9. Juli 2006
Die dunkle Seite der Macht
Das Spiel hatte alle Zutaten, dem von mir hochverehrten Zinedine Zidane den diesem großen Fußballer zustehenden Abtritt zu verschaffen. Aber ausgerechnet er selbst versaut sich, seinem Team und seinem Land den verdienten Lohn. Dieses war das einzige Spiel der WM, in dem die eindeutig schwächere Mannschaft triumphierte. Und es wird Zizou ewig verfolgen, dass er dazu beigetragen hat.
So ist das eben mit Genies, die von der Inspiration des Augenblicks leben. Sie heben sich aus der Masse durch die Fähigkeit hervor, zuvor Ungedachtes plötzlich zu verwirklichen. Aber wie wir schon seit George Lucas wissen: Es gibt auch eine dunkle Seite der Macht. Und von dieser wurde Zidane offensichtlich verführt, als er sich zum Angriff hinreißen ließ, der Frankreich wohl letztlich den Titel gekostet hat.
Aber so wie die Kinobesucher letztlich Anakin Skywalker verziehen haben, so hoffe ich, werden die Fußballfans Zinedine Zidane verzeihen. Für all die magischen Momente, die er den Liebhabern dieses Sportes über viele Jahre hinweg geschenkt hat. Gönnen wir dem italienischen Fußball noch ein wenig Freude, bevor die Justiz seine Scherben einsammelt.
Es war eine sehr, sehr schöne WM, und ich freue mich schon auf die in Südafrika. Wir Deutschen werden hoffentlich alles dazu tun, dass diese stattfinden kann, ohne durch ein sich abzeichnendes Versagen der dortigen Organisation auf eine Wiederholung zu hoffen. Afrika hat die WM verdient, und das einzige Land, das sie wirklich stemmen kann, ist tatsächlich Südafrika. Wenn wir wahre Fans sind, helfen wir dabei!
Verfasst von Rayson um 23:24 Uhr in der Kategorie Steckenpferde der Autoren (Trackback)