Hisbollah-Propaganda-Büro in Hamburg

Aber wahrscheinlich ist es nur ein Problem des wie häufig minderwertigen journalistischen Niveaus des Pressehauses an der Elbe:

Israel hatte zwischen 1978 und dem Jahr 2000 Teile des Südlibanons besetzt. Im Jahr 2000 hatten sich die Truppen unter dem Druck der Hisbollah aus dem Grenzgebiet zurückgezogen.

schreibt SPON. Und wiederholt damit die Hisbollah-Propaganda, die den Abzug der israelischen Truppen als ihren Sieg feierten.

So dumm kann deutscher Journalismus sein.

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5 Kommentare zu “Hisbollah-Propaganda-Büro in Hamburg”

  1. 12.07.2006 | 19:39

    ach so. wie war es denn wirklich?

  2. 12.07.2006 | 20:12

    Nun, die Stärkeverhältnisse berücksichtigend dürfte der Rückzug doch wohl weniger militärische als politische Gründe gehabt haben.
    Zum Beispiel die Hoffnung, eine Front durch einseitige Zugeständnisse befriedet zu bekommen.
    Was sich ja mit den monatelangen Raketenangriffen und dem heutigen Überfall als Trugschluss herausgestellt hat.
    Oder? Ich lass mich gern eines Besseren belehren, nur zu.

  3. 12.07.2006 | 21:57

    die frage einer dauerhaften befriedung war, so glaube ich, eher zweitrangig. die regierung barak war einfach zu dem schluss gekommen, dass eine weitere besetzung des süd-libanons militärisch zwar weiterhin, wenn auch unter inkaufnahme von miltärischen verlusten, möglich wäre. die hohen kosten dieser besatzung war die regierung jedoch nicht länger zu zahlen bereit.

    insofern hat die hizbullah in gewisser weise die israelis zermürbt und durch zahlreiche anschläge auf sla(die vasallen israels im libanon) und idf dafür gesorgt, dass die besezung finanziell in den augen der israelis nicht länger hinnehmbar war. es wäre in jedem fall falsch, diesen schritt als bloße “goodwill”-geste der israelis abzutun.

    ohne den “druck” der hizbullah, sie SPON es nennt, wäre eine längerfristige besatzung des südlibanons über das jahr 2000 hinaus jedenfalls weitaus wahrscheinlicher gewesen.

  4. 12.07.2006 | 22:05

    Offensichtlich sitzen am Zollkanal zu viele Kriegs-Romantiker, die daran glauben, dass man mit Zwillen Kampfjets abschießen kann, wenn man nur genügend fanatischen Siegeswillen mitbringt. Oder die in jedr Hinsicht falsche Paralele “Vietcong” hat eine “Unbesiegbare-Guerillia”-Legende hinterlassen. Wer glaubt, dass die schlecht organisierte und ausgerüstete Hisbollah die anerkannt gut ausgebildete, gut ausgerüstete und mit Land und Leuten bestens vertraute israelische Armee militärisch in Bedrängnis gebracht haben könnte, will solche Legenden glauben.

  5. 12.07.2006 | 23:38

    @c.sydow

    Nun ja. Irgendwie kann man natürlich auch der Hisbollah einen Sieg zuschreiben. Allerdings, da gehe ich mit Martin konform, muss man dies wohl sicher auch sehr wollen.

    ohne den “druck” der hizbullah, sie SPON es nennt, wäre eine längerfristige besatzung des südlibanons über das jahr 2000 hinaus jedenfalls weitaus wahrscheinlicher gewesen.

    Das halte ich für recht unwahrscheinlich. Warum sollte Israel den Südlibanon besetzt halten, wenn es militärisch keinen Sinn mehr ergibt und politisch nachteilig ist?
    Unterm Strich kommt ja nun heraus, dass bei einer aktiven (bzw. vom Iran aktivierten) Hisbollah die Besetzung wieder wahrscheinlicher wird.

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