das Projekt droht zu scheitern.

Wie einfach ist es nun, dass jemand anders einfach den Faden aufnimmt und weitermacht? Lesen wir einen der drei Ehemaligen bei heise.de:

Es kostet viel Zeit, einen Dienst wie freedb ganz alleine zu
betreiben. Man muss sich einarbeiten in die Dinge, bis ins letzte
verstehen, wie was funktioniert und wo Probleme liegen (die gibt es
genug) und wie man sie umgeht. Dieses Detailwissen hatten bisher nur
zwei Leute bei freedb…

“Open” Source ist wohl auch ein relativer Begriff…

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5 Kommentare zu “Freie Software - Theorie und Praxis”

  1. 2.07.2006 | 22:14

    OpenSource bedeutet, dass jeder die Quelltexte lesen und daraus ausführbare Programme machen kann. OpenSource muss nicht bedeuten, dass jeder die Quelltexte auch versteht oder sogar das Projekt sofort weiterführen kann …
    Es gibt bestimmte Aufgaben, die Du jedem Programmentwickler stellen kannst, er wird sie über kurz oder lang erfüllen. Aber um ein Projekt zu leiten und zu organisieren, braucht man eben besondere (fachlich und organisatorisch begabte) Leute.

  2. 2.07.2006 | 22:40

    Eben. Der Sourcecode ist nicht alles.

  3. 2.07.2006 | 22:55

    Was solls..kommerzielle Firmen gehen ja auch pleite und die Nutzer können dann im Regen stehen. Bei OpenSource *kann* wenigstens jemand anderes weitermachen ohne sich Rechte, Quelltext oder Markennamen zu kaufen.

  4. 2.07.2006 | 23:23

    @Paul: Es gab auch schon Fälle, in denen Firmen den Quellcode freigegeben haben, wenn das Programm wirtschaftlich nicht tragbar war (so sind Mozilla, OpenOffice und viele andere in die Welt gekommen). Momentan gibt es wohl eher zuviel Code und zu wenig Leute, die ihn weiterentwickeln …

  5. stp
    3.07.2006 | 8:43

    Der Begriff “Open Source” bezieht sich eigentlich auf Software, oder - schon mit viel Phantasie - auf Information allgemein.

    Eine Dienstleistung wie eine öffentlich zugängliche Datenbank kann nicht Open Source sein - die enthaltenen Daten allerdings schon.

    Das Problem ist, daß der Betrieb der Datenbank Geld kostet, und zwar umso mehr, je mehr Leute die sie nutzen. Das stimmt zB für den Linux Kernel nicht - die Entwicklung ist immer gleich aufwendig, egal ob er von nur einer Person oder von Milliarden genutzt wird. Einzig bei der Distribution gibt es auch diesen Skalierungseffekt. Dafür nutzt man halt auf Sponsoren (zB bei Sourceforge).

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