SPD-Senator feiert “sozialistische Gemeinschaftsarbeit”

“Fleißige Bauarbeiter, Ingenieure und … erbauten in sozialistischer Gemeinschaftsarbeit X .”

Phrasen wie diese begleiteten uns damals in dem Land, aus dem ich stamme, als ständiges Propaganda-Hintergrundrauschen, und wurden (was die Schwäche jeder totalitären Propaganda offenbart) gar nicht mehr wahr- oder für wahr genommen.
Denn im Grunde wusste jeder, dass X auf Befehl der Oberen erbaut, hergestellt oder entwickelt worden war.

In der “Staatlichen Münze Berlin”, einer Münzprägungsfirma unter der Hoheit des Berliner SPD-Senators für Finanzen Sarrazin wird der DDR gedacht. Unter dem Titel “40 Jahre DDR” (der übrigens das letzte Motto für den DDR-”Republiksgeburtstag” war bevor die Bürger das Bonzenpack verjagten) werden in Berlin fleißig Gedenkmünzen geprägt. Zum Beispiel diese hier, welche die Weltzeituhr vorstellt.
Und, was lesen wir auf der Seite dieses staatlichen Unternehmens unter SPD-Verantwortung? Wie wurde die Weltzeituhr erbaut?
Natürlich in …

Propaganda-Müll klebt in den Köpfen eben länger als man denkt.

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aufmerksam gemacht durch Libertas Cara

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7 Kommentare zu “SPD-Senator feiert “sozialistische Gemeinschaftsarbeit””

  1. 28.07.2006 | 13:04

    \begin{ironie}

    Die staatliche Münzprägestätte wollte damit einfach nur produkt- und zielgruppenspezifisches Marketing machen. Wer kauft denn Münzen, die an den 40. Geburtstag der DDR erinnern? Eben. Und genau diese Leute erfreuen sich auch am Ausdruck “sozialistische Gemeinschaftsarbeit”. Die sagen auch nicht “Bonzenpack”, sondern “die ehemalige Partei- und Staatsführung”.
    \end{ironie}

    Und übrigens geht es dem Land Berlin finanziell so schlecht, dass sie sich eben an den Spruch “Pecunia non olet” erinnert haben. Ist doch immer noch besser, als wenn sie den anderen Ländern auf der Tasche liegen.

  2. 28.07.2006 | 13:08

    Na solange das Plansoll übererfüllt wird. Vielleicht bekommt der Finanzsenator noch einen Orden dafür.

  3. Boche
    28.07.2006 | 13:09

    Die Sch… im Hirn zu Gold machen.
    Na, das ist dann natürlich eine Taktik, die ich als Neoliberaler nicht ganz verurteilen kann.

  4. Boche
    28.07.2006 | 13:10

    Vielleicht bekommt der Finanzsenator noch einen Orden dafür.

    Oder er wird Reisekader und darf auch mal in den Westen reisen.

  5. R.A.
    28.07.2006 | 14:08

    Wenns ein privater Unternehmer wäre, der mit der Ostalgie Gechäfte macht - müßte man wohl zähneknirschend akzeptieren.

    Aber wenn das Land Berlin die Propaganda einer Diktatur verbreitet - das ist unsäglich.

    Man könnte ja auch mit NS-Gedenkmünzen Kasse machen - die Kundschaft gäbe es bestimmt.
    Hielte ich aber trotz leerer Kassen für genauso falsch.

  6. der gute don
    28.07.2006 | 20:30

    sehr treffend auf den Punkt gebracht @RA

  7. 28.07.2006 | 21:13

    Ich finde es nur Panne unfreiwillig komisch. Vor allem das hier:

    Die Weltzeituhr am Alexanderplatz war zu DDR-Zeiten einer der beliebtesten Treffpunkte in Ost-Berlin!

    Ratet mal, wo ich mich bei meinen letzten Berlinbesuch mit jemandem, den ich bisher nur elektronisch kannte, verabredet hatte? Und nicht aus Gründe der Ostalgie: Die “Atomuhr” hat nun mal den Vorteil, dass jeder weis, wo sie steht, und man sich außerdem bei Regen unterstellen kann. Diese Vorteile hatte das Dings auch schon, als der “Antifaschistische Schutzwall” noch 100 Jahre stehen sollte …

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