Grüne fordern Aufkündigung der Partnerschaft mit Israel

Zumindest ist das die Konsequenz der Äußerung des Herrn Nachtwei. Der “Sicherheitsexperte” der Öko-Partei fordert nämlich, “derzeit” keine Waffen an Israel zu liefern.
Als Begründung führt er die deutsche Richtlinie zum Export von Kriegswaffen in Krisengebiete an.

Das bedeutet: Wenn ein Verbündeter angegriffen wird, wenn dadurch ein Krisengebiet entsteht und wenn sich der Verbündete gegen den Angriff verteidigt - dann muss ihm nach Nachtwei’scher Logik das Bündnis aufgekündigt werden. Zumindest so lange, bis sich die Lage beruhigt hat, der Bündnispartner überlebt hat - und Partnerschaft nicht mehr viel bedeutet.

Mal ganz abgesehen davon, dass laut Bundesregierung aktuell gar keine Entscheidungen über Waffenlieferungen anstehen und sich die Nachtwei’sche Forderung damit als schlichtes Surfen auf der antiisraelischen Populismuswelle erweist.

UPDATE:
Wie man die Partnerschaft sachlich und unaufgeregt begründen kann, statt sie wie der oben genannte grüne “Experte” zu populistischen Zwecken aufs Spiel zu setzen, zeigt mal wieder vorbildhaft Ulrich Speck.

Ähnliche Beiträge


12 Kommentare zu “Grüne fordern Aufkündigung der Partnerschaft mit Israel”

  1. Libero
    9.08.2006 | 15:02

    @Boche

    Trenne das Update ab. Der Beitrag von Ulrich Speck lohnt die Diskussion und bietet eine Perspektive weiterzukommen.

    Das europäische Interesse ist Israel als Keim und Technologiequelle einer reformierten orientalischen Welt.

    Die Vorteile sind klar, sie denen, die die Vorteile hätten, zu vermitteln, ist das Problem. Ihre Organisation und Staaten haben sich in einen vormodernen Sackgasse verrannt.

    die Orientierungslosigkeit beschreibt K.Stein sehr gut in:

    Das Ende der arabischen Welt
    http://www.ismi.emory.edu/JournalArticles/IPjune06.pdf

    Die derzeitigen orientalischen Regime scheiden als potentielle Partner aus, die religiösen Gruppen auch.

    Wer bleibt übrig? Wer hat ein Interesse an Reformen? Diese Frage zu beantworten, wird einem Liberalen wohl nicht schwer fallen. Diese Orientalen gibt es auch und dank Internet und Diaspora können sie sich austauschen.

    Wie groß die Herausforderung ist, beschreibt Stein zum Schluß:

    Es zählt nicht mehr, wen man kennt und woher man kommt, sondern Wissen und Fähigkeiten. Das erfordert ganz neue Muster der Identitäts- und Loyalitätsbindung.

    Das setzt allerdings auch voraus, daß das Vorbild Abendland sich mit seinen eigenen Schwächen auseinandersetzt.

    Was zählt in Europa mehr, die familiäre Vergangenheit eines Menschen oder seine Zukunft, sein Wissen und seine Fertigkeiten, die er sich erarbeiten kann?

    Ganz abgesehen davon, hat es das Abendland nicht vermocht, den Rückgang der familäre Bindungen durch ein neues oder erneuertes Modell des Zusammenlebens zu ersetzen. Sind unsere gegenwärtigen Muster der Identitäts- und Loyalitätsbindung so überzeugend?

  2. 9.08.2006 | 15:10

    Ein “Vorbild” Abendland braucht es m.E. nicht.
    Der Leitstern ist die Freiheit des Individuums, sich für die “Identitäts- und Loyalitätsbindung” zu entscheiden, die ihm richtig erscheint.

    Diese Motivation kann nicht dadurch befördert werden, dass wir hier irgendetwas Tolles vorleben. Aber vielleicht fehlt mir auch einfach das Verständnis, was du dir unter hierzulande wünschenswerten “Identitäts- und Loyalitätsbindungen” vorstellst?

  3. Libero
    9.08.2006 | 15:25

    Der Leitstern ist die Freiheit des Individuums, sich für die “Identitäts- und Loyalitätsbindung” zu entscheiden, die ihm richtig erscheint.

    @Boche,

    1. Sehe ich das richtig: Das, was dir gegenwärtig in deinem Leben richtig erscheint, hängt von deinen bisherigen persönlichen Erfahrungen ab?

    2. Es gibt Identitäts- und Loyalitätsbindungen, für die man sich nicht rational klar denkend entscheidet. Auch kein Liberaler.

  4. 9.08.2006 | 15:28

    zu 1.:
    Selbstverständlich auch davon, ja.

    zu 2.:
    Kannst du Beispiele nennen?

  5. Libero
    9.08.2006 | 16:01

    @Boche
    Woher wußte ich, daß genau diese Frage kommt?

    Eigentlich befremdlich, in deinem Alter sollte man Gefühle wie Liebe und Zuneigung kennen. Die beeinflußen nicht nur die Entscheidungen für Identitäts- und Loyalitätsbindungen zu Menschen.

  6. 9.08.2006 | 16:04

    Ich bin eben ein kaltherziger Neoliberaler.
    Der zwar Liebe und Zuneigung kennt, die aber nur in persönliche Beziehungen “zum Einsatz bringt”.

    Statt damit Arabern Vorbild zu sein.

  7. Libero
    9.08.2006 | 16:39

    @Boche

    1.-3. Satz: unglaubwürdig

  8. 9.08.2006 | 16:44

    Ähm, Hallo? Spricht da Dr.Dean?

    Solchen Diskussionsunfug kenne ich sonst nur von dem besagten scheinliberalen Troll.

  9. Libero
    9.08.2006 | 17:41

    @boche
    liberal?
    Keine Beleidigung, bitte. Ich war immer konservativ, schon als Jugendlicher. Die Roten meiner Jugend sind heute meistens Neoliberale. Konservativ heißt nicht fortschrittsfeindlich, dazu sind die technischen Fortschritte einfach zu spannend. Dieser zum Beispiel

    A cool solution to waste disposal http://physicsweb.org/articles/news/10/7/13

    Na, irgendeine Ahnung, was das bedeutet, wenn diese Hypothese bestätigt wird?

  10. FAB.
    9.08.2006 | 18:30

    Forschungsmittel statt Windradsubventionen …

  11. Libero
    9.08.2006 | 19:15

    @Boche

    das nenne ich zukunftsoptimistisch. Ich beglückwünsche Sie zu Ihrer Entscheidung, noch mal Physik zu studieren und einen persönlichen Beitrag zu dieser Forschung zu leisten.

  12. 9.08.2006 | 19:21

    @Libero

    Ich sehe, dass du in dieser Diskussion auch ohne mich auskommst.

    PS: Die mögliche Behandlung radioaktiver Abfälle wäre tatsächlich ein interessanter Weg, das Atommüllproblem zu entschärfen. Ich weiß nur gerade nicht, was das Thema mit dieser Diskussion zu tun hat. Aber wie gesagt: Du scheinst dich ja eh prächtig allein zu unterhalten. Da will ich mal nicht stören.

Bad Behavior has blocked 724 access attempts in the last 7 days.