Der ganz normale Wahnsinn

Wie heute bekannt wurde, hat die SPD neue Sparpotentiale der von ihr geschröpften Bevölkerung aufgetan.
So wird die Empfehlung eines Bundestagsabgeordneten kolportiert, der den Bürgern riet, beim “kleinen Geschäft” die Klospülung nur kurz zu betätigen.
“Die Deutschen spülen ihr Geld durch das Klo und jammern gleichzeitig wegen jeder kleinen Steuererhöhung. Das passt nicht zusammen.” wird der Bundestagsabgeordnete, dessen Name noch unbekannt ist, zitiert.

Diese Äußerungen stießen auf scharfen Protest in der eigenen Partei. Vertreter der Parteilinken sprachen von einer unerträglichen Forderung. Es müsse garantiert bleiben, dass auch weniger wohlhabende Menschen ihre Fäkalien ausreichend wegspülen könnten. Das gebiete die soziale Gerechtigkeit, die nicht an der Toilettentür Halt machen dürfe.
Aus den Reihen der Union wie auch der Grünen wurde der Vorstoß dagegen mit Interesse aufgenommen.
SPD-Chef Beck nannte die Diskussion dagegen überflüssig. Es sollte seiner Ansicht nach aber durchaus geprüft werden, ob die Besserverdienenden nicht viel zu große Spülbecken benutzen würden.
Minister Müntefering bereicherte die Diskussion mit dem Vorschlag einer gesetzlich vorgeschriebenen Mindestspülmenge. Er bedauerte dass dieses Vorhaben von der Union noch blockiert würde, obwohl Herr Rüttgers Diskussionsbereitschaft signalisierte hatte.

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10 Kommentare zu “Der ganz normale Wahnsinn”

  1. 24.08.2006 | 16:06

    Bei allem Spaß an der Sache finde ich es eigentlich begrüßenswert, dass Politiker durch die Hintertür den Opportunitätskostenbegriff in die Debatte einführen und sich vom Leitbild des nie versiegenden Füllhorns verabschieden.

    Übrigens: Man soll nicht zu sehr beim Spülen sparen, sagen die Wasserwerke, weil sonst die Kanalisation nicht ausreichend gefüllt wird.

  2. 24.08.2006 | 16:09

    sich vom Leitbild des nie versiegenden Füllhorns verabschieden

    Wenn sie das Füllhorn nicht weiterhin mit unserem Geld füllen würden, als dürfe es nie versiegen, wäre das tatsächlich kein Skandal mehr sondern nur noch eine lächerliche Belehrung von oben herab.

  3. spruance
    24.08.2006 | 16:34

    Ist es denn noch Satire, wenn man dabei der Wahrheit so nahe kommt? ;-)

  4. 24.08.2006 | 16:39

    Im Zweifel eben Realsatire (wie die hier).
    ;-)

  5. 24.08.2006 | 16:57

    Meine Oma hat immer gesagt: “Kind, Du sollst nicht am falschen Ende sparen”.

  6. 24.08.2006 | 17:44

    Hätte mich kaum gewundert, wenn’s echt gewesen wäre.

  7. Stefan Eich
    25.08.2006 | 12:35

    @ David
    ging mir ähnlich
    @ Boche
    hab mich köstlich amüsiert

  8. 25.08.2006 | 12:56

    Freut mich, Stefan.

  9. der gute don
    27.08.2006 | 19:49

    Mann ich blick einfach nicht mehr durch, wie ich mein Leben fürhen soll. Besser ich überweise 100% meines Einkommens an den Staat und der kauft mir dann was ich brauche.

    Vielleicht kriege ich aber auch noch ein kleines Taschengeld? Ach ne, das wär ja Status quo.

  10. Libero
    28.08.2006 | 9:39

    @Rayson

    die Aussage der Wasser- und Abwasserwerke gilt für das gegenwärtige Leitungssystem. Das ist hinsichtlich des Abwassersystems technisch überholt.

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