Freches Fritzchen

Ich habe Fritzchen letztes Jahr 100 Euro geliehen. Die zahlt er mir nicht zurück, weil er nie genug übrig hat. Obwohl ich ihn ermahnt habe, weniger Eis essen zu gehen.

Heute hat sich Fritzchen nochmal 20 Euro geliehen. Damit schuldet er mir schon 120 Euro.
Er hält sich für sparsam. Denn Anfang des Jahres hatte er gedacht, mich um 50 Euro anpumpen zu müssen. Also hat er 30 Euro gespart. Oder so.
Außerdem hat er versprochen, die eben erhaltenen 20 Euro auch alle auf den Kopp zu hauen.
Das Argument habe ich zwar nicht verstanden, aber nun gut, ich sage mir: Schuldenmachen kann ja vielleicht auch leicht verblödende Wirkung haben.

Sie fragen, warum ich das mit mir machen lasse?
Ganz einfach: Ich bin das deutsche Volk, und Fritzchen heißt eigentlich Angela und trägt ein hübsches, schwarz-rotes Koalitionskleidchen.

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7 Kommentare zu “Freches Fritzchen”

  1. 5.07.2006 | 18:22

    Gestern hat Fritzchen aber gesagt, dass er sich eigentlich dieses Jahr nochmal 30 Euro pumpen wolle, dies aber erst im Jahr 2008 tun werde, weil Du langsam Akzeptanzprobleme entwickeltest.

  2. yaap
    5.07.2006 | 18:57

    Durchaus unterhaltsamer Vergeleich ,der leider eine gewisse Schieflage hat: Die Schulden der öffentlichen Haushalte bekommen die Bürger nicht wieder, sondern sie haften früher oder später dafür.

    Fritzchen pumpt somitn nicht dich an, sondern andere. Du darfst dagenen fleißig für Fritzchen bürgen.

  3. Boche
    6.07.2006 | 9:40

    Du hast natürlich Recht, der Vergleich ist nicht ganz richtig. Aber Parabeln müssen sich ja nicht durch Detailgenauigkeit auszeichnen, um etwas vermitteln zu können. ;-)

  4. 6.07.2006 | 13:40

    [...] Rayson hat gestern im B.L.O.G. über das freche Fritzchen und dessen niedrige Zeitpräferenz geschrieben. Ich wollte mich vor Ort bei Fritzchen selbst informieren, traf aber nur seinen - auch unter dem Spitznamen Pinten-Henry einschlägig bekannten - Kumpel Franz auf dem Abenteuerspielplatz Ecke Kanzleramt an. Als ich den nach Fritzchen fragte, brach es aus dem sichtlich genervten Franzi hervor: Rayson musste nix glauben, Alda - der knutscht doch mit Guido und Dirk, den Schnöseln! Weisste, eh, Fritzchen ist ein richtiges Mädchen, keinen Mut. Hält sich nicht an Abmachungen, wenn wir ein Ding verabredet haben! Hat Skrupel, die Pfeife. Macht sich aus Angst, dass Sacklippe und Ede ihn verpetzen in die Hose. Weisste, eh, damals mit Gerdi, der jetzt bei der Russengang mitläuft, war das alles ganz anders. Der hat sich nicht so geziert. Und es ging eine ganze Weile gut, bis er verschwinden musste! Mich haben sie überhaupt nicht drangekriegt. Nö, Alda! Lange mach ich das nicht mehr mit, wenn Fritzchen sich nicht zusammenreisst. Und wenn er mir noch so viel von seinem erschnorrten Eis abgibt. Im Vertrauen: Lale, mit dem ich früher schon um die Blocks gezogen bin, und seine Schlampe Gisi aus der Unterstadt würden sofort mit mir loslegen. Der dicke Kurti wäre auch dabei. Wenn nicht, eben die dicke Andrea. Nicht mehr kleinklein und “leihen”! Dann nehmen wir uns einfach, ohne lange zu fackeln, weisste, eh. Das haben schon die Alten von Gisi so gemacht. Trotzdem sind die nach wie vor total angesehene Leute im Plattenbauviertel! Ich habs selbst erlebt - bei Onkel Erich und Tante Margot waren wir früher öfter auf Familienbesuch, als ich noch klein war. Und mein Freund Wowi hat eine Super-Bande mit denen! [...]

  5. Francois
    9.07.2006 | 16:32

    Tja Boche, das ist der Grund, warum du nie Finanzminister werden kannst - Du hast (wie scheinbar nur wenig andere) den Unterschied zwischen staatlicher Finanzpolitik und dem gesunden Menschenverstand entdeckt :-)

  6. Boche
    10.07.2006 | 9:40

    Vielleicht ist Politik generell das Gegenteil von dem, was du gesunden Menschenverstand nennst?
    ;-)

  7. Francois
    10.07.2006 | 14:28

    nach jahren als schweigender und leise meckender beobachter und nach ein paar wochen in den abgründen der lokalpolitik bin ich umso mehr geneigt, dir zuzustimmen…

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