Jeszcze Polska nie zginęła

Noch ist Polen nicht verloren, aber die Kaczynski-Brüder arbeiten dran.

Natürlich ist es schwierig für Nationen, die jahrzehntelang unter russisch-sowjetischer Vorherrschaft leben mussten, ihr demokratisches Gleichgewicht zu finden. Das sehen wir eigentlich bei allen mittel- und osteuropäischen Ländern.

Es gibt da zwei Länder, die mir aufgrund persönlicher Bekanntschaften besonders am Herzen liegen: Polen und Ungarn. Gut, die Ungarn haben gerade zum ersten Mal in ihrer demokratischen Geschichte nach dem Krieg die regierende Koalition wiedergewählt. Dafür erleben sie, was man so unter Wahlbetrug versteht. Ich schätze mal, das gehört zum Reifeprozess.

In Polen aber scheint das Pendel in eine unheilvolle national-konservative Richtung zu schwingen. Zwillinge scheinen sich den Staat zur Beute machen und keine anderen Meinungen als die ihren mehr tolerieren zu wollen. Land triumphiert über Stadt, Fanatismus über Vernunft, und Zwang über Freiheit. Ich gebe zu, mein Bild von Polen ist eher von einer urbanen und jungen Elite geprägt, auch wenn ich sehr bodenständige polnische Arbeiter zu respektieren gelernt habe. Ich bin mir fast sicher, dass keiner von den Angestellten “meines” Unternehmens die Vergangenheitsorientierung der regierenden Parteien für gut befunden hätte.

Polen hat viel mehr verdient als die Herrschaft durch Rachegedanken konditionierter Brüder. Aber, liebe polnischen Freunde, ihr seid auch die einzigen, die diesen Spuk beenden können. Traut euch.

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5 Kommentare zu “Jeszcze Polska nie zginęła”

  1. Zodac
    9.07.2006 | 21:35

    Gerade auch wegen solcher Unsicherheiten drängten diese Länder in die EU. Auch wenn man sich damals mehr vor kommunistischen Seilschaftetn fürchtete als vor konservativen Hardlinern aus der Provinz.

    Demmentsprechend sind der polnischen Regierung auch Grenzen gesetzt.

  2. 9.07.2006 | 21:57

    Die Kaczynski-Klone in Polen, Fico und seine national-sozialistische Koalition in der Slowakei, die SED-PDS-Linkspartei im Osten … das ist jetzt wohl die späte Rache der Ossis dafür, dass wir Wessis immer weggesehen und billigen Schnaps in den Devisenläden eingekauft haben?

  3. Boche
    10.07.2006 | 9:43

    @jo@chim

    Das ist wohl eher der autoritäre Krebs, den die SED und die anderen kommunistischen Verbrecher tiefer in die Gesellschaft verpflanzen konnten, als es den Anschein hatte.

  4. R.A.
    10.07.2006 | 12:05

    Leider kenne ich mich mit Polen so wenig aus - aber der heutige taz-Kommentar war empfehlenswert, da wurde auch mal gegen die übliche Anti-Zwillinge-Schreibe in Deutschland aufgezeigt, daß das für Polen auch einige positive Aspekte hat.

    Sollte man sich ansehen, um das Bild anzurunden:
    http://www.taz.de/pt/2006/07/10/a0154.1/text

  5. 10.07.2006 | 14:36

    @R.A.: Danke für den Link auf den TAZ-Beitrag! Das ist wirklich sehr informativ.

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