13. Juli 2006
Warum Liberale immer in der Minderheit bleiben werden
Linke wehren sich gerne gegen den angeblichen Vorwurf, sie appellierten nur an den Neid. Dabei ist das kein Vorwurf, denn Neid ist ein sehr wichtiges Gefühl für die meisten Menschen.
Siehe hier:
Mehr Einfluss als der absolute Wohlstand hat die Verteilung des Reichtums in einer Gesellschaft. Auch das zeigen die Studien. Nicht wenig zu haben macht Menschen unglücklich, sondern im Vergleich zu anderen schlechter dazustehen. Wo die Nachbarn bestenfalls ein Fahrrad besitzen, ist der verbeulte Fiat ein Luxusgegenstand; hat sich ein Bekannter aber gerade eine neue Limousine gekauft, schämen wir uns des schäbigen Autos.
Unzufriedenheit grassiert dort, wo Einkommensunterschiede groß sind. Das Gefühl., benachteiligt zu sein, kann so viel Stress mit sich bringen, dass es sogar der Gesundheit schadet. Zum Beispiel haben die politischen Umwälzungen in Osteuropa eine enorme Kluft zwischen Arm und Reich aufgerissen. Gleichzeitig fiel in Ländern wie Russland, Litauen oder Ungarn die Lebenserwartung dramatisch, ohne dass die Menschen im Durchschnitt ärmer geworden wären. Geld macht also nicht glücklich soziale Gerechtigkeit schon.
Einem Liberalen würde vielleicht auffallen, dass “soziale Gerechtigkeit” hier als Synonym für mehr Gleichverteilung verwendet wird und damit seine Kritik an diesem Begriff bestätigt. Aber das ändert nichts an den Erkenntnissen der Forschung. Liberale sind Exoten und werden es immer bleiben. Man sollte uns unter Artenschutz stellen. Wenigstens in Europa.
Verfasst von Rayson um 00:21 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, Politik (Trackback)