9. Juli 2006
Jeszcze Polska nie zginęła
Noch ist Polen nicht verloren, aber die Kaczynski-Brüder arbeiten dran.
Natürlich ist es schwierig für Nationen, die jahrzehntelang unter russisch-sowjetischer Vorherrschaft leben mussten, ihr demokratisches Gleichgewicht zu finden. Das sehen wir eigentlich bei allen mittel- und osteuropäischen Ländern.
Es gibt da zwei Länder, die mir aufgrund persönlicher Bekanntschaften besonders am Herzen liegen: Polen und Ungarn. Gut, die Ungarn haben gerade zum ersten Mal in ihrer demokratischen Geschichte nach dem Krieg die regierende Koalition wiedergewählt. Dafür erleben sie, was man so unter Wahlbetrug versteht. Ich schätze mal, das gehört zum Reifeprozess.
In Polen aber scheint das Pendel in eine unheilvolle national-konservative Richtung zu schwingen. Zwillinge scheinen sich den Staat zur Beute machen und keine anderen Meinungen als die ihren mehr tolerieren zu wollen. Land triumphiert über Stadt, Fanatismus über Vernunft, und Zwang über Freiheit. Ich gebe zu, mein Bild von Polen ist eher von einer urbanen und jungen Elite geprägt, auch wenn ich sehr bodenständige polnische Arbeiter zu respektieren gelernt habe. Ich bin mir fast sicher, dass keiner von den Angestellten “meines” Unternehmens die Vergangenheitsorientierung der regierenden Parteien für gut befunden hätte.
Polen hat viel mehr verdient als die Herrschaft durch Rachegedanken konditionierter Brüder. Aber, liebe polnischen Freunde, ihr seid auch die einzigen, die diesen Spuk beenden können. Traut euch.
Verfasst von Rayson um 00:20 Uhr in der Kategorie International, Politik (Trackback)