Waffenruhe auf islamistisch

Zum Thema Kana ist bei Statler&Waldorf eigentlich alles zu finden, was auch mir zu sagen einfiele, wenn ich an diese schlimme Tragödie denke.

Außerdem wird - so abgeschlossen die einseitige Verurteilung Israels für die üblichen Vorurteilsinhaber natürlich schon ist - sicher noch abzuwarten sein, was die Untersuchung des Vorkommnisses ergibt. Warum explodiert ein Haus erst 7 Stunden nach der Bombardierung? Saßen die Flüchtlinge dort vielleicht in mitten eines Hisbollah-Waffenlagers? Freiwillig?

Nun hat Israel also eine 48-stündige Waffenruhe verkündet. Wohlwissend, dass diese natürlich nicht nur (hoffentlich) von Zivilisten genutzt wird, das umkämpfte Gebiet zu verlassen. Sondern auch von der Hisbollah, sich zu formieren und neu in Stellung zu bringen.
Und was lesen wir heute? Die Hisbollah ignoriert die Waffenruhe und feuert neue Raketen nach Nordisrael.
Die sind nicht dumm, die Islamisten. Sie wissen ganz genau, dass in den Augen der Weltöffentlichkeit auf Juden gefeuerte Raketen nicht zählen. Eine Waffenruhe, ein Frieden, der diesen Namen verdient, ist ein passives Israel, dass sich beschießen lässt, ohne großen Ärger zu machen.

UPDATE:
Hier bei Lizas Welt findet sich ein Wörterbuch, mit dem die Reaktionen der deutschen Presse auf den aktuellen Krieg Israels gegen die Hisbollah gedeutet werden können. Weil sich mit Sprache eben auch gut Krieg führen lässt…

NACHTRAG:
Offensichtlich hat die Hisbollah doch noch keine Raketen abgefeuert.

NACHTRAG 2:
Nun fliegen sie doch wieder, die Hisbollah-Raketen.

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12 Kommentare zu “Waffenruhe auf islamistisch”

  1. R.A.
    31.07.2006 | 11:20

    > Sie wissen ganz
    > genau, dass in
    > den Augen der
    > Weltöffentlichkeit
    > auf Juden
    > gefeuerte Raketen
    > nicht zählen.
    Das ist leider wahr.
    Von den Staatssendern bis zur kleinen Provinzzeitung steht in Deutschland fest die Front der Israel-Gegner.

    Die werden alle sehr, sehr betroffen sein, falls die Hisbolla es jemals schaffen sollte, ihre Ziele zu erreichen und Israel zu vernichten.
    Dann würde es auch bestimmt ein großes, teures Mahnmal in Deutschland geben.

    Aber solange die IDF die Errichtung dieses Mahnmals zu verhindern sucht, wird sie von den heuchlerischen “Friedensfreunden” kritisiert.

  2. Hardy
    31.07.2006 | 12:06

    Was hast Du denn von unseren sogenannten “Friedensfreunden” erwartet? Und wer heutzutage in den Medien an den Machtpositionen sitzt weiß man doch nicht erst sei dem Buch “So macht Kommunismus Spass” von der Meinhof Tochter Bettina Röhrl, oder? Übrigens erinnert mich das Vokabular, welches bei Lizas Welt gezeigt wird sehr stark an Nebeldeutsch.

  3. Andi
    31.07.2006 | 12:13

    Warum sollten sich die Islamisten an die Waffenruhe halten, die Israel
    verordnet hat? Es waren ja nicht die Islamisten, die die Waffenruhe ausriefen.
    Tatsache ist, im Libanon sterben täglich Menschen, Kinder.
    Möglicherweise sind es je Hisbollahkinder, die man unbedingt abschlachten
    muss, um die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Möglicherweise sind ja alle
    Libanesen Terroristen, so dass man sie am besten alle auslöscht und die
    UN-Soldaten, die sich dort befinden gleich mit.
    Na, wie wärs?

  4. 31.07.2006 | 12:26

    Warum sollten sich die Islamisten an die Waffenruhe halten, die Israel
    verordnet hat? Es waren ja nicht die Islamisten, die die Waffenruhe ausriefen.

    Sehe ich auch so. Wenn die vorher Raketen auf Israel geschossen haben, warum sollen sie das nicht weiter tun. Ist doch ihr gutes Recht, oder?

    Aber, Andi, du unterschätzt die IDF. Wenn die tatsächlich “alle Libanesen auslöschen” wollten, wäre der Krieg seit einer Woche vorbei.

  5. 31.07.2006 | 12:59

    Wenn ich im Internet Nachrichten anschaue, bin ich immer am Staunen.

    Libanon: Ich sehe wie tote Kinder davongetragen werden. Ich sehe wie Menschen weinen. Ja ich sehe Elend. Sowas ist niederschmetternd. Macht traurig. Lässt mich abstürzen. Das ist es aber nicht was mich staunen lässt, ist es doch Krieg…

    Israel: Hier bin ich erstaunt! Hier sehe ich meist eingeschmissene Häuser, aber ohne tote Kinder und weinende Frauen!

    Ist deshalb der einseitige Waffenstillstand notwendig?

  6. 31.07.2006 | 13:31

    Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass es auch Stimmen aus Israel selbst gibt, die unsere Medienberichte doch relativieren:
    http://rungholt.wordpress.com/2006/07/31/es-ist-schwer/

  7. R.A.
    31.07.2006 | 14:44

    Wenn ich die IDF-Luftaufnahmen auf
    http://www.mfa.gov.il/MFA/Government/Communiques/2006/Incident+in+Qana+-+IDF+Spokesman+30-Jul-2006.htm
    richtig interpretiere, könnte es sich um den Ort handeln, den man bei google-earth unter 33.206182, 35.301447 findet.

    Kann jemand das Haus lokalisieren?

  8. spruance
    31.07.2006 | 14:47

    Asymmetrische Konflikte werden *immer* über die Medien geführt. Die eigentliche Schlacht findet dort statt, die Toten dienen ausschließlich zu Propagandazwecken. Jedem im Westen steht es frei, sich zum Büttel der Terroristen machen zu lassen, oder nicht.

  9. 31.07.2006 | 16:27

    Ein aus dem Libanon stammender Leserbriefschreiber hat im heutigen SPIEGEL noch einmal beschrieben, was wir geahnt oder gewusst haben: Dass die Terrororganisation Hizbollah im Libanon über Raketenlagerbunkern zivile Gebäude errichtet hat. Er zitiert einen Vertreter der Hizbollah (ich gebe es sinngemäß wieder): entweder richten die Raketen der Hizbollah in Israel Schaden an oder die israelischen Raketen treffen die Zivilisten und die zivilen Gebäude. In beiden Fällen habe Israel verloren.

  10. 31.07.2006 | 16:49

    @stefanolix

    Irgendwie klingt mir der Brief zu passend, um echt zu sein. Man mag mich der Paranoia bezichtigen, aber im Krieg stirbt die Wahrheit immer zuerst.

  11. 31.07.2006 | 17:16

    Die Gefahr besteht natürlich immer. Aber man hört ähnliche Meldungen doch aus den unterschiedlichsten Quellen und auch im Kontext mit dem islamistischen Terror scheint es zu stimmen.

  12. R.A.
    31.07.2006 | 17:43

    Der konkrete Brief kann tatsächlich ein Problem sein, den würde ich auch nicht als Beleg zitieren.

    Aber es ist ziemlich sicher, daß die dort beschriebene Hisbolla-Taktik real so existiert.

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