Der großkoalitionäre Berg kreißte…

und gebar eine kleine, rote Maus mit schwarzen Pünktchen - die “Gesundheitsreform”.

Schauen wir uns das Mäuschen mal an:

Beitragserhöhung in der Zwangsversicherung
-> Das kennen wir schon. Diesen “Reform”schritt lieben die Politiker seit Jahren.

Noch mehr Zwang in der Zwangsversicherung (Wechsel in die mit schwarzen Zahlen wirtschaftende Privatversicherung erst nach dreijährigem Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze)
-> Das kennen wir auch. Ist auch ein logischer Schritt, wenn man die Zwangskasse weiter verteuert und weiter Richtung Wand fährt. Da muss man die Leute eben mit noch mehr Gewalt zum Mitmachen (sozialdemokratensprech: zur Solidarität) zwingen.

“Gesundheits”fond
-> Zentralistisch? Ja. Bürokratisch? Ja. Vernünftig? Nein. Aber folgerichtig. Denn wer so denkt, wie die Damen und Herren von Schwarz und Rot, kann nur auf solche sozialistischen Modelle kommen.

Finanzierung der Kinderversicherung aus Steuergeldern ohne Steuererhöhung
-> Wir war das noch mit den Versprechen roter und schwarzer Sozialdemokraten hinsichtlich Steuererhöhungen? Noch Fragen?

UPDATE:
Und endlich kann ich auch mal einen SPON-Artikel einfach nur zustimmend zitieren.

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9 Kommentare zu “Der großkoalitionäre Berg kreißte…”

  1. 3.07.2006 | 15:22

    Typischer Fall von Unpolitik: Das “sich Einigen vor der Sommerpause” war das eigentliche Ziel, das Gesundheitssystem eher zufällig das Objekt dieses Prozesses.

  2. Boche
    3.07.2006 | 15:34

    Aber selten hatte ich derart das Gefühl, dass es den Politikern völlig egal zu sein scheint, wie lachhaft es ist, das, was sie als “Reform” anbieten, derart zu bezeichnen.

    Warum geht kein höhnisches Lachen durchs Land, das die roten und schwarzen Dumpfbacken aus den Regierungssesseln treibt?
    Wahrscheinlich, weil die Deutschen
    a) mehrheitlich doch froh sind, keine wirkliche Reform zu bekommen.
    b) es gewohnt sind, verarscht und abgezockt zu werden.

  3. 3.07.2006 | 15:40

    Rayson sagt es: der Weg ist das Ziel. Das zeigt ein Blick auf die Webseite der Bundesregierung. Da heißt es unter dem Titel “Durchbruch in der Gesundheitsreform” in bestem Jerry-Cotton-Stiel:

    “Montag Morgen halb sechs: Nach zehnstündiger Beratung traten die Parteivorsitzenden Angela Merkel (CDU), Kurt Beck (SPD) und Edmund Stoiber (CSU) vor die Presse. Sie erläuterten die Grundsätze der Einigung.”

  4. 3.07.2006 | 17:42

    Warum setzen die sich nicht zu Zeiten zusammen, in denen man effektiv arbeiten kann? Heute morgen gingen irgendwelche “Verletzungen durch Piercings” durch die Presse, über die sie offenbar gesprochen haben: hat dieses Gesundheitswesen wirklich keine anderen Probleme?

    Fazit: Wir trauern um die kleine rote Maus mit den schwarzen Punkten, die so schnell und unerwartet wieder von uns gegangen ist …

  5. 3.07.2006 | 17:48

    Ich rege mich schon genug auf. Das was da veranstaltet wird ist ein Horror. Gesundheitsreform? Lachhaft…zum Glück bin ich bald in der Privaten…hoffentlich gibt es die noch eine Weile. Ich kenne noch (als Kind) die medizinische Versorgung in der DDR. Eine ordentliche Erkältung begann mit 2 Stunden warten im Warteraum I, gefolgt von noch einer Stunde in Wartesaal zwei in dem man manchmal schon voruntersucht wurde. Kommt alles noch wie damals

  6. 3.07.2006 | 18:36

    [...] Hier noch zwei Leselinks. Einmal bei BLOG und einmal bei SPON: [...]

  7. 3.07.2006 | 21:42

    [...] Vielleicht etwas streng – meine Wortwahl. Aber wenn ich die Details dessen ansehe, was uns nun von der Großen Koalition (das ist die mit den kleinsten gemeinsamen Nennern) als neue »Errungenschaften« bzw. sogar als Reform angepriesen wird, dann ist das wirklich traurig. Und bevor ich gleich wieder kritisiert werde: Nein, ich finde nicht, dass die Urpositionen der SPD in beiden Fragen (Gesundheit und Unternehmenssteuern) die richtigen und am Ende wünschenswerten gewesen wäre. [...]

  8. 4.07.2006 | 12:21

    @Paul:
    Die PKV wird durch diese Entscheidung aber auch deutlich geschwächt. Danke SPD, danke CDU! :(

  9. Boche
    4.07.2006 | 12:46

    @Jens

    Geschwächt? Es hätte ja deutlich schlimmer kommen können. Die PKV bleibt meines Erachtens die Alternative, die mehr Leistung und mehr langfristige Sicherheit bietet.

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